Immer seltener: “Ja, ich will“

Encarnación: “Ja, ich will“ ist ein Satz, der immer seltener vorkommt, denn mit den Jahren nimmt die Zahl der Paare ab, die ermutigt werden, sich in das Register des Standesamtes einzutragen, immer mehr ab.

Der jüngste Bericht des Standesamtes besagt, dass die Zahl der Lebenspartnerschaften in der paraguayischen Gesellschaft abnimmt.

Indalecio Ibanez, der Leiter des Standesamtes von Encarnación, erklärte, dass die Zahl der Eheschließungen nach der Pandemie zugenommen habe, dann aber allmählich zurückgegangen sei und bis jetzt im Jahr 2023 erst 23 Trauungen registriert worden seien.

Um zu heiraten, reicht es aus, das 18. Lebensjahr vollendet zu haben, in Begleitung von volljährigen Zeugen und mit den Ausweisdokumenten aller Personen in einem Standesamt zu erscheinen. Bei Minderjährigen im Alter von 14 bis 15 Jahren müssen sie die Zustimmung der Eltern und die Erlaubnis eines Richters haben. Zudem fallen für die Eheschließung Gebühren an.

Für Ibañez ist der Rückgang der eingetragenen Lebenspartnerschaften deutlich spürbar, verglichen mit vor etwa 10 Jahren, als die Zahl der Eheschließungen in Itapúa 1.000 überstieg.

Wochenblatt / Mas Encarnación

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13 Kommentare zu “Immer seltener: “Ja, ich will“

  1. | “[…] die Zahl der Lebenspartnerschaften in der paraguayischen Gesellschaft abnimmt.”
    Lebenspartner kann man auch ohne eine Eheschließung sein.
    Mein Mann und ich haben 2021 geheiratet und ich kann jeden verstehen, der sich den Weg zum Standesamt spart. Es kommt so viel Papierkram auf einen zu, dass man die ersten Monate/Jahre kaum genießen kann. Und erst die Kosten die aufkommen, wenn man immer und immer wieder die Auszüge vom Standesamt und neue Heiratsurkunden braucht, weil wirklich jede Behörde hier ein Original haben will. Eine beglaubigte Kopie reicht denen anscheinend nicht aus.
    Wenn man als Ausländerin heiratet und den Nachnamen ändern will … davon fange ich lieber gar nicht erst an.
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    Kann man zwar alles als Kleinigkeiten bezeichnen, aber es ist ein größerer Aufwand, als wenn man einfach als unverheiratetes Paar lebt. Gerade wenn man aufgrund der Eheschließung, als Frau, seinen Nachnamen ändert und der Ehemann stirbt, kann man das ganze nochmal durchlaufen, weil man den Namenszusatz nicht behält, wenn der Ehemann nicht mehr da ist. Bei einer Scheidung genau dasselbe.
    Und dann haben wir ja noch das Thema Scheidung allgemein. So unfassbar teuer, und viele, schön verliebt, kreuzen das “falsche” Kästchen, beim Ehevertrag an. So romantisch eine Eheschließung auch immer dargestellt wird, sie ist nicht mehr zeitgemäß. Früher war eine Frau größtenteils davon abhängig, einen Mann zu finden. Da ging es nicht nur um Liebe, sondern vor allem auch um Familienehre und was die Gesellschaft denkt. Scheidung war da kaum ein Thema; eher hatten beide eine Affäre oder man wurde mal eben “unerwartet” Witwer oder Witwe. Das kann man sich alles sparen, wenn man auf eine Eheschließung verzichtet.
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    So wie man sagen kann, dass Valentinstag nur noch Kommerz ist: Das ist eine Ehe inzwischen auch.

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    1. Danke für diesen Erfahrungsbericht. Die Bürokratie in diesem Land nimmt immer absurdere Züge an.
      Die Ehe bzw. die Hochzeit ist in Paraguay zu einem pompösen Statussymbol verkommen. Das hat wirklich nichts mehr mit dem eigentlichen Sinne (Bis das der Tod euch scheidet mit Gottes Segen in guten, wie in schlechten Zeiten) einer Hochzeit zu tun, nur dass es ein Pfarrer oder Standesbeamter ohne große Bedeutung dahersagt.
      Und ich glaube, es gibt einen Zusammenhang, dass die Leute, die ihre Hochzeit am verschwenderischsten feiern, am schnellsten wieder geschieden sind bzw. ein mieses Eheleben führen.

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      1. Der Zusammenhang fällt mir auch immer wieder auf. Ich glaube, diese Leute heiraten nicht der Liebe wegen, oder weil sie wirklich versuchen wollen ihr Leben mit der anderen Person zu teilen, sondern einfach der Hochzeit wegen; einfach einen Tag im Mittelpunkt stehen und in den Flitterwochen mit Geschenken und Glückwünschen überhäuft werden. Dann kommt der Alltag, man merkt, dass eine Ehe den Einsatz beider erfordert und dann will man nicht mehr.
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        Wir haben klein gefeiert, nur wir und die Trauzeugen. Es war schön und ich genieße immer noch jeden Tag mit meinem Mann. Bisher ist kein Tag vergangen, wo man nicht miteinander lacht. Man ist füreinander da und genießt die Zeit, die man zusammen hat. Die Zeit zu genießen, die man hat und vor allem das Hier und Jetzt, fällt ja vielen heutzutage schwer.

    2. Lukas 24,34 Der HERR ist wahrhaftig auferstanden, und er ist dem Simon erschienen!

      @Jelly Nachdem sie nun jetzt verheiratet sind dürfen sie auch zu ihrem Mann ins Bett steigen. Vorher selbstverständlich nicht. Aber da die meisten wohl eh nicht Christ sind so erübrigt sich am Ende auch jegliche Zeremonie. Heiraten bzw das Besteigen ist ja ein Inbesitznehmen des Ehepartners. Die Frau gehört als Besitz dem Mann. Gehört der Mann wiederum aber dem Heiland nicht als Besitz dann ist es der Frau kategorisch verboten zu Heiraten. Und das ist der Punkt wo alles scheitert. Daher, die Ehe ist immer des Herrn (die Ehe wird dann vollzogen wenn man vesteigt bzw bestiegen wird und nicht wenn Zwremonien absolviert werden) und daher ist es auch nur zu erwarten daß es Korrelationen gibt betreffs drastischer Abnahme der Ehezeremonie bei gleichzeitiger drastischer Zunahme der Gottesferne des Volkes. Da die monogame Ehe eine Stiftung ist von Gott versus das Vieh das in einer Pluribegattung und Multibegattung steht. Was erwartet man denn?

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      1. | “Was erwartet man denn?”
        Ich glaube man erwartet, dass man, wenn man schon gesiezt wird, es richtig gemacht wird; und dass man diesen biblischen Schwachsinn nicht jedes Mal lesen muss.

  2. Guck mal da liegt ein aufgegessener Keks

    Wenn die hier ein Original wollen und ich hab gerade nur eine beglaubigte Kopie dabei, dann sage ich denen, dass es hierzulande ein Gesetz gibt, welches besagt, dass eine beglaubigte Kopie dem Original gleichzustellen ist. Und Frage, ob sie ihren eigenen Escribanos nicht vertrauen. Wenn se blöd tun wollen, dann sage ich: “Hier, Escribano mit Reg. Nr. X”.

    Beim Beglaubigenlassen von Originalen beim Escribano sollten sie auch gleich am Anfang fragen, was eine Beglaubigung kostet. Manche wollen ja unverschämterweise 30.000 PYG für eine Beglaubigung. Nö, dat mir zu teuer (geht ums Prinzip). Wenn Sie gleich zu Beginn durchsickern lassen, dat se kein Tonto Gringo sind, der ein sechsfaches wie ein Einheimischer bezahlt, dann bekommen sie die beglaubigte Kopie auch für 5.000 PYG. Jedenfalls habe ich noch NIE mehr als 5.000 PYG für eine beglaubigte Kopie bezahlt. Und das in Asu sowie Gran Asu.
    Dies, weil da wirklich mal eine bei Identificaciones in Asu 30.000 PYG haben wollte. Wenn se blöd tun, dann rechts umkehrt. Welcher Einheimische bezahlt schon 30.000 PYG für ein weißes Blatt mit ein wenig Toner, einem Stempelchen und dem Kreuzchen des Escribanos ?!

    Hierzulande würde ich niemals heiraten. Dann musst wegen jedem Autokauf, Hauskauf etc. kurz, wegen jedem Schissendräckli, die Unterschrift deines Anhangs einholen.
    —-
    Wer unverheiratet ca. 4 Jahre im gleichen Haushalt lebt (4 Jahre ist das glaubs *1), dann gilt ein Ehe-Ähnliches rechtliches Verhältnis (dann fällt die “Ehefrau” auch in die Konkursmasse, pardon, ins Erbrecht. Sonst fängt dat bei unverheirateten bei den Kindern an und endet bei den Geschwistern in EU). Aber das mit dem wegen jedem Schissendräckli die Unterschrift deines Anhangs einholen hast dann nicht *2.
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    *1/*2 alle Angaben ohne Gewähr

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    1. Guck mal da liegt ein aufgegessener Keks

      Übrigens (falls Sie es noch nicht selbst bemerkt haben): Hierzulande müssen sie bei allem, wirklich allem, vorher fragen, was es kosten wird. Aber bei wirklich allem. Sonst müssen Sie sich nicht wundern, wenn der Handwerker nach dem Basteln 80.000 PYG pro Stunde haben will, auch wenn der Stundenlohn normalerweise um die 15.000 PYG liegt.

      Im Supermarkt sind die Preise meistens angegeben. Immer Kassenzettel kontrollieren. Meistens stimmt es. Fehler und anderer Preis als am Regal angegeben – insbesondere Rabatte – ist schon oft vorgekommen. Der Stock Supermercados ist so ein Spezialist.

      In den Einkaufstempeln ist darauf zu achten, wenn dort der Preis von beispielsweise 20 angegeben ist, und sie denken, da fehlen zwar drei Nullen, aber es kostet 20.000 PYG (ca. 2 bis 3 Euro), dann steht diese 20 für 20 US$.
      MUSS man sich fragen, warum hierzulande Preise in US$ angegeben sind (was dann zum schlechten Währungskurs in PYG umgerechnet wird). US-Dollar nehmens dann doch (meistens) nicht an.
      Wenigstens sinds an der Kasse immer nett und behalten dat dann auch gerne, wenn man nix bezahlt.

      Da wollte ich letzthin ein cooles T-Shirt kaufen im NA-Nueva Amerikana: “The Coolest Father In The Whole Galaxy” stand da drauf mit einem Bild von Darth Vader. Musste ich haben. Dann wollte der an der Kasse meine Personalausweisnummer haben. Ich sage: “Nö, will nur T-Shirt kaufen, für what willst denn Personalausweisnummer haben?”, “Ähm, ohne Personalausweisnummer können wir dat Shirt nicht umtauschen”, “What, ohne Personalausweisnummer kannst Shirt nicht umtauschen? Dann lass es. Africa!”. Schade, hätte mir wirklich gefallen dat Shirt.
      Und ja, ich hab einen Personalausweis, ganz legal, trotzdem ich wegen Bankkugelschreiberüberfällen von den Schwitzzzzer-Beatmeten und Behördeten vom Beatmeten- und Behördetenhüüüüüüsli verfolgt werde.

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      1. Ja, das ist gut. Habe ich auch schon mehrfach erlebt und da sollte man konsequent sein. Ich habe vor ein paar im online-shop bei Luminotecnia ein paar Sachen mit Rabatt bestellt und ließ es in eine ihrer Filialen liefern. Was ist, alle Artikel die rabattiert wahren hatten den ursprünglichen Preis. Auch wenn es letztlich nicht viel war, aber ich habe ihn gebeten das zu ändern. Es war ein Heidenaufwand für ihn, aber hat es gemacht!

        Im Stock (Supermarkt) sieht man immer wieder 3-Packs die teuerer sind als wenn man es einzeln kauft!

        Und gefühlte eine Million Mal habe ich Wechselgeld zurückgegeben weil der Verkäufer sich verrechnet hat. Eigentlich falsch, denn nur durch Schmerz lernt man!

    2. Du weißt nicht zufällig, wo dieses Gesetz genau steht? Das würde mir nämlich sehr helfen, und ich glaube vielen anderen hier auch. Früher habe ich auch sehr für Beglaubigungen gezahlt — inzwischen auch nicht mehr mehr als 10.000,00 PYG. Die Woche, wo ich eben meine C.I habe erneuern lassen, waren es sogar nur 2.000,00 PYG pro Seite.

      1. Guck mal da liegt ein aufgegessener Keks

        Nein, weiß ich leider nicht (Gesetz, dass eine beglaubigte Kopie dem Original gleichzustellen ist). Müsste ich einen Anwalt fragen, um ganz sicher zu gehen. Und da kann einem jeder hiesig Anwalt wieder eine andere Auskunft geben. Es läge jedoch in der Natur der Sache, dass dem so ist. Okay, es gibt schon Sachen, wo das Original verlangt wird. Ein seriöser Notar (Escribano) wird auch immer die Cedula (Personalausweis) verlangen, bevor er die Kopie beglaubigt.
        —-
        7.000 oder 10.000 pro Beglaubigung geht auch noch, vor allem, wenn man nur eine braucht. Wenn man aber beispielsweise wie bei der Erneuerung der Cedula viele Beglaubigungen von verschiedenen Dokumenten (zB. alte, ablaufende Cedula, Vida y Residencia etc) braucht, kann man gleich fragen: “Cuanto es una Authentificacion si voy a necesitar diez” (Wie viel ist eine Authentifikation, wenn ich zehn Stück brauche).
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        Mich haben die Beglaubigungen von Dokumenten für die Erneuerung der Cedula weniger als 100.000 GS. gekostet (1 Person).
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        Wobei die Escribana gar keinen Kopierer hatte, musste ich über der Straße kopieren lassen, sie hat dann nur noch ihr Kreuzchen und Stempelchen darunter gemacht.

    3. Zitat “Dann musst wegen jedem Autokauf, Hauskauf etc. kurz, wegen jedem Schissendräckli, die Unterschrift deines Anhangs einholen.”
      Ich kenne das nur beim Verkauf von vorgenannten Dingen, dass die Holde mit unterschreiben muss. Beim Autokauf mich keiner nach meiner Chefin gefragt.
      Wenn man die Option nutzt, dass jeder eine CV für das Fahrzeug bekommt, dann ist das klar, dass die Frau mit unterschreiben muss. Sonst nicht.
      So war es beim letzten Autokauf.

    1. @Katzenmann
      auch getrennt lebende Männer – seltener Frauen – müssen für ihre Kinder Unterhalt bezahlen.
      Daran wird es wohl eher nicht liegen.
      .
      Aber daß das Zusammenleben ohne Trauschein sich einfacher gestaltet, ist schon ein Beweggrund, nehme ich an.

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