Villarrica: Schlaflose Nächte, massiver Stress und pure Angst: Die Bewohner des Viertels Arasy Poty in der Hauptstadt von Guairá kämpfen gegen den Krypto-Riesen Bitfarms. Am 6. April fällt die Entscheidung vor Gericht – doch die Anwohner fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.
Was im Juni 2024 als Beschwerde bei der Stadtverwaltung begann, ist mittlerweile ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Ein offizielles Gutachten bestätigte bereits: Die Lärmpegel der Mining-Farm sprengen alle zulässigen Grenzwerte. Nun steht der Geschäftsführer von Bitfarms, Juan Ignacio Marcillo, wegen Luft- und Lärmbelästigung vor Gericht. Nachdem der Prozess im Dezember verschoben wurde, steigt die Spannung vor dem neuen Termin im April.
16.000 Maschinen im Dauereinsatz
Die Dimensionen des Mining-Standorts in Villarrica sind gigantisch:
-Maschinenpark: Von ursprünglich 14.000 wurde auf über 16.000 digitale Mining-Einheiten aufgestockt.
-Stromrechnung: Das Unternehmen zahlt monatlich rund 1 Million US-Dollar an die ANDE.
-Lärm-Terror: Anwohner berichten, dass der Lärm nach einer sechsmonatigen Pause nun “lauter als je zuvor“ zurückgekehrt sei.
Mysteriöser Dampf und Brunnen-Raubbau?
Neben dem unerträglichen Dröhnen werfen die Nachbarn dem Unternehmen weitere Umweltvergehen vor:
-Emissionen: Aus den vier riesigen Hallen tritt ein permanenter Dampf aus, dessen Zusammensetzung und Auswirkung auf die Gesundheit ungeklärt sind.
-Wasserverbrauch: Die Bitfarms nutzt offenbar vier artesische Brunnen zur Kühlung, laut Anwohnern ohne die erforderlichen Umweltverträglichkeitsstudien.
Verrat durch die Politik?
Besonders bitter für die Betroffenen: Während sie um ihre Gesundheit kämpfen, änderte die Stadtverwaltung im Juli letzten Jahres die Flächennutzung (Verordnung 27/2024). Das einstige Industriegebiet wurde in ein “gemischtes Gebiet“ umgewandelt – ein strategischer Schachzug, der den Betrieb der Mining-Farmen legal absichern könnte, während die Anwohner direkt daneben wohnen bleiben.
Wochenblatt / Vision Comunicaciones















