Asunción: Trotz der Ankündigung der Regierung, eine Gaspipeline im paraguayischen Chaco zu bauen, die Vaca Muerta, Argentinien mit Brasilien verbinden würde, gibt es für das Projekt noch keine Machbarkeitsstudie.
Die geschätzten Investitionen belaufen sich auf 1,9 Milliarden US-Dollar, aber private Investoren haben von Anfang an gewarnt, dass das Projekt aus Rentabilitätsgründen nicht realisierbar sei, was die Regierung von Santiago Peña in eine schwierige Lage bringt.
In einem vom Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) über das Vizeministerium für Bergbau und Energie veröffentlichten Dokument wurde bestätigt, dass das Projekt nicht realisierbar sei, wie bereits im April angekündigt.
„Es wird mitgeteilt, dass das Vizeministerium für Bergbau und Energie weder über die erforderliche Studie noch über die Trassenführung verfügt, da der biozeanische Energiekorridor noch nicht in die Planungsphase eingetreten ist“, antwortete das Team von Mauricio Bejarano dem auf Umwelt- und Energiethemen spezialisierten Portal Consenso.
Die Regierung will Paraguay als strategischen Akteur in der regionalen Energieintegration positionieren und über Logistikkorridore den Atlantik und den Pazifik verbinden. Bislang ist die Begeisterung im privaten Sektor, der theoretisch rund 1 Milliarde US-Dollar für die Gaspipeline aufbringen muss, gering.
Der Plan sieht vor, eine Gaspipeline von Patagonien in Argentinien über eine Länge von 110 Kilometern bis nach Pozo Hondo im Departement Boquerón, dem Ausgangspunkt der bi-ozeanischen Route in Paraguay, zu verlegen, doch aufgrund des hohen Investitionsvolumens ist die Rentabilität des Projekts ungewiss.
Dieser Korridor durchquert den paraguayischen Chaco von West nach Ost bis zur Grenze zu Brasilien. Von Pozo Hondo aus muss die Regierung Peña – oder der Privatsektor – weitere 530 Kilometer Gasleitung parallel zur bi-ozeanischen Route bauen, um Carmelo Peralta im Departement Alto Paraguay gegenüber der brasilianischen Stadt Porto Murtinho im Bundesstaat Mato Grosso do Sul zu erreichen. Peña hatte geplant, dass die Gasleitung bis 2030 in Betrieb genommen werden sollte, aber die aktuelle Situation offenbart einmal mehr die Kluft zwischen der Vision des Staates und der Logik des Privatkapitals.
Klar und konkret ist bislang nur, dass die Mittel zur Finanzierung des Projekts fehlen. Hinzu kommt nun, dass keine Machbarkeitsstudie vorliegt, was den Plan der Regierung erheblich erschwert. Peña hatte geplant, dass die Pipeline 2030 in Betrieb genommen werden sollte, aber die aktuelle Situation offenbart einmal mehr die Kluft zwischen der Vision des Staates und der Logik des privaten Kapitals.
Parallel zum Pipeline-Projekt plant das kanadische Unternehmen Lee United Petroleum eine Anfangsinvestition von rund 20 Millionen US-Dollar für die Exploration unkonventioneller Kohlenwasserstoffe im paraguayischen Chaco, was Teil von Peñas Idee ist, den Westen des Landes zu einem regionalen Energiezentrum zu machen.
Das kanadische Unternehmen beabsichtigt, sich langfristig in Paraguay niederzulassen, um eine Plattform zu schaffen und ein dezentralisiertes, wettbewerbsfähiges und nachhaltiges Energiemodell zu entwickeln, wie das Unternehmen selbst angibt.
Wochenblatt / LPO














