Historischer Moment in Paraguay: Ein Indigener aus dem Chaco schreibt Justizgeschichte

Asunción: Der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Alberto Martínez Simón, und der erste Vizepräsident, Luis María Benítez Riera, nahmen Tagüide Picanerai Etacore, einem Mitglied der indigenen Gemeinschaft der Ayoreo Totobiegosode aus dem Departement Alto Paraguay, den gesetzlichen Eid als Rechtsanwalt ab.

Die Zeremonie fand im Plenarsaal des Justizpalastes in Asunción statt.

Mit diesem Akt wurde er zum ersten Rechtsanwalt seiner Gemeinschaft und ist nun offiziell zur Ausübung des Berufs zugelassen. Während der Zeremonie hoben die Behörden die Bedeutung des Zugangs zu Bildung als Instrument zur Erweiterung von Chancen und zur Stärkung der Teilhabe indigener Völker in verschiedenen Bereichen des nationalen Lebens hervor. Zudem bekräftigten sie das Engagement des Obersten Gerichtshofs für die Förderung der Menschenrechte, der Inklusion und des Zugangs zur Justiz unter Bedingungen der Gleichheit.

Etacore drückte seinerseits seine Zufriedenheit darüber aus, eine wichtige Phase seiner beruflichen Ausbildung abgeschlossen zu haben, und wies darauf hin, dass seine Erfahrung als Ansporn für andere junge Indigene dienen kann, die an einer Hochschulbildung interessiert sind. „Ich glaube, dass sich hier ein großes Tor öffnet, damit auch indigene Jugendliche studieren und sich persönlich weiterentwickeln können“, erklärte er.

Darüber hinaus betonte er den Wert der akademischen Ausbildung als Werkzeug für die persönliche und gemeinschaftliche Entwicklung und würdigte die Unterstützung, die er von seiner Gemeinschaft während seines gesamten Ausbildungsprozesses erhalten hatte. Etacore wies darauf hin, dass der Zugang indigener Völker zur Hochschulbildung in Paraguay nach wie vor eine Herausforderung darstellt. In diesem Sinne ermutigte er die neuen Generationen, trotz auftretender Schwierigkeiten beharrlich an der Erreichung ihrer Ziele zu arbeiten.

„Man muss den Blick immer nach vorne richten. Wir wissen genau, dass die Realität in den indigenen Gemeinschaften nicht einfach ist, aber man muss immer ein Stück über die Schwierigkeiten hinausgehen und weiter voranschreiten“, äußerte er sich abschließend.

Wochenblatt / La Nación

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