Nur zwei Löffel voll

Puerto Diana: Fast 11.000 Menschen wohnen im Departement Alto Paraguay. Von den insgesamt acht Gemeinden haben sechs kein Trinkwasser, Puerto Diana ist eine davon.

Ganz in der Nähe des Eingangstores des Grundstücks von Rumilda García und Aveiro Bernal befindet sich ein Wasserhahn. Man könnte annehmen, dass daraus Trinkwasser kommt. Doch weit gefehlt, es ist unbehandeltes Flusswasser. Dies war in den letzten Jahrzehnten auch kein Problem doch heutzutage bekommen viele Einwohner Durchfallerkrankungen, weil das Flusswasser kontaminiert sein soll. Nur wer Geld hat kann dagegen etwas unternehmen. Rumilda García hat glücklicherweise 45.000 Guaranies für 1 kg Aluminiumsulfat übrig, um aus Flusswasser Trinkwasser zu machen. Man braucht nur zwei Löffel voll auf 200 Liter zugeben, 45 Minuten warten und schon kann man es trinken. Diese Menge wird auch gebraucht, da die Frau neben ihrem Mann und drei Kinder auch zwei Schwestern mit im Haus leben hat.

Viele Leute im Dorf, rund 80 km von Fuerte Olimpo entfernt, haben nicht dieses Geld und bedienen sich weiterhin von dem Wasser des Río Paraguay. Auch Rumilda, die Lehrerin ist und Geld verdient, kocht nur einmal pro Woche Gemüse, da das Fracht- und Personenschiff Aquidabán nur einmal wöchentlich anlegt und alles sehr teuer ist.

Für die Politiker scheint der Ort nicht zu existieren. Selbst der Bürgermeister schafft es nicht eine Filteranlage zu installieren. Damit bleibt alles so, wie es schon 1950 war.

Wochenblatt / Abc Color

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