Gouverneur von Alto Paraguay bei der US-Botschaft denunziert

Asunción: Pablo Santa Cruz, Vertreter der indigenen Universitätsstudenten Paraguays, überreichte am Freitag dem Botschafter der Vereinigten Staaten in Paraguay, Marc Ostfield, ein Schreiben, in der sie den Gouverneur von Alto Paraguay, José Adorno, wegen angeblicher Korruptionsfälle und des langsamen Fortschritts der Untersuchungen in den Institutionen Paraguays anprangern.

Gegen José Domingo Adorno, Gouverneur von Alto Paraguay und Kandidat für das Abgeordnetenhaus, laufen derzeit Ermittlungen des Staatsanwalts Juan Manuel Ledesma wegen angeblicher Veruntreuung aufgrund der Verwendung von Notgeldern aus der COVID-19-Pandemie in Höhe von ca. 2.000.000 US$ und Auszahlungen von mehr als 2 Milliarden Guaranies zugunsten des Apostolischen Vikariats Chaco für Arbeiten, die nicht ausgeführt wurden, so die Vorwürfe.

Darüber hinaus gibt es Berichte des Rechnungshofs, die Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von Notfonds durch die Adorno-Verwaltung bestätigen, was den Verwaltungsrat des Ministeriums sogar dazu veranlasste, das Gouverneursamt um Intervention zu ersuchen.

Angesichts dieser Tatsachen überreichte Pablo Santa Cruz, Vertreter indigenen Universitätsstudenten aus Paraguay, der US-Botschaft ein Schreiben mit allen Unterlagen, in dem er die US-Justiz wegen des mangelnden Fortschritts bei den Ermittlungen gegen Adorno um Intervention bat.

Sie prangern an, dass Adorno und seine gesamte Familie angeblich ihre gesamte Macht zum persönlichen Vorteil nutzen und die Einwohner ihren Launen unterwerfen. Sie beschuldigen ihn auch der Korruption, der Veruntreuung öffentlicher Gelder und des Amtsmissbrauchs, wobei er mit seinen Komplizen ein Netzwerk des organisierten Verbrechens gebildet habe, heißt es in dem in der Botschaft vorgelegten Schreiben.

Er versicherte, dass sie als junge Paraguayer über die organisierte Zivilgesellschaft die Beschwerde dringend an die Botschaft der Vereinigten Staaten schicken, damit diese eingreift und herausfindet, was mit den Machthabern in Alto Paraguay geschieht, denn es ist von einer Menge Geld die Rede, das angeblich veruntreut wird.

Er bekräftigte, dass die indigenen Gemeinschaften jeden Tag tiefer in die extreme Armut versinken. Er prangerte an, dass sie im 21. Jahrhundert kein Wasser haben, dass es Orte gibt, an denen es keinen Strom gibt, dass sie nichts zu essen haben und dass ihr Geld, das eigentlich in diese Sektoren fließen sollte, gestohlen wird und die Justiz aufgrund von “Vetternwirtschaft” nichts tut.

“Das ist eine organisierte Mafia, die von der US-Botschaft aufgeklärt werden muss, damit die guten Bürger von den Machthabern unterstützt werden können”, sagte Santa Cruz.

Er sagte auch, dass die Treffen mit dem Gouverneur ergebnislos verlaufen seien. Er fügte hinzu, dass sie sich an die Botschaft und über sie an die US-Justiz wenden, da sie bereits mehrere Beschwerden bei den zuständigen Institutionen in Paraguay eingereicht haben.

Bislang haben sie jedoch keine Antworten erhalten, da die Beschuldigten ungestraft bleiben, frei sind und mit noch mehr Kraft die Bürger unterdrücken, indem sie die extreme Armut, in der sie leben, ausnutzen.

Wochenblatt / ABC Color

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2 Kommentare zu “Gouverneur von Alto Paraguay bei der US-Botschaft denunziert

  1. Das ist halt das Problem mit den “Hilfsgeldern”.
    Die werden im Gießkannenprinzip ausgegosssen. Und die Geldgeber kontrollieren nicht, wohin sie gehen und was damit wirklich geschieht.
    Das ist das Gleiche wie mit den “Entwicklungshilfe”geldern. Die fliessen in die Taschen der korrupten Machthaber, Warlords, Politiker und beim Volk kommt nichts an.
    Und es kann mir keiner erzählen, das sei nicht genau so gewollt.
    Denn das Volk verschleudert nicht die Ressourcen des Landes an die ausländischen Geldgeber, sondern es sind diejenigen, die von ausländischen Staatsgeldern bestochen werden, um genau dies zu tun.
    Kein bisschen anders verhält es sich mit den Spendengeldern der “Hilfsorganisationen”.
    95% der Spenden bleiben im Verwaltungsapparat der Organisationen hängen. Sie werden für Luxusgehälter der Vorstände und für Spitzengehälter der angestellten Mitarbeiter verwendet.
    Für das Arbeiten sind dann die Ehrenamtlichen zuständig, die von diesen Machenschaften nichts ahnen.
    .
    *Spenden sind Gelder, die die Armen der reichen Länder spenden, damit es die Reichen der armen Länder in die Tasche stecken können.*

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  2. Das ist hier ein gutes Beispiel, warum die USA leider dann doch in Paraguay eine wichtige Rolle haben muss. Der junge Mann hat alles versucht und stößt auf taube Ohren – jetzt geht der zur US-Botschaft, die überhaupt nicht dafür zuständig ist, weil er weiß, dass die US-Botschaft offenbar die einzige Institution in diesem Lande ist, wo Politiker Bammel haben.

    Viele Foristen hier sind ja gegen die Einmischung der USA in nationale Politik – ich im Prinzip auch, aber nur in gut funktionierenden Staaten. In korruptionsdurchseuchten Ländern wie Paraguay muss halt Onkel USA im beschränkten Maße mal eingreifen und ab und zu die Verbrecher in der Regierung bremsen. Ich würde auch behaupten, dass viele unbescholtene Paraguayer das in Ordnung finden, wenn die USA sich einmischt.

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