Asunción: Wer braucht schon transparente Haushaltspläne, wenn man den staatlichen Geldbeutel einfach in eine private Versorgungsstation für Parteisoldaten verwandeln kann? Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Präsidenten des Kongresses, Basilio „Bachi“ Núñez, offiziell ins Rollen gebracht. Im Fokus stehen saftige Extrazahlungen, überhöhte Gehälter und eine massenhafte Anstellung von fast 800 neuen Bediensteten unter äußerst dubiosen Umständen.
Während der kleine Bürger von Inflation und Steuern erdrückt wird, scheint im Parlament ein munteres Scheine-Verteilen im Gange zu sein. Laut den vorliegenden Berichten strömten hunderte neue Mitarbeiter in den Apparat – viele davon bestens politisch vernetzt, aber oft ohne jegliche Ausschreibung oder adäquate Qualifikation, dafür aber mit üppigen Gehältern, die man im regulären Arbeitsmarkt lange suchen muss.
Während sich Herr Núñez – wie gewohnt unbeeindruckt – gibt und beteuert, er stehe „stets zur Verfügung“, summiert sich der potenzielle Schaden für die Staatskasse auf astronomische Summen von zig Milliarden Guaraníes. Ein klassischer Fall von politischer Selbstbedienung: Wer an den Hebeln der Macht sitzt, schafft sich eben seine eigene Wohlfühl-Oase,während der Steuerzahler die Zeche zahlt.
Wochenblatt / El Nacional














