Paraguay: Nervosität zum Ende des Monats nimmt zu

Asunción: „Das Leben ist am Schwersten, drei Tage vor dem Ersten“. Getreu dem Spruch sind gewisse Personen leicht reizbar, weil die finanziellen Probleme sich zum Monatsende akkumulieren.

Je nach Höhe des Einkommens oder aber auch der Rente sind die letzte Tage vor dem Lohntag die an denen man sich am meisten Gedanken macht, wie man gewisse Steine aus dem Weg räumen soll. Da bei Paraguayern anscheinend immer mehr Monat als Geld übrig ist, gelten diese trotz ihrer Gelassenheit auch mal in Rage. Dies ist eindrucksvoll im Verkehr zu beobachten.

Erst gestern schlug ein Copaco Mitarbeiter ein Fenster eines Stadtbusses ein, weil dessen Fahrer seiner Leiter – auf der er stand – streifte. Obwohl diese Aktion sinnlos war, hielt es Armando Enrique Ortiz Silva nicht davon ab ganz nebenbei ein Dutzend Fahrgäste zu verschrecken. Aber auch in anderen Gegenden der Hauptstadt kam die allgemeine Ruhe abhanden, da erst am Freitag wieder Sauerstoff zum Atmen vorhanden sein wird.

Auch Hausangetellte, die wiedererwartend einen Vorschuss erbitten, zeigen, dass bald Monatsende sein muss. Meinen Sie auch mehr als Alltagspoesie in dem Spruch wiederentdeckt zu haben?

Wochenblatt

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7 Kommentare zu “Paraguay: Nervosität zum Ende des Monats nimmt zu

  1. Das Problem ist doch, daß die Menschen hier nicht mit Geld umgehen können. Haben sie Geld in der Hand, hauen sie auf den Putz, geben alles im Eiltempo wieder aus (meist für überreichliches Essen und Trinken) und verschulden sich bis zum Gehtnichtmehr. Wer Angestellte hat, kann davon ein Lied singen. Ständig kommt das Personal und jammert einem den Kopf voll, daß das Geld nicht reichen würde. Dann bitten sie um einen Vorschuß, der meist nie zurück bezahlt werden kann. Besteht man hartnäckig auf Rückzahlung des Vorschußes, bzw. Verrechnung mit dem nächsten Lohn, ist der Frieden dahin. Dann ist man der böse, kaltschnäuzige Arbeitgeber. Meine Erfahrung: Man gebe NIEMALS einen Vorschuß! Nur mit Konsequenz dieser Haltung bleibt der Friede gewahrt.

    1. Man gebe eine Paraguayer NIEMALS einen Vorschuss! Das ist vollkommen richtig und unbedingt einzuhalten. Vor allem dem Alemand de mierda, der eh genug Plata hat, braucht man das nicht zurück zu bezahlen. Und wenn noch viel Arbeit vorliegt, aber schon genügend Vorschuss abgeholt wurde, so erscheint man einfach nicht mehr zur Arbeit. Dann kann man sich den nächsten dipl. Handwerker holen und es kommt unter dem Strich sehr teuer, die Kinderarbeiten.

  2. Ja, Ende Monat werden die Streichhölzer langsam knapp und der Haufen mit Windeln, gebrauchtem WC-Papier, Plastik, Bierbüchsen, Sparlampen, Glas, Ratten und sonstig Brennbares im Vorgarten türmt sich auf. Da ist manch einer glücklich wenn der Zahltag endlich kommt und man sich mit seinen Kindern wieder seinen Lebensgewohnheiten frönen kann und zwei Meter neben dem brennenden Müllhaufen seinen Grill und seine E-Stereo aufstellen kann und das tut, was man am liebsten macht.
    Naja, auch ich bin glücklich, wenn der Zahltag kommt. Dann kann ich Müllabfuhr bezahlen und muss nur noch den Gestank und Lärm meiner Nachbarn ertragen. Mein Müll wird wenigstens in den Jungel gekippt. Aus den Augen aus dem Sinn.
    Aber barato die Müllabfuhr, da bräuchte ich mich gar nicht zu beklagen, müsste ja keine bezahlen und könnte mir auch ein Pack grati Billig-Polar-Bier leisten. Jeden Monat.

  3. Was soll der Käse!
    Man kann sih doch das Geld einteilen.Buch führen für was verschwindet das Geld.
    Tabelle anlegen
    Spalte1:“Einnahmen“ Spalte2:“feste Ausgaben.“ Spalte 3:“Andere Ausgaben,Kreditkarte,Lebensmittel usw.“Spalte4:“Rest Geld“ Von diesen Rest werden30% zurück gelegt.Kriesenvorsorge,Reparaturen, Anschaffungen,Krankheit,Urlaub usw.
    Ein Buch führen deshalb,man sieht was gespielt wird.PC/Handy braucht man da nicht!Man behaltet die Übersicht.Überraschungen gibt es da nicht!

    1. Kann „man“ halt nicht, weil es keiner gelernt hat, und nicht nur das.
      Eine Geschichte die ich mehrmals erlebt habe:
      Frau im Supermarkt vor mir an der Kasse.
      Alles ist eingebont, nun ist vom ihrem 100.000 ter noch etwas übrig. Dann gehts zu diesem Regal, dann zu jenem und zum Schluss wird der 100.000 ter noch mit ein paar Bonnbons glatt gemacht.
      Mir kommt das vor wie süchtiges Verhalten.

  4. Hat ja auch alles nichts mit künstlicher Verknappung, Schuldenaufbau und Endeignung zu tun, nein, niemals. Der Export von Gütern ins Ausland, um dann deren Produkte zu exportieren, ohne den Gedanken an den Aufbau einer eigene, flächendeckenden Infrastucktur natûrlich auch nicht. Aber jeder weis, wie man mit Geld umzugehen hat, hahaha… Rothschild und Co. lachen sich bei soviel Unwissen regelrecht ins Fäustchen.

  5. Ich weiß ja nicht, wie das bei anderen Menschen ist.
    In unserer Familie wurde jedenfalls schon uns Kindern beigebracht, daß man nur das Geld ausgen kann/darf, das man hat.
    Auch lernten wir auf Wünsche sparen, Ratenkauf oder Kredite waren tabu.
    @Wolfgang
    ganz genau.
    Ein Haushaltsbuch ist nützlich und hilft dabei, sich das Geld einzuteilen, da man genau weiß, welche Summe zur freien Verfügung steht.
    Ich kenne den Spruch so: Das Leben ist am schwersten, vom Zweiten bis zum Ersten.
    Das trifft wohl auf die meisten Menschen hier zu.
    Am Tag nach Erhalt des Lohns wird erstmal auf den Putz gehauen, das Geld für allerlei Unnützes ausgegeben und am zweiten Tag braucht man dann schon den adelantado.

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