Krasse Reaktion: Die Wahl mit ein paar Sack Zement zu gewinnen klappte anscheinend nicht

Mauricio José Troche: Eine Kandidatin der regierenden Colorado-Partei, die bei internen Vorwahlen um einen Stadtratssitz unterlag, war so verärgert, dass sie bei einem Wähler zwei Säcke Zement wieder abholte, die sie zuvor einer bedürftigen Familie gespendet hatte. Weitere Familien sollen auch betroffen sein.

Der betroffene Roguér Gómez (33) erzählte, dass er an einer Hüftarthrose leidet und daher behindert ist. Er wohnt zusammen mit seiner 65-jährigen Mutter in einem Haus, das ihnen von einem Verwandten zur Verfügung gestellt wurde.
Bereits im Vorfeld der internen Kommunalwahlen hatten verschiedene Politiker versprochen, beim Bau eines kleinen Eigenheims zu helfen.

Eine derjenigen, die sich meldete, war Ediz Méndez – Kandidatin der Fraktion Honor Colorado für den Stadtrat. Vor einer Woche brachte sie angeblich zwei Säcke Zement vorbei.

Doch schon einen Tag nach ihrer Niederlage bei der Wahl am Sonntag, erschien die Politikerin erneut bei Gómez – und verlangte, die Zementsäcke wieder mitzunehmen. Méndez bekam lediglich 114 Stimmen, was eindeutig zu wenig ist, um in den Stadtrat einzuziehen.

„Sie kam persönlich, schimpfte und sagte, wir hätten sie verraten und nicht für sie gestimmt. Ich habe sie die Säcke einfach mitnehmen lassen – ich will keinen Ärger. Was hat sie bloß von zwei Säcken Zement?“, fragt Gómez.

Öffentliche Kritik

Roguér filmte den Vorfall: Man sieht, wie ein Mann die Säcke in den Kofferraum eines Autos lädt, während die Politikerin danebensteht.

In dem Video, das sich rasch in den sozialen Medien verbreitete, sagt er auf Guaraní und Spanisch: „Da kommt diese Politikerin und holt ihre Sachen wieder ab. Hier ist sie wieder – und nimmt den Zement mit, den sie den Armen geschenkt hatte. Wie soll man da jemals etwas mit ihr erreichen?“

Benötigt Prothese und Baumaterial

Aufgrund seiner Behinderung kann Roguér keiner Arbeit nachgehen. Er wartet bereits seit längerem auf eine gespendete Hüftprothese.

Derzeit wohnt er bei einem Cousin. Ihm wurde versprochen, ein Grundstück geschenkt zu bekommen – deshalb hatte er begonnen, Baumaterialien als Spenden anzunehmen, um darauf ein kleines Haus für sich und seine Mutter zu bauen.
Er bittet die Bevölkerung um Hilfe: Er braucht vor allem Bleche, Zement und Ziegel. Wer ihn unterstützen möchte, kann ihn unter der Telefonnummer (0975) 449-103 erreichen.

„Was sie uns angetan hat, ist eine schwere Sünde“, meint Roguér enttäuscht über das Verhalten der unterlegenen Kandidatin.

Wochenblatt / Extra

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