Asunción: Verschiedene Studien zeigen, dass im Winter ein Anstieg von rund 20 % bei kardiovaskulären Ereignissen wie akuten Myokardinfarkten (Herzinfarkten) und Schlaganfällen (ACV) zu verzeichnen ist.
Grund dafür sind die physiologischen Veränderungen, die der Organismus durchläuft, um die Körperwärme zu erhalten. Dies erklärte Dr. Eduardo Caballero, Leiter der Kardiologie am Zentralkrankenhaus der Sozialversicherungsanstalt IPS.
„Prävention ist das Fundament von allem. Wenn wir erst bei der Behandlung ansetzen, ist es oft schon zu spät. Durch rechtzeitige Kontrollen und gesunde Lebensgewohnheiten lassen sich Infarkte und Schlaganfälle vermeiden oder zumindest deren Folgen erheblich abmildern“, betonte der Spezialist. Er wies zudem darauf hin, dass eine der größten aktuellen Herausforderungen der zunehmende Bewegungsmangel ist. Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten erfordern viele alltägliche Aktivitäten heute weniger körperliche Anstrengung, was zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt.
Was passiert im Körper bei Kälte?
Wenn der Körper Kälte wahrnimmt, setzt ein Mechanismus namens Vasokonstriktion (Gefäßverengung) ein. Dabei verringern Arterien und Blutgefäße ihren Durchmesser. Dies erschwert den normalen Blutfluss, lässt den Blutdruck steigen und zwingt das Herz zu einer höheren Kraftanstrengung, um die Temperatur der lebenswichtigen Organe aufrechtzuerhalten. Bei Personen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Fettablagerungen (Plaques) in den Arterien kann diese Situation das Auftreten von Infarkten oder Schlaganfällen begünstigen.
Der Experte empfiehlt, sich pro Woche mindestens 150 Minuten moderat körperlich zu betätigen – das entspricht 30 Minuten am Tag an fünf Tagen der Woche. Zudem rät er, zwei- bis dreimal wöchentlich Muskelaufbautraining zu integrieren, da der Verlust von Muskelmasse mit einer Verringerung der körperlichen und funktionellen Leistungsfähigkeit einhergeht. „Der Winter darf keine Ausrede sein, um inaktiv zu bleiben. Man muss Alternativen finden, um in Bewegung zu bleiben, und den Sport zu einem Teil der täglichen Routine machen“, unterstrich er.
Risikofaktoren: Auch Vaping und Alkohol im Fokus
Gleichzeitig hob er hervor, wie wichtig es ist, die körperliche Aktivität bereits ab der Kindheit zu fördern, indem Sport getrieben und die Zeit an elektronischen Geräten begrenzt wird. Zu den Faktoren, die das kardiovaskuläre Risiko erhöhen, zählte der Spezialist Rauchen, Vaping (E-Zigaretten), Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ungesunde Ernährung auf. Er warnte zudem vor den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums, der zu einem Anstieg von Cholesterin, Triglyceriden und Übergewicht beitragen kann.
Um die Herzgesundheit im Winter zu schützen, empfiehlt das IPS eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, eine ausreichende Wasserzufuhr, regelmäßige Bewegung, die Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker, den Verzicht auf Tabak in jeder Form sowie regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen – insbesondere für Personen mit Herzerkrankungen in der Vorgeschichte oder entsprechenden Risikofaktoren.
Wochenblatt / La Nación















