Gute Wirtschaftszahlen, leere Kassen: Warum der makroökonomische Boom nicht bei den Bürgern ankommt

Asunción: Der Ökonom Humberto Colmán hob den starken Kontrast zwischen dem guten Verlauf der paraguayischen Makroökonomie und der Lebensrealität der meisten Haushalte hervor. Mehr als 60 % der Bevölkerung verfügen über ein Einkommen, das als gefährdet eingestuft wird, was “die Kehrseite der guten makroökonomischen Entwicklung“ darstelle.

Laut Colmán ist der Kaufkraftgewinn der Arbeitnehmer sehr gering, wenn man die Entwicklung des Grundnahrungsmittelkorbs als Referenz heranzieht. Obwohl es geringfügige Verbesserungen bei den Indikatoren der formalen Beschäftigung gebe, gelte: „Fakt ist, dass 6 von 10 Paraguayern diese Verbesserungen, die in der Makroebene entstehen, nicht wahrnehmen,“ bekräftigte er.

Der Experte äußerte sich auch zu den Aussichten für den Wechselkurs. Er betonte, dass es komplex sei, den Kurs des US-Dollars zum Jahresende 2026 einzuschätzen. Grund dafür sei das Zusammenspiel internationaler und lokaler Faktoren, die den Kurs sowohl nach oben als auch nach unten treiben können.

Auf globaler Ebene erklärte er, dass die US-Währung vor allem nach dem Konflikt mit dem Iran an Wert gewonnen habe. Hinzu komme das Szenario möglicher Zinserhöhungen weltweit, was die Stärke des US-Dollars weiter festige.

Auf lokaler Ebene verfügt Paraguay über eine sehr positive Handelsbilanz. Allerdings verliert die Saisonalität der Exporte im zweiten Halbjahr gewöhnlich an Dynamik, während im Gegenzug die Nachfrage nach Devisen durch Importe steigt. „All diese Faktoren spielen eine Rolle, weshalb eine Prognose für die Zukunft oder bis zum Jahresende schwierig ist“, merkte Colmán an. Er fügte hinzu, dass der Wechselkurs im Falle eines Anstiegs nach seiner Einschätzung 6.200 Guaranies pro US-Dollar nicht überschreiten werde.

Wochenblatt / Megacadena / Beitragsbild Archiv

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2 Kommentare zu “Gute Wirtschaftszahlen, leere Kassen: Warum der makroökonomische Boom nicht bei den Bürgern ankommt

  1. Der gute Verlauf der paraguayischen Makroökonomie (Drogen, Waffen etc) sollens dann mal in Zahlen belegen. Kann schon sein, dass eine Hanfvoll mit der Monsanto-Anpflanzung von Soja viel Geld scheffelt und makroökonomisch ins Ausland verfrachtet, weil in diesen Länder kein Soja an den Bäumen wächst. Wegen dem bleibt der Reingewinn vor Steuer, da Steuer eh nicht gezahlt wird, trotzdem in den Händen dieser bourgeoisiesischer Überflieger und die Teige verdienen trotzdem 350 € monatlich. Unternehmerisches Risiko halt, macht die bourgeoisiesischer Überflieger nicht ärmer, deren Teige aber auch nicht reicher.
    Einfaches Bespiel einer Kindergarten-Fiskalität:
    Betreibst eine Despensa. Offiziell kaufst jeden Monat für 5.000 € Ware ein, weist offiziell ein Verkaufserlös von 500 € aus. Nächster Monat das selbige. Nächstes Jahr das selbige. Da bekommst vom Fiskus gar Geld zurück! Oder hat von euch jemand schon mal eine Quittung erhalten! Ok, der Deutsche, der eine Despensa betreibt, der ist halt nicht wie die Eingeborenen mit allen Wassern gewaschen und wird nach deutscher Gründlichkeit in der externen Bilanz jeden Cent ausweisen.
    Es gibt also einen Grund, warum die Eingeborenen sofort sie 10 € im Sack haben, diesen sofort in Müllergebräu umwandeln. Na, der Fiskus akzeptiert kein Müllergebräu als Zahlungsmittel.

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