Hernandarias: Die Staatsanwältin Vivian Coronel, Leiterin der Sondereinheit für Straftaten gegen Kinder und Jugendliche sowie zur Bekämpfung von Menschenhandel, hat Anklage gegen einen Mann erhoben, der als Anführer eines Kults namens “Umbanda“ gilt.
Ihm werden mehrere schwere Straftaten vorgeworfen, weshalb die Staatsanwaltschaft die Eröffnung eines mündlichen Hauptverfahrens beantragt hat.
Der 31-jährige Angeklagte sieht sich mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern, homosexuellen Handlungen mit Minderjährigen, Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht, sexueller Nötigung und Vergewaltigung sowie Menschenhandel konfrontiert.
Laut der Anklageschrift soll der Verdächtige seine Position innerhalb des Kults missbraucht haben, um Opfer – Kinder, Jugendliche und Erwachsene – anzuwerben und sie einem System aus Knechtschaft, Zwangsarbeit sowie ständigen physischen und psychischen Misshandlungen zu unterwerfen. Der Sachverhalt schildert, dass der Beschuldigte seit Dezember 2022 in einem Wohnhaus in Hernandarias ein erwachsenes Opfer dazu gezwungen haben soll, sexuelle Handlungen unter dem Vorwand religiöser Rituale zu dulden, wobei er Drohungen und körperliche Gewalt anwandte.
Zudem soll der Angeklagte zwischen 2023 und 2024 in verschiedenen Immobilien in Hernandarias, Minga Guazú und Ciudad del Este mehrere Personen festgehalten haben. Diese wurden gezwungen, unbezahlte Hausarbeit und schwere Tätigkeiten zu verrichten, unterlegt mit Todesdrohungen oder Drohungen gegen deren Familienangehörige.
Das Dokument fügt hinzu, dass der Angeklagte die Opfer mutmaßlich unter menschenunwürdigen Bedingungen hielt, einschließlich Nahrungsentzug, Kommunikationsverboten und körperlichen Bestrafungen mit Gegenständen wie Peitschen, Macheten oder Zigarettenstummeln.
Verbrechen an Minderjährigen
In Bezug auf die minderjährigen Opfer legt die Staatsanwaltschaft dar, dass die Taten bis ins Jahr 2018 zurückreichen. Damals wurde ein 12-jähriges Mädchen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen dazu gebracht, beim Angeklagten zu leben, wo sie später in Knechtschaft gehalten und wiederholt misshandelt wurde. Die Anklage beschreibt zudem sexuelle Übergriffe gegen sie im Alter von 13 Jahren.
Die Ermittlungen beziehen sich ebenfalls auf sexuelle Übergriffe gegen einen 9-jährigen Jungen und einen 15-jährigen Jugendlichen in den Jahren 2020 und 2021. Darüber hinaus wurde im Januar 2025 eine Verletzung der Fürsorgepflicht gegenüber einem zweijährigen Mädchen festgestellt: Das Kind wurde stundenlangen Ritualen in geschlossenen Räumen ausgesetzt, in denen Alkohol und Tabak konsumiert wurden – Bedingungen, die als schädlich für die kindliche Entwicklung eingestuft wurden.
Die Anklage stützt sich auf zahlreiche Beweismittel, darunter Zeugenaussagen der Opfer, Durchsuchungsprotokolle, gerichtsmedizinische Berichte, psychologische Gutachten und technische Analysen. Das Ministerium beantragte beim Strafgericht die Eröffnung des öffentlichen Hauptverfahrens.
Wochenblatt / adn paraguayo / Beitragsbild Archiv















