Asunción: Die Staatsanwaltschaft hat die Festnahme von Vorstandsmitgliedern der Ueno Bank angeordnet. Unter ihnen stechen die Namen Federico Miguel Vázquez (rechts) und Juan Manuel Gustale (links) hervor. Es gibt Tage, an denen die paraguayische Finanzwelt kälter ist als eine freie Bankfiliale am frühen Morgen. Während die Zentralbank (BCP) im Fall der Ueno Bank die Reißleine zog und ein formelles Abwicklungsverfahren einleitete, überschlagen sich die Ereignisse. Das Zitat „Geld arbeitet für dich“ bekommt in diesen Tagen einen ganz neuen, fast zynischen Beiklang – vor allem, wenn es plötzlich weg ist.
Wenn der Kassensturz zum Justizkrimi wird
Was als schmerzhafte finanzielle Schieflage begann, hat sich zu einem veritablen politischen und juristischen Erdbeben ausgeweitet. Nach dem offiziellen Beschluss der BCP, die Ueno Bank wegen drastischer Solvenzprobleme (die Eigenkapitalquote war unter 50 % des Erforderlichen gerutscht) abzuwickeln, fackelte die Zentralbank nicht lange: Eine prall gefüllte, rund 200 Seiten starke Strafe- und Schadensanzeige wurde bei der Generalstaatsanwaltschaft eingereicht.
Der Generalstaatsanwalt schaltete sofort auf Höchstgeschwindigkeit und stellte ein schlagkräftiges Ermittlungsteam unter Leitung des auf Wirtschaftsdelikte und Antikorruption spezialisierten Staatsanwalts Francisco Cabrera zusammen.
Und als wäre das nicht genug, formiert sich auch privater Widerstand: Prominente Anwälte wie Óscar Tuma kündigten umfassende Privatklagen an, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und vor allem zu verhindern, dass die Hauptakteure sich noch schnell in Richtung Ausland verabschieden.
Wer haftet, wenn die Kasse leer bleibt?
Während die Staatsanwaltschaft nun prüft, welche präventiven Maßnahmen – sprich: Haft- oder Ausreisesperren – gegen die Direktoren und Verantwortlichen verhängt werden können, blicken Zehntausende Kunden fassungslos auf ihre App-Bildschirme.
Die Front der Frustration wächst stündlich, besonders unter denjenigen, die mehr als die staatlich garantierte Einlagensicherung von rund 228 Millionen Guaraníes auf den Konten parkten. Während die BCP beteuert, dass kleinere Sparer geschützt sind, stehen Großanleger, Unternehmen und auch viele europäische Rentner vor einem Scherbenhaufen.Die zentrale Frage, die nun im Raum steht: Wird von den Verantwortlichen am Ende überhaupt noch etwas zu holen sein, oder zahlen am Ende wie immer die Falschen die Zeche?
In Asunción jedenfalls herrscht Krisenstimmung. Die Politik blickt gebannt auf die Justiz – und die Bürger fragen sich,welcher Finanzturm in Paraguay als Nächstes ins Wanken gerät.
Wochenblatt













