Immer im August und September

Colonia Nueva Durango: Nur 30 km von Curuguaty entfernt, im Departement Canindeyú, kommt es stets im August und September zu einer seltsamen Anhäufung von Feierlichkeiten, bei denen nur Ja-Sager gebraucht werden.

In einer eigenen Welt leben die Mennoniten von Nueva Durango inmitten der landwirtschaftlichen Zone des Departements, einfach, ohne viel Technik und voller Glaube. Da die Mennoniten das ganze Jahr über landwirtschaftlich stark eingespannt sind, bleiben nur die Wintermonate August und September, wo es so gut wie keine landwirtschaftliche Tätigkeit gibt. Wer bis dato einen Partner fürs Leben ausgesucht hat und die Familie ihn akzeptiert heiratet an einem der Wochenende in dieser Zeit.

Während der etwa 8 Wochenenden wird im Kollektiv Essen zubereitet, Einladungen verschickt und natürlich an einem Samstag Ja zum Bund der Ehe gesagt. Eingeladen sind dann fast alle aus der Kolonie, damit die Spenden (Aussteuer) das ganze finanziert.

Letzten Samstag heirateten die ersten drei Paare, an den kommenden Samstages wiederholt sich dies mit weiteren Ehewilligen.

Wochenblatt / @coloniarioverde

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7 Kommentare zu “Immer im August und September

  1. Kuno Gansz von Otzberg

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    Den „Roemertopf“ den man da auf dem Bild sieht duerfte der sogenannte „Borschtsch“ sein, heute bekannt als „Borscht“. Ein russisches Nationalessen das die Mennoniten aus Russland mitbrachten. In etwa so wie der hiesige Guiso.
    Die Gulaschkanonen duerften Borschtkanonen sein – eine Art von Feldkueche. In diesem Fall aber nicht mehr mobil.
    So lief es ganz frueher bei den Mennoniten im Chaco auch wo die Maedels von den Kuppelweibern gehandelt wurden „wer zu wem am besten passt“. Viele der damaligen Maedels flohen regelrecht aus solchen Dorfszwaengen in das Studium und nach Asuncion – nur weg von da damit man nicht zwangsverheiratet wuerde.
    Im Chaco hat das gerade zur Oeffnung der Kolonie gefuehrt und zum Studium an den „weltlichen“ Universitaeten. Zumal es auch nicht ganz so weit war mit dem „Glauben“ bei den Dorfsgemeinschaften. Von den Durangos sagt man dass sie gerne nach Pedro Juan Caballero fahren um da zu saufen und zu huren (siehe Bergthaler Artikel) und Pedro Juan ist ja auch fuer den Drogenhandel und Schmuggel bekannt – aber Unterstellungen wollen wir doch nicht machen, oder?!
    Viel Tradition, aber auch viel Glaube? Und wenn ja, dann viel Glaube woran? An die Wirtschaft? Ans System? An Die Kolonie? An die Tradition?
    Koennen Sie richtig Lesen und Schreiben um die Bibel richtig interpretieren zu koennen? Klar, wenn jemand wahrhaft bekehrt ist so leitet der Heilige Geist „in alle Wahrheit“. Nur eben, wie sieht das in der Praxis aus?
    So zu heiraten wie am Spiess, na ja das zu beurteilen ueberlass ich dem geneigten Leser – mir zumindest kommt das vor als ob man nur „auf Etwas aus waere“ da man durch und durch fleischlich ist. Kann man mit den Leuten aus Durango ueber die Bibel diskutieren, oder werden sie nur auf den Ohm und Pfaffen verweisen weil sie selber nichts wissen?

    1. Kuno Gansz von Otzberg

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      Es waere empfehlenswert wenn gewisse „Aehnlichkeiten“ zu meinem Namen nicht mehr von der Redaktion geduldet werden. Schliesslich haben ja die Gaense von Otzberg die Invasion des Islam nach Europa damals mit den Kreuzzuegen und beschuetzung Jerusalems einhalt geboten – wess sich kein Mennonit ruehmen kann.
      Honorieren sie also das Wappen mit der Gans von Otzberg.

  2. Kuno Gansz von Oztberg

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    Man muss aber auch bedenken dass dieses mennonitische System die Loesung waere fuer Deutschlands Rentenproblem und dem Migrationsproblem. Diese heiraten alle „am Spiess“ (wie Fleisch am Spiess) und haben alle Kinder ueber der Ersatzquote. D.i. um die Eltern zu ersetzen muss jedes Elternpaar mindestens 2 Kinder haben die die frueher sterbenden Eltern ersetzen um auf einer gleichen Bevoelkerungsanzahlt zu kommen. Vorausgesetzt keine Verkehrsunfaelle, Drogentote, Kriege, etc. Um sicher zu gehen muessten jede Eltern 3 Kinder haben und damit 1 Kind ueber die Ersatzquote zu liegen. Da in Deutschland die Renten von den nachfolgenden Generationen, d.i. direkt der Menge an Einzahlern abhaengt, so MUSS jedes Elternpaar mindestens 2 Kinden haben um dieselbe Rente zu erhalten wie die vorige Generation. Haette jedes Elternpaar 4 Kinder, koennte man die Renten erhoehen. Weil sie aber 1.2 Kinder haben pro Elternpaar so musste Gerhard Schroeder die Renten kuerzen, konnte keinen Gehaltszuschuss (Gehaltsaufstockung) mehr geben und erfand Hartz 4 welches ein Gehaltsausgleich ist anstatt Gehaltszuschuss/Gehaltsaufstockung. Die ganze Altersrente wie Gehaltsaufstockung wurde entweder drastisch gekuerzt bzw ganz fallengelassen und durch was anderes (Hartz 4) ersetzt. Man bekommt weniger als vorher – eben weils weniger Kinder gibt.
    Dann, damit das ganze nicht vollends zusammenbricht, bringt man in den letzten 10 Jahren die Migranten ins Land. Die sollen dann einzahlen damit diese kinderlosen Alten von heute doch noch irgendwie Rente bekommen koennen.
    Das alles passierte nicht haette man in Deutschland dieses mennonitische System der Altkolonier. Es gaebe keine Rentenkuerzungen und keine Migranten
    Nach dem Motto: die Liebe wird sich ja nachher irgendwie schon einstellen.
    Die Pille und die Luemmeltuete kennen solche Mennoniten nicht – auch wieder ein Grund warum es in Deutschland mit dem Rentensystem so hapert und warum Migranten kommen muessen.
    Auch dort singt man das Lied des „Fachkraeftemangels“, Lehrermangels“ und „Arbeitermangels“.
    In den 1970gern haette man die Tuerken mal nie reinlassen sollen, die Spaghettis auch limitieren und die Deutschen jedem befehlen muessen sich zu ehelichen und mindestens 3 Kinder zu zeugen, auf Befehl des Staates – um die Sozialsysteme zu retten. Verhuetungsmittel und Ehescheidungen waeren verboten als „volkszerstoererische Geisteshaltungen“.
    Dasselbe kann man in den Chacokolonien beobachten – wegen Nachwuchsmangel bringt man immer mehr die Lateiner und Indianer in die Kolonien und ist folglich von deren Arbeit abhaengig.
    Aber eben diese altkolonier Mennoniten haben auch mit Flaschenhaelse zu kaempfen: es braucht immer mehr Land und Abholzungen um diese Leute alle zu ernaehren und die Landesgrenzen recken sich nicht aus. Gerade viele Leute setzt Eroberungskriege voraus zur Erlangung von „Lebensraum“. Das Problem hatten die Mennoniten in Russland da der Zar ihnen bis in etwa 1880 den Landerwerb beschraenkte bzw ganz verbot – um eben nicht seinen eigenen Leuten das Land zu beknappen. Als dieses Verbot aufgehoben wurde kam es „zufaellig“ 1917 zur Revolution. Im 18. Jahrhundert gab es tausende arme Mennoniten in Russland von denen dann viele an der Revolution gegen ihre eigenen Landsleute teilnahmen und auch in die „Schwarze Armee“ (Anarchisten) eintraten die dann die reichen Mennoniten ausraubten, pluenderten und ermordeten. In Paraguay gabs ja dann noch nie eine Beschraenkung des Landkaufs so dass die Mennoniten dort goldige Zeiten erlebten die sie so nie erlebt haben (in Preussen durften sie kein Land besitzen denn dieses besassen nur die Adligen. Deshalb wanderten sie nach Russland aus als Katharina die Grosse diese einlud). In Russland z.B. besass eine ganze Mennonitenkolonie rund 2000 Dessjatinen Land (rund 2200 Hektar) welches in Paraguay leicht ein einzelner Mensch besitzt. [1 Kron-Dessjatine = 2400 Saschen = 10.925 Quadratmeter = 109 Ar = 1,1 Hektar].
    Da in anderen Artikeln berichtet wird dass die Mennoniten Ostparaguays vermehrt Land pachten von Paraguayer und da roden, so kann man die Ursachen leicht ersehen: das kommt einer „Expansionspolitik“ gleich oder Eroberungsfeldzug aufgrund von Landknappheit – andererseits, an Arbeiter fehlts nicht und Migration gibts daher nicht bei den altkolonier Mennoniten.
    Pro und Kontra wohl bei allen Dingen.

  3. Was ist den mit dem Kuno Gansz von Oztberg los, Du willst, dass das Wochenblatt keine ähnliche Namen zulässt.
    Aber, aber wo kommen wir da hin, wenn jeder am anderen den Namen verbietet?
    Du denke Du solltest besser ein Buch schreiben, über die Mennos und vielleicht noch eine Bibel. Das währe bestimmt besser als soooo lange Kommentare schreiben, die fasst keiner liest.
    Aber wenn man es nicht selber merkt, dass die zulange sind, muss ich mich Fragen: Hilft es Dir, wenn ich es Dir schreibe?
    Ich hoffe, es kommt bei Dir an.

  4. Jop, was ist den los mhit den Papiereieros. Mhachen sich zuviel Ghedanken, was andhere Tun oder nicht, Whenigstens das Tema /immer-im-august-und-september voll ghetroffen. Immer zu ghuten Thipps an die ex-Landmännchen bhereit. Rhieht nach Parmesan, aber mhanche khönnens halt nhicht besser. Eigehene Mheinugn felt einfhach.

    1. Kuno Gansz von Otzberg

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      Jeder hier wartet so fast darauf dass sich ein Insider von euch “outet“. Da du ganz klar von der Zone bist, warum schreibst du nicht mal einen langen Text darueber. Da ihr anscheinend schon Faibuhh habt duerfte das ja wohl kein Problem sein. Parmigiano-Reggiano kanns nicht sein was ihr da kocht. Ich nehm an ihr haltet daher jeden der aus dem inneren Zirkel (wie ueber die Trips nach Pedro Juan) plaudert fuer alten riechenden Kaese. Nun das ist eben die Omerta des Mennoniten.
      Sachen die nicht ans Licht gebracht werden oder werden sollen sind Teil der Finsternis.

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