Beirut: Vor weniger als zwei Monaten wurde ein Botschafter für den Libanon ernannt und entsandt. Nun ist er seinen Posten los, anscheinend weil er eine geordnete Übergabe samt Dokumente und Werte einforderte, bevor die Arbeit planmäßig aufgenommen werden kann.
Weniger als zwei Monate nach seinem Amtsantritt als Botschafter im Libanon ist der Diplomat Osvaldo Adib Bittar Vicioso am vergangenen Montag aufgrund von Differenzen mit der Verwaltungsleitung des Außenministeriums zurückgetreten.
Die Exekutive erließ daraufhin gestern ein Dekret, mit dem seine Funktion als Botschafter beendet wurde. Im Libanon bezog er 9.199 US-Dollar (Kategorie D32) und zurück in Paraguay erwartet ihn erneut Kategorie B86 mit 15.000.000 Guaranies monatlich.
Der stellvertretende Außenminister, Alfredo Verdún, erklärte, dass es sich um eine Entscheidung der Regierung handele, da Botschafter Bittar nicht die von einem Botschafter erwarteten Standards erfüllt habe.
„Er hat die Anweisungen des Ministeriums, angemessen auf die Bedürfnisse der Staatsangehörigen des Landes in einer hochsensiblen Region zu reagieren, nicht beachtet, was sogar zu einem unzureichenden Funktionieren der diplomatischen Vertretung im Libanon geführt hat“, erklärte der stellvertretende Außenminister.
Laut Bittar gab es zunächst Meinungsverschiedenheiten über die administrative Überprüfung, die laut Verordnung bei Amtsantritt eines neuen Missionsleiters durchgeführt werden muss, um die Verantwortlichkeiten in Bezug auf die Handlungen seines Vorgängers im Amt zu klären.
Seiner Meinung nach sollte dieses Verfahren durchgeführt werden, bevor Pässe und andere Dokumente unterzeichnet werden.
Bittar trat das Amt des Botschafters am 31. Juli an und legte am 14. August Kopien seines Beglaubigungsschreibens vor. Zu Beginn seiner Mission stand er in Kontakt mit dem stellvertretenden Außenminister Victor Verdún und mit Juan Alberto Baiardi, dem stellvertretenden Minister für Verwaltung und technische Angelegenheiten.
Letzterer ist derjenige, der direkt mit den diplomatischen und konsularischen Vertretungen zusammenarbeitet. Sie sagten ihm, er sei bereits im Amt und solle die Passausgabe autorisieren.
Bittar beharrte jedoch darauf, dass er dies nicht tun könne, ohne zuvor die in der Resolution N° 586/2019 des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten festgelegte administrative Übergabe zu beachten, die sich auf die Entgegennahme von Dokumenten, Werten und Vermögensgegenständen von der zuständigen Person bezieht. Anscheinend wollte er in keine Falle treten und in Asunción ordnete man an die eigenen Regeln nicht zu beachten.
Wochenblatt / MRE













