Paraguayer in Deutschland zwang die Pandemie zum Umdenken

Berlin: In Deutschland lebende Paraguayer fühlen sich von der Regierung beschützt und nicht als Ausländer diskriminiert. Sie teilten jedoch ihre Besorgnis darüber, was in Paraguay passiert.

Viele von ihnen mussten sich neu erfinden, um weiter zu überleben, während andere im Gegenteil eine Überlastung der Arbeit hatten.

Dies ist der Fall bei Mercedes Ortiz, die in einem Berliner Pflegeheim arbeitet. „Ich musste viele Überstunden machen. Heute will fast niemand diesen Job für die geringe Bezahlung machen“.

Alberto Sánchez hingegen ist Harfenspieler und lebt seit 9 Jahren in Hamburg. Er kam mit seinem Schwiegervater auf eine Idee, die ihm weiter Einkünfte bescherte. „Da man in keinem Theater oder auf Festivals spielen konnte, haben wir angefangen, in Gärten und Innenhöfen, in Parks oder auf der Straße zu spielen. Die Leute kamen zu ihren Balkonen oder Fenstern, um unser Konzert zu hören. Im Gegenzug dafür erhielten wir sehr großzügige Trinkgelder, die sie von den Balkonen fallen ließen“, sagte er und fügte hinzu, „wenn Sie als Bürger Ihrer Verpflichtung nachkommen, ihre Steuern zahlen, sich in die Gesellschaft integrieren und nicht in Schwierigkeiten geraten, funktioniert alles sehr gut“.

Rodrigo Franco, der seit fünf Jahren das Restaurant „La Despensa“ in der deutschen Hauptstadt führt, sagte, „dass er trotz der Tatsache, dass sein Geschäft aufgrund der Krise teilweise geschlossen blieb, dank der staatlichen Unterstützung keinen Mitarbeiter entlassen musste. „Mehr als je zuvor sah ich die Notwendigkeit eines sozialen Systems, um voranzukommen“, so Franco.

In Deutschland bekommt jeder der es nötig hat ein Mindesteinkommen zum Überleben, das bei Bedarf durch staatliche Beihilfen ergänzt wird.

Aufgrund der Coronavirus-Krise hat die Regierung ein System geschaffen, bei dem die soziale Sicherheit einen Teil des Gehalts der Beschäftigten von Unternehmen übernimmt, die geschlossen bleiben. Die Maßnahme kommt laut der Arbeitsagentur 7,3 Millionen Arbeitnehmern zugute.

Franco musste auch sein Geschäft neu erfinden und sein Restaurant arbeitet heute „wie eine paraguayische Despensa“, die sogar Fahrradartikel anbietet.

Die Kulturvermittlerin Aurora Molina, die seit 20 Jahren in Berlin lebt, äußerte sich besorgt über Paraguay. „Ich lese die Nachrichten über unser Land und fühle enorme Traurigkeit und Hilflosigkeit. Wie viel Korruption, wie viel Ungleichheit, wie viel Leid. Das paraguayische Volk war immer das Waisenkind guter Politiker. Hoffentlich werden stimmen wir das nächste Mal für eine Änderung“, sagte sie.

Alle von uns befragten Personen stehen entweder auf der Warteliste oder haben den Impfstoff bereits erhalten.

Nach Angaben der paraguayischen Botschaft in Deutschland leben mehr als 4.000 Paraguayer im Land, obwohl Schätzungen zufolge viele nicht registriert sind.

Wochenblatt / Última Hora

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7 Kommentare zu “Paraguayer in Deutschland zwang die Pandemie zum Umdenken

  1. Nie im Leben würde ich jemanden ernst nehmen können der so blöde ist und nach „Europa“ zieht… „Lass sie reden denn sie haben keine Ahnung!“

  2. Petra Lauer

    Die soziale Hängematte finden alle toll. Ansonsten ist Deutschland ja soooo rassistisch. Aber diese Leistung nehmen vorwiegend genau diese Leute in Anspruch die ansonsten kein gutes Wort für Deutschland und die Deutschen übrig haben.

  3. Petra Lauer

    Liebe Redaktion des Wochenblattes ich hätte eine Frage an Sie. Wie lange dauert es im Normalfall bis ein Kommentar bei ihnen freigeschalten wird? Mir fällt seit Wochen auf das entweder gar nichts an Freischaltung passiert oder das der Kommentar auf „wartet auf Freischaltung“ gesetzt wird und dann verschwunden ist. Meine Kommentare sind weder rassistisch noch beleidigend und daher wundert es mich doch sehr????

    1. Guten Tag. Das liegt daran, dass wir keine von Ihnen erhalten haben bzw. alle erhaltenen freigeschaltet sind, wie der von 06:25 Uhr. Sie sind nicht bei uns angekommen. Beste Grüße

  4. Warum so spitz kommentieren…?
    Ein Paraguayer der in Deutschland lebt, wird Deutschland immer oder zumindest meistens als recht gut empfinden, denn er sieht es mit seinen Augen, mit seinem Blick.
    Nichts anderes tun wir, die Deutschen, wenn wir hier leben, in Paraguay, was auch nur die wenigsten Paraguayer verstehen.
    Ach ja, beide haben da das richtige Empfinden, keiner liegt damit falsch, die typische “ Deutsche Besserwisserei „, weiß es natürlich besser.

  5. Anstatt hier rumzumosern sollten wir doch alle stolz darauaf sein, dass ein Paraguayer in Deutschland die Pandemie zum Umdenken zwang.