Guaraní – das neue Sprachengesetz in allen Ohren

Asunción: Die Sprache Guaranies versucht in formelle Bereiche vorzudringen, in Gesetze, auf Gebrauchsanweisungen von Medikamenten und zum Beispiel auf Verkehrszeichen. Lesen sie wie das neue Sprachgesetz den täglichen Ablauf eines Arbeiters oder Regierungsangestellten beeinflusst.

Nach mehr als drei Jahren ist das Sprachgesetz Realität geworden. Seit dem 5. Januar ist es gültig obwohl einige Handhabungsregeln zur Umsetzung noch nicht von der Regierung ausgegeben wurden.

Die Normative versucht den Fortbestand der Indianersprache Guaraní zu garantieren, stark vernachlässigt von den Behörden oder der zivilen Gesellschaft.

Bald (zumindest nimmt man das an), wird ein neues Ministerium gegründet: das Sekretariat der Sprachpolitik, welches zusammen mit der Akademie der Guarani Sprache das Alphabet und die Grammatik vereinheitlicht.

Welcher Typ Guaraní wird in Paraguay verwendet?

Bevor offizielle Dokumente veröffentlicht werden, muss von der Akademie ausgewählt werden, welche der drei möglichen Guarani Typen als offizieller Typ benannt wird.

Das „akademische Guaraní“: Mann benennt es akademisches Guaraní weil es durch seine pure Form impulsiert wird, also keine Mischung mit dem Spanisch möglich. Wörter wie „vakapipopo“ (ball) oder „mba’e pepo atâ ovevéva“ (Flugzeug) müssen dann wieder statt der leichteren spanischen Version benutzt werden. Dabei gäbe es einen ständigen Austausch zwischen Sprachlehrern und Lehrern an Schulen sowie Hochschulen.

Das „jopara“: Ist eine Mischung aus Guaraní und dem Kastilisch. Es beinhaltet Wörter aus dem Guaraní und dem Spanisch, doch ohne feste und geregelte Ausdrucksweise. Für Anfänger, die Guaraní sprechen müssen, ist dies meist die einfachere Variante, erklärt der Sprachlehrer Tadeo Zarratea.

Das „paraguayische Guaraní“: Das ist das Guaraní, was von der Mehrheit der Bevölkerung des Landes gesprochen wird, erklärt Zarratea. Zur Ursprache wurden nur die notwendigen Wörter in Spanisch hinzugefügt, maximal 30%. Die spanischen Wörter werden dann quasi „guaranisiert“ damit beide Sprachen zusammen harmonisch wirken.

Das Spanisch wird nur dann benutzt wenn es keine andere Ausdrucksform mehr in Guaraní gibt, erklärt der Sprachlehrer.

Nach diesem Kriterium müsste sich die Akademie für das paraguayische Guaraní entscheiden weil es von der Mehrheit der Bevölkerung gesprochen wird.

Das akademische Guaraní wurde nicht durchsetzbar sein und sich selbst ins Abseits befördern. Jugendliche würden schnell Abstand dazu nehmen, versicherte er.

„Das künstliche Guaraní geht gegen die Logik des Volkes“, die wie er meint, glücklich wäre wenn die Sprache mehr Gewicht bekäme.

Die Akademie der Sprache Guaraní müsste sich innerhalb von fünf Jahren für eine der drei Typen entscheiden.

Einmal vereinheitlicht, werden offizielle Schreiben, der Personalausweis und viele weitere Urkunden auch in Guaraní beschriftet, da es eine offizielle Sprache Paraguays ist.

Ebenfalls soll das Sprachengsetz die Geschäftsleute dazu anregen, ihre Produkte bilingual zu beschriften, darunter Lebensmittel, Medikamente usw.

Auch soll die Sendezeit der Programme mit Guaraní ausgedehnt werden.

Das Guaraní bei den öffentlichen Behörden

Die Benmten der verschiedenen Institutionen müssten sich weiterbilden und ihr Wissen über die Indianersprache ausdehnen. Damit soll sichergestellt werden, dass auch nur Guaraní sprechende Bürger 100% bedient werden.

Wenn die Zeit reif ist für die Neueinstellungen in den Ämtern werden die Personen bevorzugt, die beide Sprachen lesen und schreiben können.

In Amerika

Aktuell existieren 53 Guaraní Dialekte, in Paraguay, Brasilien, Uruguay, Argentinien, Bolivien, Peru, Kolumbien, Venezuela und Französisch Guyana, kommentiert Tadeo Zarratea.

In Paraguay existieren sieben gesprochene Dialekte: sechs davon werden von Indigenen gesprochen, der andere von der Mehrheit der Einwohner des Landes.

In 60 Jahren könnte das Guaraní verschwinden

Zarratea merkt auch, dass die neue Generation immer weniger Guaraní spricht, zumindest in den stadtnahen Gebieten.

Das Sprachengesetz ist praktisch die letzte Hoffnung um die Sprache zu schützen, ihre Ausbreitung zu garantieren und nicht zuzulassen dass sie ohne Hilfe in 60 Jahren keiner mehr spricht, schätzt er.

Wenn das Gesetz genormt wird hat die native Sprache eine neue Chance, was zu einer Revitalisierung der Indigenen Kultur führen kann.

(Wochenblatt / Abc / Foto: Reproduktion von www.guarani.blogia.com)

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4 Kommentare zu “Guaraní – das neue Sprachengesetz in allen Ohren

  1. Auch andere Länder haben ihre Tradition und pflegen sie – doch sollte man die Tradition nicht in den Vordergrund stellen wenn es doch noch so viel zu tun gibt im Bezug auf Weiterentwicklung wie in diesem Land.

    Mit der Sprache Guarani wird man die Kultur Paraguays nicht nach vorne bringen können – das macht der Rest der Welt nicht mit.

    Keiner hat was dagegen ,wenn Tradition innerhalb der Freizeit ausgeübt wird , aber im realen Leben hat die Vergangenheit nichts mehr verloren – Damit kann man die Zukunft nicht gestalten – Merke: Wir leben von der Zukunft-von den Kindern die noch geboren werden und nicht von den Toten !!!
    Tradition ist wie das Aufwärmen verbrannter Asche !!!

  2. ich finde es toll, dass paraguay versucht, das guarani zu erhalten. es waere schade, wenn diese traditionssprache in vergessenheit geraten wuerde.

    allerdings finde ich es nicht gut, es zu einem ZWANG zu machen (wie z.B. versetzungsgefaehrdend in den schulen).

    meine ganz persoenliche meinung ist, dass diese entscheidung ein jeder paraguayer selbst treffen sollte. (ich wuerde es gerne etwas mehr koennen, aber es ist soooo schwer!!)

    1. Guarani den Paraguayos, aber es sind vergeutete Resourcen, wenn man die jungen Leute zwingt eine Sprache zu lernen, welche nur von ein paar wenigen Menschen gesprochen wird und die auch keine entsprechende Gramatik und Literatur im Background hat.
      Sollen die Guaranies Guarani als Regionalen Dialekt unter sich reden, aber für eine nach vorne gerichtete Zukunft kann diese Sprache den jungen Menschen in Paraguay nicht helfen. Diese geistigen Resourcen sollten gescheiter in spanisch, deutsch und englisch
      investiert werden, dann wären die Menschen in diesem wunderbaren Land für die Zukunft gerüstet und könnten
      in Kultur, Technik und Fortschritt weltweit mitreden, denn mit diesen drei Sprachen steht ihnen die Welt offen.

  3. Guarani den Paraguayos,wenn sie dies nebenbei freiwillig machen wollen.
    Für vergeutete Resourcen, ein Gesetz ist schwachsinn.
    Wenn man einen Fortschritt will, hat man wichtigeres zulernen.

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