Internationale Förderung: Paraguay als einziges lateinamerikanisches Land für CTAF-Klimafonds ausgewählt

Asunción: Paraguay macht einen großen Schritt nach vorn bei der Entwicklung seiner ersten integrierten Plattform für Klima- und Energiedaten auf Basis künstlicher Intelligenz. Dieses Instrument wird es ermöglichen, die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken zu analysieren und gleichzeitig das Potenzial für die Erzeugung erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft zu ermitteln.

Die Initiative wurde vom Climate Technology Accelerator Fund (CTAF) – gefördert vom Ministerium für Wissenschaft und IT Koreas (MSIT) und dem Global Green Growth Institute (GGGI) – unter zehn weltweiten Technologieprojekten ausgewählt. Paraguay ist dabei der einzige Vertreter Lateinamerikas und neben Kambodscha und Jordanien eines von nur drei Ländern, die für die Umsetzung von Demonstrationsprojekten ausgewählt wurden.

Das Pilotprojekt wird im Departamento Boquerón im paraguayischen Chaco durchgeführt. Dort kommt eine Geospatial-Plattform zum Einsatz, die Satellitenbilder, künstliche Intelligenz und Datenanalysen kombiniert, um Risiko- und Ressourcenkarten für das Klima und erneuerbare Energien zu erstellen.

Das Tool wird es ermöglichen, Phänomene wie Dürren, Überschwemmungen und extreme Wetterereignisse vorherzusehen und Gebiete mit dem größten Potenzial für die Nutzung von Solar- und Windenergie präziser zu identifizieren. Die Ergebnisse werden in Form eines frei zugänglichen Atlas für öffentliche Institutionen, Notfallorganisationen und den privaten Sektor bereitgestellt.

Die Verwundbarkeit durch Wasserkraft verringern

Paraguay bezieht derzeit rund 99,5 % seines Stroms aus Wasserkraft – eine Abhängigkeit, die das Land bei anhaltenden Dürreperioden extrem anfällig macht. Im September 2024 erreichte der Fluss Paraguay einen der niedrigsten Stände seit über einem Jahrhundert, was sowohl die Energieerzeugung als auch den Binnenschiffverkehr beeinträchtigte.

Gleichzeitig verfügt das Land über ein erhebliches Potenzial an alternativen erneuerbaren Energien, das aufgrund des Mangels an detaillierten Informationen über natürliche Ressourcen und Klimabedingungen bisher kaum erschlossen ist.

Die in Paraguay zum Einsatz kommende Technologie wurde vom Korea Institute of Energy Research (KIER) entwickelt und ist Teil der nationalen Landkarte für erneuerbare Energien Südkoreas, die dort von mehr als 15 Millionen Nutzern verwendet wird. Es wird die erste Anwendung dieses Systems in Lateinamerika sein.

„Die ausgewählten Projekte zeigen, dass die weltweite Nachfrage nach neuen Lösungen für den Klimaschutz rasant wächst – einschließlich datengestützter Tools, Energieoptimierung und satellitengestützter Frühwarnsysteme“, erklärte Kim Sang-hyup, Generaldirektor des GGGI.

Die Umsetzung liegt in den Händen des GGGI unter der Federführung des paraguayischen Ministeriums für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (MADES). Der Plan umfasst die Entwicklung der Webplattform, Schulungen für öffentliche Institutionen, die Wissenschaft und private Unternehmen sowie einen Fahrplan zur Ausweitung des Systems auf das gesamte Staatsgebiet.

„Paraguay verfügt über ein enormes Potenzial für die Entwicklung erneuerbarer Energien, steht aber auch vor großen Herausforderungen durch seine Klimaanfälligkeit. Dieses Tool wird es erstmals ermöglichen, Informationen über Risiken und Energiechancen zu integrieren, um die Raumplanung zu stärken und nachhaltige Investitionen anzuziehen“, erklärte María José López, Länderprogramm-Managerin des GGGI in Paraguay.

Der im Jahr 2026 gegründete CTAF-Fonds hat zum Ziel, in Südkorea entwickelte Klimatechnologien mit globalen Wirkungsprojekten zu verknüpfen. Mit einem zugesagten Investitionsvolumen von 21 Milliarden südkoreanischen Won (über einen Zeitraum von sieben Jahren) finanziert der Fonds Initiativen, die darauf abzielen, Klimalösungen zu beschleunigen und die Einhaltung internationaler Verpflichtungen zur Emissionsminderung zu unterstützen.

Wochenblatt / El Nacional / Beitragsbild Archiv

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