Sprit-Frust vs. Wirtschaftskrise: Das bizarre Reise-Paradoxon des Jahres

Encarnación: Während der Busbahnhof in der Hauptstadt Asunción unter dem Ansturm der Reisenden fast zusammenbrach, bot sich am Terminal von Encarnación ein völlig anderes Bild: Wo früher geschäftiges Treiben und zusätzliche Sonderbusse den Takt angaben, herrschte in dieser Karwoche eine fast schon beängstigende Ruhe.

Der Buenos-Aires-Effekt bleibt aus

Besonders schmerzhaft für den Transportsektor war das Ausbleiben der Landsleute aus Argentinien. Traditionell war die Karwoche die Zeit, in der tausende Paraguayer aus Buenos Aires in ihre Heimat zurückkehren. Doch 2026 war alles anders: Zum ersten Mal seit Jahren mussten die Fernbusunternehmen keine Verstärkungen einsetzen. Die Wirtschaftskrise und die hohen Reisekosten scheinen die Sehnsucht nach der Heimat besiegt zu haben.

Nur lokaler Pendelverkehr rettet die Statistik

Was an Aktivität übrig blieb, war rein regionaler Natur. Reisende in den Nordosten des Landes oder nach Yuty bestimmten das Bild, doch sie können die Lücke, die die internationalen Fernreisenden hinterlassen, bei weitem nicht füllen. Das Gesamtaufkommen lag weit unter den Erwartungen für einen der wichtigsten Feiertage des Jahres.

Wirtschaftsfaktor Karwoche in Gefahr

Branchenvertreter sind alarmiert. Während die hohen Spritpreise in Asunción die Menschen in die Busse getrieben hatten, scheinen die gleichen wirtschaftlichen Faktoren (gepaart mit der Inflation in Argentinien) die wichtige Route Buenos Aires–Encarnación lahmgelegt zu haben. Ohne die Einnahmen aus dem Ostergeschäft blickt der paraguayische Transportsektor in eine ungewisse Zukunft.

Wochenblatt / Mas Encarnación

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