Asunción: Eine Veröffentlichung des Journalisten Benjamín Fernández Bogado hat die Debatte über die Zuverlässigkeit des Katasteramtes und die Landverwaltung in Paraguay neu entfacht. Der Publizist bezeichnete die Informationen in einer Tabelle des Nationalen Katasteramtes als „totale Katastrophe“. Er wies darauf hin, dass die dort registrierte Gesamtfläche die offiziell anerkannte territoriale Ausdehnung des Landes weit übersteigt.
Die Kontroverse entstand durch eine Übersicht, die mit Katasterdaten aus dem Jahr 2019 erstellt wurde. Darin sind die registrierten ländlichen Flächen aufgeführt, die auf den Namen von öffentlichen Einrichtungen, indigenen Gemeinschaften, binationalen Unternehmen, Staatsbanken und Privatbesitzern eingetragen sind.
Laut der verbreiteten Grafik beläuft sich die Gesamtsumme der registrierten Flächen auf 65.486.136 Hektar, was 654.861 Quadratkilometern entspricht. Die offiziell anerkannte Fläche Paraguays beträgt jedoch nur rund 406.752 Quadratkilometer.
Aufgrund dieses Unterschieds kritisierte Fernández Bogado (Beitragsbild) die Situation scharf und erklärte, dass das Land laut den Registern über 270.000 Quadratkilometer mehr Fläche aufweise, als historisch in Schulen und Kollegs gelehrt wurde.
„Totale Katastrophe. Nach den Daten des Katasteramtes hat Paraguay mehr Quadratkilometer als das, was wir in den Schulen gelernt haben und was bei 406.752 km² lag. Jetzt kommen wir auf über 270.000 mehr. Und das sind offizielle Daten. Ist der Riese erwacht?“, schrieb der Analyst in seinen sozialen Netzwerken.
Die Tabelle zeigt, dass die größten Flächen mit mehr als 7,3 Millionen Hektar auf Privatbesitz entfallen, während ein erheblicher Teil unter der Verwaltung von staatlichen Organen der Agrarreform, öffentlichen Institutionen und indigenen Gemeinschaften steht. Zudem tauchen Besitztümer auf, die Itaipú, Yacyretá, der paraguayischen Zentralbank (Banco Central del Paraguay), der Nationalen Entwicklungsbank (Banco Nacional de Fomento) und anderen offiziellen Behörden zugeschrieben werden.
Der Unterschied zwischen der tatsächlichen Staatsfläche und den im Kataster registrierten Hektaren bringt eine langjährige Diskussion wieder auf den Tisch: Es geht um Titelüberlappungen, historische Fehler bei Landvermessungen, Doppelregistrierungen und das sogenannte „unrechtmäßig erworbene Land“ (tierras malhabidas) – ein Problem, das seit Jahrzehnten von Experten, Bauernorganisationen und akademischen Kreisen angeprangert wird.
Agrarexperten haben wiederholt davor gewarnt, dass das Grundbuchsystem historische Unstimmigkeiten mitschleppt. Diese resultieren aus einer mangelnden Aktualisierung des Katasters, institutionellen Schwächen und Eigentumskonflikten, die es erschweren, die tatsächliche Menge des im Land registrierten Bodens präzise zu bestimmen.
Wochenblatt / El Nacional















