Spargelanbau in Paraguay

Es gibt sicherlich in Paraguay allerhand zu entdecken, Positives wie aber auch Negatives, bei den kommenden Reportagen wie auch Restaurantkritiken, in nicht fester Reihenfolge, am Sonntag, wollen wir versuchen beide Adjektive abzudecken, es gab auch nicht so Schönes zu berichten wie der Fall Heinz, das gehört nun mal leider ebenso zu den Themen in einer Berichterstattung.

In erster Linie hat das Bild vom weißen Spargel in einem Blog dazu geführt, Kontakt mit Sabine Brunkhorst und Michael Helfrich zu suchen, die ein 8 Hektar großes Grundstück in Chololo bewirtschaften. Die Farm nennt sich Granja Sami und liegt zwischen Pirebebuy und Paraguari, im Departement Paraguari.

Vor etwa zwei Jahren begann die Geschichte der Auswanderung von Sabine Burkhorst und Michael Helfrich, sie kauften das Areal einem Deutschen ab und anfangs mussten umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, bis überhaupt einmal an ein adäquates Wohnen zu denken war.

Helfrich erzählte: „Wir sind an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen. Unser Vorbesitzer hatte den Wasserzähler manipuliert, bis dieser eines Tages ausgewechselt wurde. Dann stellte ich fest, dass wir am Tag über 2.000 Liter Wasser verloren. Die Suche nach dem Leck begann, aber es war unmöglich es aufzuspüren, ich fand keinen Wasserschaden im Haus, auch am gedachten Verlauf der Leitung war keine nasse Stelle am Boden zu finden. Es gab keine andere Lösung, als vom Wasserzähler bis ins Haus eine neue Leitung zu verlegen, nun haben wir keine Probleme mehr“. Erwähnenswert dabei ist auch noch, dass sie keinen Pufferspeicher in Form eines Tanks oder Zisterne besitzen, der öffentliche Wasseranschluss funktioniert so gut wie reibungslos, und das in Paraguay.

Nur ein Beispiel von Unzähligen. Sabine kommt aus der Gastronomiebranche und legt ihren Schwerpunkt auf die Gästebewirtung, dazu wurde ein Bungalow für Touristen renoviert und im Haupthaus ein Nebentrakt ebenfalls für Besucher hergerichtet.

Helfrichs Vergangenheit hat sich größtenteils im Agrarbereich vollzogen, und wie sollte es anders sein, vor allem beim Spargelanbau. Über 30 Jahre hatte er eigene Kulturflächen, pachtete aber parallel mehrere hundert Hektar dazu und baute darauf Spargel an. Seine Abnehmer waren unter anderem Großkonzerne wie Edeka und Aldi, der Betrieb wird weiterhin in Deutschland von seinen Familienangehörigen geführt, er selber fliegt einmal im Jahr dorthin, um nach dem Rechten zu sehen.

1.Ernte_

In Paraguay fing Michael Helfrich an, auf einer Versuchsfläche Samen der besten Spargelsorten auszusäen. Er gedeiht eigentlich auf vorwiegend lockeren, sandigen, nicht zu feuchten Böden, kann aber prinzipiell auf jedem Boden angebaut werden. Das Vorziehen mit Samen ist eine aufwendige Methode aber sie zeigte ihre ersten Früchte. Heute, nachdem die Versuche abgeschlossen sind, wurden auf etwa 3 Hektar Fläche Spargelpflanzen eingesetzt, die aber natürlich ihre Zeit bis zur Ernte brauchen.

„Drei Jahre sind eigentlich vonnöten, bis die erste Ernte erfolgen kann, hier ist das Klima aber anders, also geht es auch schneller, aber nur unwesentlich. Problematisch ist es auch, den richtigen Zeitpunkt zu finden, in Deutschland wird nach dem Frost geerntet, hier gibt es fast keinen. Ich habe aber schon einen kleinen Teil geerntet, und Ende des Jahres kommt wieder ein Ertrag, der aber noch zu gering für eine Vermarktung ist, das dürfte nächstes Jahr mehr werden“, sagte Helfrich.

Er fügte an, wichtig sei es, Geduld zu haben, wenn zu früh geerntet werde, sind die Stangen zu dünn und bleiben so für immer, also lieber etwas warten und dann ist der Spargel auch dicker, aber der Zyklus bis zur Erntereife sei schon kürzer als in Deutschland. Nebenbei baut er viele Gemüsesorten an, wie Gurken, Tomaten, Bohnen, Salat und weitere, auch Kräuter sind dabei. Er hat sich zusätzlich auf Rinder- und Schweinemast spezialisiert, die Tiere werden mit Maische gefüttert, so erreichen diese schneller ihr Schlachtgewicht.

Im Zuge dessen finden auf der Granja Sami die unterschiedlichsten Events statt, schon fast legendär ist das Spanferkelessen in ungefähr vierwöchentlichen Abständen. In etwa 20 bis 30 Personen werden verköstigt, umrahmt mit Musik, auch ein Harfenspieler aus der legendären Gruppe Los Paraguayos ist schon aufgetreten. Die Preise für Essen und Getränke sind moderat und bewegen sich, im Verhältnis betrachtet, eher im unteren Bereich. Interessant ist dabei auch, dass sich Kulturen aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Österreich und Paraguay bestens untereinander verstehen und anregende Gespräche führen.

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Sicherlich sind einige Besucher ein anderes „Spanferkelessen“ gewöhnt, so wurde hinter vorgehaltener Hand gemurmelt: „Normalerweise wird das ganze Ferkel auf einem Drehspieß gegart, was sicherlich mindestens 8 Stunden in Anspruch nehmen kann und dann tranchiert wird.“ Hier wurden alternative Methoden angewendet, um portionsweise das Fleisch schneller gar zu bekommen, es tut dem ganzen Prozedere keinen Abbruch, allein die Qualität zählt.

Auf der Ranch sind auch Pferde vorhanden, die für Ausritte in die Umgebung verwendet werden können, insgesamt gesehen, ein vielseitig aufgebauter Betrieb, der aber immer nach weiteren Möglichkeiten sucht.

Hier finden Sie die Internetseite der Granja Sami, in Facebook werden die aktuellen Veranstaltungen bekannt gegeben.

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