Kein Gegengift für Bisse schwarzer Witwen vorhanden

Luque: Ein Mann, der vor sechs Tagen wegen eines Spinnenbisses ins Krankenhaus eingeliefert wurde, kämpfte einige Tage um sein Leben, doch verstarb gestern. Ein Gegengift war kurzfristig nicht zu bekommen.

Don Alberto Oviedo Garay lag im Migone Krankenhaus und verstarb an Organversagen, da sich das Spinnengift auf alle teile des Körpers ausbreitete. Laut Beschreibungen des Opfers handelte es sich um eine schwarze Witwe, dessen Neurotoxin nicht im Land vorrätig ist. In Argentinien gibt es das aber die Bürokratie unterband, dass das Gegengift schnell genug nach Paraguay gelangte. Die Familie hatte zu Blutspenden aufgerufen, einer Bitte der viele Menschen nachkamen.

Am vergangenen Sonntag schon wurde er von der Spinne gebissen, die sich in der Decke seines Bettes versteckte. Er lebte an der Verbindungsstraße zwischen Luque und San Bernardino. In Paraguay gibt es einige Spezies der schwarzen Witwe. Sie sind schwarz mit einem roten Punkt auf dem Rücken. Die Weibchen sind zwischen 8 und 15 mm groß, die Männchen jedoch nur zwischen 3 und 5 mm.

Wochenblatt / Extra

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14 Kommentare zu “Kein Gegengift für Bisse schwarzer Witwen vorhanden

  1. Arme Familie! Erbärmliches Paraguay. Das “beste Gesundheitssystem” der Welt verfügt nicht einmal über ein Gegengift bei Bissen der Schwarzen Witwe! Selbst wenn das am nächsten liegende Krankenhaus ein solches Gegengift nicht vorrätig hätte, müßte man doch wenigstens über eine Krankenhaus- und Apothekenvernetzung innerhalb von Sekunden in Erfahrung bringen können, wo und wer ein solches Serum auf Vorrat hat. Oder gab es ein solches und wurde nur “unter der Hand” vor einiger Zeit verscherbelt? Ließe sich ja mittels Arzneimittelvorrats-Liste überprüfen lassen. Ich jedenfalls traue hier niemand mehr über den Weg, denn Lug, Betrug und Korruption gehören einfach zum Alltag wie die Luft zum Atmen.

  2. In Paraguay gibt es nur deshalb kein Gegengift, weil es bisher noch keine Todesfälle oder schwerwiegende Fälle durch die Schwarze Witwe gab. Sterben sollen nur solche mit Grunderkrankungen. Dies soll der erste Todesfall sein, das Opfer war 51 Jahre und hatte angeblich keine Grunderkrankungen. Die Identifikation der Spinne ist nicht 100% sicher. Er hat hohe Dosen von Medikamenten erhalten, von denen man nicht weiß, ob sie eventuell die Situation verschlimmert haben. Auch bei Covid-19 sind zu Anfang fast 100% auf der Intensivstation verstorben, weil man falsch behandelt hatte, heute überleben weit mehr. Vielleicht war er ja um 21 Uhr auch betrunken als er zu Bett ging, Alkohol könnte die Giftwirkung beschleunigt haben. Gegen Skorpionstiche wird es wohl auch kein Gegengift in Paraguay geben.
    El doctor Miguel Ángel Cardozo, director médico de Instituto de medicina tropical refirió que “la araña Latrodectus mactans puede causar síntomas neurológicos, en Paraguay no tenemos casos fatales, pero si el paciente tiene una enfermedad de base, se dan manifestaciones cardiovasculares, intenso dolor, enfermedad renal por miositis, una inflamación a nivel de músculos que puede complicar y la gravedad depende del paciente”. Agregó que en nuestro país no tenemos el antídoto porque no se suelen ver manifestaciones graves pero puede ocurrir. (abc color)

    1. Noch mal zur Ergänzung: Die Schwarze Witwe Latrodectus mactans (wie im Text bei abc erwähnt) ist in Paraguay eigentlich nicht heimisch. Vorkommen: östliches Nordamerika, in anderen Gebieten eingeschleppt. Daher überhaupt nicht sicher, ob das diese Art war und nicht eine andere, einheimische Art. Letztlich weiß man mal wieder gar nichts, für die Klärung der Todesursache benötigt man eine richtige Obduktion. Zur echten Schwarzen Witwe liest man bei Wikipedia noch:
      Wegen der relativ geringen Menge des Gifts, das bei einem Biss in die Wunde übertragen wird, besteht für den Menschen selten Todesgefahr. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand stirbt, hängt von der gesundheitlichen Verfassung ab, ältere Menschen und Kinder können an dem Biss sterben. Vor Einführung der Behandlung mit Antiserum lag die Todesrate nach einem Biss bei fünf Prozent. Durch ein fallweise massenhaftes Auftreten und daraus resultierende häufige Bisse ist diese Spinne als Gifttier sehr bekannt geworden. Sie beißt aber nur, wenn sie gestört oder angegriffen wird. Gefährlich sind nur die Weibchen, die Männchen sind harmlos.
      https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdliche_Schwarze_Witwe

    2. Die nach der Liste einzige Art in Paraguay ist Latrodectus antheratus (Badcock, 1932), in Argentinien sind noch mehr Arten bekannt. Für alle gilt: Der Biss verursacht selten Todesfälle oder schwerwiegende Komplikationen.
      Das Serum wirkt wohl für alle Arten der Gattung?
      Artenliste: https://en.wikipedia.org/wiki/Latrodectus

  3. so tragisch, wie das für die Hinterbliebenen sein mag – stellt sich jemand die Frage, wieso es in der (Nähe) der Hauptstadt von Paraguay offenbar kein Gegengift für eine wohl doch nicht so seltene Spinnenart gibt ? War es wirklich die Spinne ? Hat man schon einen Test auf Covid gemacht ? Heut zu Tage stirbt man nicht an irgendwelchen kleinen Tierchen – es sei denn sie sind wirklich sehr (!) klein…

  4. Nach dem Tod des laut Famile vollkommen gesunden Mannes ist auch die gesamte Nachbarschaft in Panik geraten. Sie haben damit begonnen ihre Häuser gründlich zu reinigen und sind dabei wie nicht anders zu erwarten auf zahlreiche weitere Spinnen, z.T. ganze Nester, gestoßen, von denen viele genauso aussehen wie die Spinne, die den Tod bewirkt hat. Anhand diesen will man jetzt erst mal die genaue Art ermitteln. Haben wohl schon jahrelang unbemerkt mit den Spinnen zusammen gelebt und es ist nie was passiert. Jetzt macht man sich vor allem Sorgen über die Kinder. Das führt dazu, dass die Regierung jetzt wohl gezwungen ist zu handeln und die Latrodectus-Spinnen und einige (bis jetzt i.d.R. harmlose) Haus-Skorpione der Gattung Tityus genauer auf ihre Giftwirkung untersuchen will. Außerdem wird wohl in Zukunft Gegengift vorrrätig gehalten werden.
    Diese Spinnen und Skorpione sind landesweit in oder in der Nähe von Häusern, besonders in Gärten, verbreitet und sind was die Todeszahlen in der Bevölkerung angeht, ganz unten anzusiedeln, d.h. diesbezüglich so gut wie nie in Erscheinung getreten.
    Es wäre nicht verwunderlich, wenn man jetzt bei den folgenden Untersuchungen Arten in Paraguay entdecken würde, die bisher nur aus Argentinien bekannt waren, da die Forschung hier miserabel ist. Die Abbildung in abc color zeigt ein rotes Unterleibsmuster wie es bei Nr. 6 bis 10 vorhanden ist auf diesem Bild:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Abdominal.markings.of.latrodectus.from.northern.argentina.svg
    https://www.abc.com.py/nacionales/2020/12/26/vecinos-en-panico-por-muerte-producida-por-picadura-mortal-de-arana/

  5. Egal was für eine Spinne. Einem Politiker wäre das Gegengift per Hubschrauber oder Flugzeug geliefert worden, oder hingebracht in die spezialisierte Klinik, egal wo sie sich befindet. Jetzt sollte sich ein Rechtsanwalt finden und der Stadt anklagen, sodass sich so etwas nie wieder wiederholt.

  6. könnte die Redaktion nicht einen Artikel über Giftspinnen mit Bildern bringen?
    Wir haben gestern das Gästezimmer (1 Jahr unbewohnt) saubergemacht und viele Spinnen gefunden, z:B. sehr flache, aber große, graubraun gestreifte, aber nicht behaarte Spinnen. Rote Spinnen habe ich hier auch schon gesehen, aber, wenn ich mich recht entsinne, nicht mit einem roten kleinen Punkt versehen, sondern etwas großflächiger. Die Spinne selbst war klein.
    Taranteln erkennt man ja schnell, aber bei den anderen würde ich ganz gerne wissen, ob die giftig sind.Im Internet habe ich dazu nichts verwertbares gefunden.

  7. Der qualvolle Tod des “Spinnenbissopfers” berührt schon sehr,nur,hat er das Biest wirklich als solches zweifelsfrei bestimmen können? Ist er an, oder mit dem Spinnentoxin erkrankt? Wie erwähnt,auch Falschbehandlung und ein Mix aus diversen Medikamenten so wie Vorerkrankungen könnten zum Ableben geführt haben.
    Die Forderungen einiger Kommentatoren hier im WB ein Antiserum zu bevorraten gegen einen Spinnenbiss,den es
    hier noch nie gab,an anderer Stelle aber Massnahmen,wie Impfungen gegen eine ansteckende Krankheit ablehnen,ja
    sogar vehement verteufeln! Die Logik ????????

    1. @Ila, das geht ja wie das Pretzel backen.
      Mir wäre das zu blöd, ständig einen neuen Nick zu kreiren.
      Kennst Du eventuell den Unterschied zwischen Äpfel und Birnen ? Nich die Impfung ist das Problem – sondern der Zwang dazu ! Nicht die Notfallmaßnahme ist das Problem, sondern jemanden gegen seinen Willen etwas zu verabreichen !
      Wenn jemand keine Blutkonserve will, dann will er das nicht ! Wenn jemand keine Impfung will, dann will er das nicht !
      Wenn jemand irgendwann seine Meinung ändert, dann ist es eben anders ! Wo ist jetzt das Problem ?
      Wieso muß er sich immer wieder rechtfertigen ? Gehört Euch sein Körper – sein Leben ?
      Ihr seit doch das Problem – nicht der “Patient”

    2. Ausserdem geht es hier um einzelfälle. Darauf kann man vorbereitet sein. Gegen eine pandemie kann man eben nichts tun und sich daher auch nicht vorbereiten. Dieses virus ist nicht wirklich gefährlich und deshalb ist der status quo auch keine pandemie. Es ist ein künstliches theater um politische und wirtschaftliche maßnahmen durchzubringen, die normalerweise niemals akzeptiert worden wären.

  8. Das hier ist die gefährlichste Spinne Südamerikas, sie kommt auch in Paraguay in Häusern vor:
    https://es.wikipedia.org/wiki/Loxosceles_laeta
    deutsches Wikipedia ungenauer und mit weniger Informationen!
    Keine Panik, ist nachtaktiv und wenig bissfreudig. Todesfälle offenbar in Paraguay nicht bekannt, im Ursprungsland Chile schon.

  9. Dass die Schwarze Witwe im Paraguay heimisch sein soll ist mir neu. Traurig, dass man im Paragauy ab einem Biss einer kleinen Spinne sterben muss, zumal diesig Medizinmänner, -frauen und -* eine Woche Zeit hatten ihn zu behandeln. Aber soll ja unter Leitung des Gesundheitsmisters Calimero auch schon einer an Bienenstich gestorben sein, weil der einzige Arzt eines Distrikts, der als einziger Medikamente verschreiben darf, gerade in den Ferien verweilte. Ich mein, nix gegen Ferien, das muss auch ein Arzt einmal haben, aber etwas gegen die Fähigkeiten hiesig Amigo-Mysterien zu disponieren. Eines darf man aber erwarten im Paragauy: Kannst kein Feuerchen machen um deinen Müll anzuzünden, da kann dir von Kleinkind bis “Erwachsener” jeder Einheimische gekonnt helfen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

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