Paso Yobai: Kooperativen sind vor allem in landwirtschaftlichen Regionen präsent, denn sie fördern diesen Sektor. Eine noch relativ junge Genossenschaft arbeitet an einem neuen Projekt, das vor allem die Abwanderung aus ländlichen Zonen verhindern soll.
Bei der besagten Genossenschaft handelt es sich um die Kooperative Itaju, in Paso Yobai, im Departement Guairá.
Wie jede andere Einrichtung aus dem Sektor werden Bankgeschäfte, Kredite und Sparmöglichkeiten, für die Mitglieder angeboten. Und um ihre Tätigkeit auszubauen, hat die Föderation der Genossenschaften für den produktiven Sektor (Fecoprod) über das industrielle Erzeugerprogramm (Mipyme) einen Fond zur Verfügung gestellt, um eine Anlage zur Maisölgewinnung aufzubauen.
90 Tage bleiben der Kooperative Itaju dafür Zeit, das Vorhaben umzusetzen.
„Wir haben schon mit dem Bau der Halle begonnen. Zum Glück gibt es von vielen Seiten Unterstützung, aber wir hoffen natürlich, dass die Mitgliederzahlen weiter ansteigen und führen auch einige Events durch, damit alles schnell zum Laufen kommt“, sagte Tatjana Stein, Mitglied aus dem Aufsichtsgremiums der Genossenschaft Itaju.
Ziel bei dem Vorhaben ist es, den Landwirten aus dem Sektor eine Produktionskette bereit zu stellen. Sie erhalten Mais zum Anpflanzen, Dünger und auch Maschinen auf Leihbasis von der Kooperative und können dann ihre Ernte zur Verarbeitung auch wieder abliefern.
„Im Moment ist als erstes nur gedacht, eine Ölfabrik aufzustellen, vielleicht wird es dann später mehr, wie Mehl oder andere Derivate von Mais“, erklärte Stein weiter.
Um das Projekt schneller zum Laufen zu bringen und die Ziele der Kooperative vor allem den Landwirten näher zu bringen, veranstaltet die Vorstandschaft mithilfe der Mitglieder ein Asado a la Estaca. Es findet am kommenden Sonntag, den 3. September, ab 12:00 Uhr, direkt vor dem Gebäude der Genossenschaft in Paso Yobai, statt. Wer sich so eine Rinderrippe reservieren lassen will, kann mit Víctor Larroza, Präsident der Kooperative, unter der Telefonnummer 0986 240 584 Kontakt aufnehmen. Zudem besteht auch die Möglichkeit einer Lieferung, falls jemand in regionaler Nähe wohnen sollte.

Geschichte der Kooperative und Gründungsidee
Das Förder- und Entwicklungskomitee der Stadt 3 de Noviembre im Bezirk Paso Yobai wurde am 29. Juli 2014 von einer Gruppe landwirtschaftlicher Erzeuger gegründet, die die Notwendigkeit erkannten, sich zu organisieren, um die Lebensqualität durch landwirtschaftliche Produktion und insbesondere Milchproduktion zu verbessern.
Als das Komitee immer größere Ausmaßnahme annahm, erkannte man den vorherrschenden Bedarf, das System zu verbessern und so wurde nach mehreren Treffen und Debatten beschlossen, eine Genossenschaft zu gründen, um die Bedingungen zu schaffen, die Dienstleistungen für die Mitglieder zu verbessern und ihnen mehr Hilfe anzubieten. Am 15. Januar 2022 fand mit 43 Mitgliedern die Gründung der Genossenschaft Itaju Ltda. statt.
Das Hauptziel der Genossenschaft ist die Förderung der landwirtschaftlichen Produktion in der Region, Schaffung besserer Produktivitätsbedingungen durch die Bereitstellung von Inputs sowie Maschinen, Zugang zu günstigen Krediten und Vorzugspreisen für die Produktion sowie die Kommerzialisierung der Produkte mit größtmöglichem Nutzen für die Mitglieder.
Das Komitee und die Genossenschaft bieten den Mitgliedern eine ständige Fortbildung mit zahlreichen Kursen im Agrar- und Viehzuchtsektor an, vermitteln neues Wissen und innovative Produktionstechniken, die es ermöglichen, einen neuen Produktionssektor zu eröffnen, nämlich die Milchproduktion. Sie schafften es, einen Tank Milch zu erwerben mit einem Fassungsvermögen von 2.300 Litern. Zudem schloss man einen Vertrag mit einem Molkereiunternehmen, La Fortuna S.A., ab, der einen sicheren Markt für Produzenten bietet.
Das Ölfabrikprojekt beginnt mit dem Ziel, auf ländlichen Bauernhöfen ein wirtschaftliches Einkommen zu generieren, die Wurzeln junger Menschen in ihren Gemeinden zu stärken und eines der größten sozialen Probleme anzugehen, nämlich die Abwanderung junger Menschen in andere Länder auf der Suche nach Arbeit. Aus diesem Grund hat sich die Genossenschaft beim Mipyme-Compite-Programm beworben, das darauf abzielt, die Wettbewerbsfähigkeit von Mipyme mit Dienstleistungen zu verbessern, die sich positiv auf Qualität, Innovation und Integration in Wertschöpfungsketten auswirken.
Am 21. März dieses Jahres liegt das Projekt “Maisölproduktion“ mit einer durchschnittlichen Bewertung von 80,0 und einem Fonds von 17.622 Euro zur Finanzierung auf Platz 2 der Rangliste der Gewinnerprojekte des vorher erwähnten Programms die notwendigen Geräte für die Ausarbeitung des Projekts, andererseits muss die Genossenschaft die Halle für die besagte Fabrik bauen.
Das Projekt verfolgt einen nachhaltigen Ansatz, da alle Nebenprodukte der Ölverarbeitung für den menschlichen und tierischen Verzehr genutzt werden sollen und keinerlei Rückstände in der Umwelt zurückbleiben.
Es handelt sich um ein Innovationsprojekt zur Verarbeitung von Getreide, das von den Mitgliedern der Genossenschaft angebaut wird und dabei ein Produkt für die menschliche Ernährung, nämlich Speiseöl, und ein Nebenprodukt auch für die menschliche und tierische Ernährung erhält.
Der Rohstoff für die Maisölproduktion wird aus der Getreideproduktion der Mitglieder selbst gewonnen. Dadurch kann der gesamte Produktionszyklus abgeschlossen werden, der von der Aussaat des Mais über die Ernte bis hin zur Industrialisierung des Rohmaterials für seine anschließende Verpackung und den Verkauf an die Öffentlichkeit reicht, außerdem wird die Lebensmittelsouveränität gewährleistet und ein Produkt in Betrieb genommen, das ein wirtschaftliches Einkommen für die Genossenschaft und ihre Mitglieder generieren. Davon werden 60 Familien direkt und 300 indirekt innerhalb der Gemeinde profitieren.
Der Ansatz ist nachhaltig, da alle Nebenprodukte der Ölverarbeitung für den menschlichen und tierischen Verzehr genutzt werden sollen und keinerlei Rückstände in der Umwelt zurückbleiben. Ebenso zielt das Projekt darauf ab, die Lebensmittelgesundheit sicherzustellen, indem es dem Markt ein Produkt mit einem hohen Nährwertniveau zur Verfügung stellt.
Wochenblatt










