Gestohlener VW Käfer nach 24 Jahren als Elektroauto an der Grenze wiederentdeckt

Ciudad del Este: Im Jahr 2017 erregte ein VW Käfer 1600 (Baujahr 1985) am Zoll der Internationalen Brücke der Freundschaft Aufsehen. Das Fahrzeug war mit paraguayischen Kennzeichen unterwegs und wies eine für die damalige Zeit höchst ungewöhnliche Modifikation auf: Der Wagen, der 1993 in Brasilien gestohlen worden war, fuhr bereits seit 2013 mit einem batteriebetriebenen Antrieb. Die Entdeckung der Vorgeschichte gelang den Beamten der paraguayischen und brasilianischen Bundesstraßenpolizei, als sie bei einer Routinekontrolle die Fahrzeugidentifikationsnummer überprüften.

Der Umbau war im Jahr 2013 von dem paraguayischen Ingenieur Mario Vernazza durchgeführt worden, der sein Studium an einer brasilianischen Universität absolviert hatte. Das im Technologiezentrum Itaipu Paraguay entwickelte Projekt ersetzte den gesamten Originalmotor durch einen batteriebetriebenen Elektromotor. Das System nutzte 12 Batterien mit jeweils 170 Ampere und 8 Volt sowie eine 12-Volt-Zusatzbatterie für die Beleuchtung. Nach Angaben der Projektverantwortlichen konnte der Käfer eine Geschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern pro Stunde erreichen und verbrauchte im Stadtverkehr umgerechnet nur etwa 4,80 Reais an Strom für Strecken von bis zu 100 Kilometern.

Die Initiative erregte große Aufmerksamkeit, da sie ein altes Fahrzeugmodell, das traditionell mit hohem Kraftstoffverbrauch assoziiert wird, in ein rein batteriebetriebenes Auto verwandelte. Das Projekt sollte zudem die technische und wirtschaftliche Machbarkeit solcher Umbauten in Südamerika demonstrieren. Darüber hinaus verdeutlichte der Fall, wie wichtig der Informationsaustausch zwischen den brasilianischen und paraguayischen Behörden bei der Überwachung des grenzüberschreitenden Fahrzeugverkehrs ist.

Wochenblatt / Facebook

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