Steuern auf die Soja?

Das Steueraufkommen Paraguays gründet sich vor allem auf die Umsatzsteuer (IVA), zusammen mit Konsumsteuern (Impuesto Selectivo al Consumo) bilden die indirekten Steuern mit 64,2% den Löwenanteil.

Für den Ökonom Julio Ramirez vom Wirtschaftsforschungsunternehmen Cadep müsste der Staat da zur Kasse bitten wo das große Geld verdient wird, in der Vergangenheit waren dies hauptsächlich die Landwirtschaft, allen voran die Sojaproduktion und die Viehzucht. Selbstverständlich sollten hier nur Gewinne besteuert werden, somit wäre bei der diesjährigen Marktsituation wenig Einnahme aus dem Getreidesektor zur erwarten, der aktuell ein schwieriges Jahr hat, historisch gesehen fließen hier aber Milliarden am Finanzamt vorbei.

Insgesamt ist die Steuer auf landwirtschaftliche Aktivität (Imagro) für weniger als ein Prozent des Steueraufkommens ursächlich, während allein mit dem Export von Agroerzeugnissen 20% des Bruttoinlandsproduktes verdient werden. Auch ist der Sektor größtenteils von der Umsatzsteuer befreit. Von den 1,943 Milliarden USD, entsprechend 53,88%, welche die IVA ausmacht, entfallen nur 3,6% auf den Agrarbereich.

Auf der anderen Seite stehen die Ertragssteuern (Impuesto a la Renta), die 20,8% der Einnahmen auf sich verbuchen, hiervon werden wiederum 90% durch Industrie, Handel und Dienstleistung generiert und nur 7,7% entfallen auf die Landwirtschaft.

Insgesamt fließen 60 Millionen US-Dollar aus dem Agrarbereich an den Fiskus. Zurzeit ist mal wieder das Parlament damit beschäftigt, über eine Steuer auf Getreideerzeugnisse zu beraten. Würde diese eingeführt, was schon oft diskutiert und verworfen wurde, kämen allein durch direkte Gewinnsteuer auf die Soja mindestens 80 Millionen USD Mehreinnahmen dazu, bei vernachlässigbaren Kosten der Administration, die allzu oft neue Steuerarten wieder neutralisieren, erklärt Ramirez.

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