Netflix Geschichte um Pablo Escobar gehört zu den Serienhighlights des Streaming-Anbieters und findet sich regelmäßig in den Top 10 wieder. Die ersten drei Staffeln spielten dort, wo sich auch die wahre Geschichte Escobars abspielte: In Kolumbien! Zentrum: Pablo Escobar, ein gefürchteter Drogenbaron, der die Unterwelt mit dem größten Kokainmarkt der Welt in Aufruhr brachte. Was aber bedeutet die Geschichte für das ohnehin oft schwierige Image Südamerikas? Narcos spielt in Kolumbien, in der 4. Staffel geht die Geschichte jedoch in Mexiko weiter.
Der Serienhit für alle Netflix-Fans
Narcos ist der Serienhit schlechthin und nach der ersten Staffel begann bereits das bange Warten auf die Fortsetzung. Die Geschichte rund um den kriminellen Drogenbaron Pablo Escobar generierte so viele Fans, dass auch das gleichnamige Spiel ganz schnell zu den beliebtesten Spielen aufstieg. Was aber bedeutet der Blick in die finstere, kriminelle Welt von Narcos für jene, die in Südamerika leben? Befinden sich in ihrem Umfeld Drogenkuriere, Kriminelle und Mafia-Mitglieder? Ist Narcos am Ende sogar ein Imageverlust für Südamerika?
Gewalt findet in jedem Land statt, gegen Frauen, aber auch gegen Männer. Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass Südamerikaner gewalttätiger und krimineller sind, nur weil eine Serie genau dieses Bild darstellt. Der Kolumbianer Escobar war einer der bekanntesten Kriminellen der Welt und im Kern ist die Netflix-Serie auch tatsächlich an seine Biografie angelehnt. Doch zahlreiche Gewaltexzesse und Handlungsstränge beruhen nicht auf einer wahren Begebenheit, sondern wurden für die Dramaturgie schlichtweg erfunden oder überdramatisiert.
Grandiose Schauspielerwahl könnte Imageverlust zur Folge haben
Zugegeben, Wagner Moura spielt Pablo Escobar mit einer solchen Brillanz, dass Zuschauer in ihm tatsächlich nur den gefährlichen und höchstkriminellen Drogenbaron sehen. Sein Werdegang, all seine Schmuggeleien, bis hin zum Aufstieg in die Liga der größten Terroristen der Welt, kann so hautnah mitverfolgt werden, dass die wahre Person hinter Moura, der Schauspieler, nicht mehr gesehen wird. Es ist ein Phänomen, dass Schauspieler ein Image ihr Leben lang behalten.
Viele erstklassige Schauspieler haben diese Situation bereits einmal erlebt, wenn die eigentliche Rolle zum Sinnbild der Charakters wird. Aus dem eigentlich sympathischen, friedlichen und liebenswerten Wagner Moura ist für immer Pablo Escobar geworden und so mancher wird auf der Straße zusammenzucken, wenn er dem Schauspieler begegnet.
Ein Südamerikaner, der ein ganz besonderes Image mit sich zieht und das, obwohl er eigentlich gar kein Kolumbianer, sondern Brasilianer ist. Und der Rest des Landes? Hier ist es wichtig, dass Fiktion und Wirklichkeit nicht miteinander verschmelzen. Es spricht für den Erfolg einer Serie, wenn Fans abtauchen und sich mitten im Geschehen wiederfinden. Ein Imageverlust für den Drehort ist aber nicht nur fatal für die Einwohner, sondern auch für die Fans selbst.
Von Kolumbien nach Mexiko – Narcos wechselt das Domizil
Nachdem Pablo Escobar die ersten beiden Staffeln von Narcos dominierte, fand schon in Staffel drei der Wechsel zum Cali-Kartell statt. In der vierten Staffel wechselt nun sogar der Schauplatz, Narcos dreht in Mexiko. Ein starker Kritikpunkt vieler Fans, denn für sie war Narcos nach der Geschichte Escobars beendet. Möglicherweise wäre das auch die bessere Wahl gewesen, denn die Mexikaner haben gegenüber der Amerikaner ohnehin schon mit einem schlechten Image zu kämpfen. Nun noch einmal die Gewalttätigkeit, Kriminalität und Drogendeals via Serie in den Fokus zu rücken, könnte negative Folgen aufs klischeebehaftete Bild der Mexikaner haben.
Allerdings zeichnet sich deutlich ab, dass die vierte Staffel Narcos nicht mehr an den Erfolg der Staffeln 1 – 3 anknüpfen kann. Escobar wurde nicht nur genial verkörpert, sondern auch zu einer unvergessenen Figur gemacht. Selbst in Staffel drei gelang es den Machern die Fans in Atem zu halten. Die Geschichte der Orejuela-Brüder hatte genug Potenzial, um eine ganze Steffel zu füllen.
Mit Diego Luna, der den Hauptcharakter Gallardo in der mexikanischen Staffel 4 spielt, scheint es Probleme zu geben. Er brillierte in seinem Film Rogue One, doch hier schafft er es nicht, den glaubwürdigen Boss der mexikanischen Drogenwelt zu mimen. Deutlich mehr Spannung erzeugen da die Nebencharaktere, wie beispielsweise sein Partner Quintero, gespielt von Tenoch Huerta.
Schlechtes Image für Mexiko – Kritik an Netflix
Während in Kolumbien der Fokus auf dem Präsidenten lag, der alles daransetzte, Escobar zu stoppen, zeichnet die Serie über die Landesintegrität von Mexiko ein ganz anderes Bild. Ob Polizei oder Politik, alle dargestellten Charaktere scheinen korrupt zu sein, Ehrlichkeit und Fairness gehört in Mexiko, laut Serie, nicht zu den traditionellen Werten.
Ein großer Fehler, denn hier wird nicht nur eine schwache Performance als Fortsetzung einer Serie geliefert, die zum Fanmagneten geworden ist, hier wird auch ein ohnehin schwaches Land mit Klischees und Vorurteilen noch stärker an den Rand des Imageverlusts gedrängt. Bleibt abzuwarten, ob die geplante 2. Staffel der Mexiko-Geschichte tatsächlich erscheint. Für wahre Narcos-Fans waren es die Staffeln 1 – 3, die sich zu unvergessenen Highlights der Serienwelt etabliert haben.










