Santiago Peña und die Elite der Colorado Partei

Asunción: Der Versuch einen Minister des neuen Kabinetts zu finden, der aus dem nahen Umfeld des neuen Präsidenten stammt, wird nicht leicht. Ein weiterer Ex-Minister von Cartes wird nun erneut in die Elite-Liga gerufen, obwohl sein Auftritt bis März 2017 kläglich war.

Der ehemalige Innenminister Miguel Tadeo Rojas (Beitragsbild) aus der Ära Horacio Cartes wurde vom designierten Präsidenten Santiago Peña als neuer Leiter des Ministeriums für soziale Entwicklung bestätigt.

“Ich habe Miguel Tadeo Rojas gebeten, das Amt des Ministers für soziale Entwicklung zu übernehmen, um dafür zu sorgen, dass kein Paraguayer hungern muss”, sagte der künftige Präsident in seiner audiovisuellen Ankündigung und fügte hinzu, dass seine Aufgabe darin bestehen werde, “alle Programme der Regierung zur Unterstützung der Schwächsten zusammenzuführen“.

Rojas war vom Oktober 2016 bis zum 1. April 2017 Innenminister, als ihn Cartes wegen des Todes von Rodrigo Quintana und dem Brand des Kongresses entließ. In der Nacht vom 31. März zum 1. April überließ es Rojas jedoch Cartes und seinen Sekretären der Polizei Anweisungen zu geben, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Vorausgegangen war ein Versuch sich verfassungsunrechtmäßig eine Wiederwahl als Präsident zu sichern.

Mehr als sechs Jahre später bleibt der Fall ungestraft und ohne Fortschritte bei der Staatsanwaltschaft. Mehrere Teile der Gesellschaft beschuldigen Horacio Cartes und sein engstes politisches Team, den uniformierten Beamten den Befehl zum Einbruch in die Zentrale der Liberalen Partei (PLRA) gegeben zu haben.

Tadeo Rojas ist ein sehr aktiver Colorado. Er stammt aus Caacupé, ist verheiratet, hat fünf Kinder und hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft.

Er kandidierte für das Amt des Gouverneurs des Departements Central, war Mitglied des ANR-Konvents, Präsident des Rates der Parteibürovorsitzenden des Departements Central, Präsident der ANR Parteibüros N° 101 (2001 bis 2011) und Mitglied des Gouverneursrats.

Er war Nationaler Direktor für Verkehr (Dinatrán); Bediensteter des Nationalen Sekretariats für Verkehr der Metropolregion und Asunción (Setama); Sekretär des Rates des Nationalen Sekretariats für Verkehr der Metropolregion und Asunción (Setama für Amuam).

In der Privatwirtschaft wurde er Präsident des Club de Leones de Areguá, Mitglied der Jugendkammer von Areguá, Vizepräsident der Junta de Saneamiento de Areguá und arbeitete als Redakteur von VTR auf Canal 13.

Wochenblatt / Abc Color

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6 Kommentare zu “Santiago Peña und die Elite der Colorado Partei

  1. Es gab keinen Versuch, sich auf verfassungswidrige Weise die Wiederwahl als Präsident zu sichern. Die Gesetzesänderung wurde von Lilian Samaniego eingebracht. Und die Bürger haben das einzig Richtige getan. Sie haben den Politikern gezeigt, dass sie strikt dagegen sind. Dass dabei ein Bürger ums Leben kam, ist bedauerlich. Die ständigen Anschuldigungen der Geisterzeitung Abc gegen Cartes sind durch nichts bewiesen. Der Einfluss von Abc wird immer geringer, wie die Wahlen gezeigt haben. Der Bürger durchschaut das böse Spiel, das manchmal nichts mehr mit Journalismus zu tun hat.

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    1. Stehen Sie eigentlich auf der Zuschußliste von Cartes als dessen Propandist unter Zugewanderten? Ihre permanente Cartes-Propaganda und Verherrlichung der Colorados schlechthin ist doch mehr als auffällig. Jedenfalls haben Sie NULL-AHNUNG von demokratischen Regeln und scheinen aus der Zeit gefallen zu sein. Mit Ihrem Fanatismus wären Sie ganz bestimmt ein guter Mitläufer in jeder Diktatur.

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  2. Gerichtsmediziner Aldo von Knoblauch

    Tja, seufz, mit solchen geht es weiter mit viel zum Hungern fürs Volk und viel zu Fressen für die Colorado-Partei. Mit etwas Glück, wenn sie sich in der Korruption vollgefressen haben, werfen sie dem Paragauy Comun doch noch ein paar Krümel, Steichhölzl und leere Billigpolarbierbücksenvor die Füße. Bezahlt aus internationalen Kredite. Damit die Enkel auch noch etwas davon haben werden. Es ist Krieg, zwischen unseren abtretenden Verwaltern, die 2,6 Milliarden US$ (1,6 + 1 Milliarden US$ aus zwei verschiedenen Verschuldungen, davon vorhanden ist noch genau 0 Milliarden US$) zur Überbrückung des Uhu-Viru-V2.x-Zeitalters haben verschwinden lassen und den neuen Verwaltern, die natürlich zeigen werden, dass sie dat noch vor dem Frühstück hin bekommen werden. Hierzulande braucht man ja vor gar nix Scham zu haben. Je offensichtlicher und schamloser desto gscheiter Grins auf dem Diente de Stockzahn. Da schart sich wieder die ganze Verbrecherkartei, aber wer hätte dat gedacht, nach der Wahl der Pestpartei. Übrigens ist der Kandidat – Herr Fröhlich – von der Cholerapartei nicht nur Zweiter geworden, sondern zum dritten Mal Zweiter geworden. Dann sind wir ja mal gespannt, ob er in fünf Jahren noch einmal antritt, um ein viertes Mal Zweiter zu werden. Scheint da etwa ein Abmachung zu bestehen. Nö, solange es für alle lohnt. Hierzulande “bitten” sie sich gar um Korruptie-Amigo zu werden. Wenigstens diplomatisch ausgedrückt. “Hey Theo, los geht großes Fressi-Fressi. Bist dabei?” “Jupp, wenn schon bittest mich so nett. Da ich doch bin dabei afull”.

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  3. Pena hat ohnehin nichts zu sagen. Er ist doch nur die Handpuppe, manche meine das Schoßhündchen, von Cartes. In Wirklichkeit heißt der Präsident Cartes, der ganz offen ausspricht, daß er es ist, der bestimmt wo es lang geht. Diese künftige Regierung ist eine einzige Farce, ein Demokratie-Schmierentheater und nicht mehr. Und nun basteln die Colorados, besser die Cartisten, an einer neuen Verfassung. Selbstverständlich maßgeschneidert auf die Vorstellungen und Wünsche von Cartes, unter ‘Ausschluß gesellschaftlicher Organisationen, der Kirchen – und wie könnte es anders sein, des Volkes. Eine Volksabstimmung über den Colorada-Entwurf ist offensichtlich nicht vorgesehen, zumindest habe ich darüber noch nichts gehört oder gelesen. Sollte die Colorado-Verfassung tatsächlich Realität werden, dann ist die Macht von Cartes vollkommen.

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  4. Nicht zu vergessen ist auch, dass unter seiner sehr kurzen Zeit als Innenminister die EPP auch weiterhin ihre Blütezeit hatte. Nicht NUR bei ihm, denn unter Cartes wurden gefühlt jede drei Monate ein Mennonit entführt.
    Es ist jedenfalls gruselig, wie krass offensichtlich Cartes die Ministerentscheidungen führt. Und anders als 2013 gibt er dieses Mal wirklich nur strammen, ihn loyalen Colorados die Posten.

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