Studie zeigt: Höheres Bildungsniveau und bessere Lebensbedingungen bei Paraguays Migranten

Asunción: Die Migration in Paraguay zeigt einen Strukturwandel: Während die internationale Auswanderung an Kraft verliert, haben sich die internen Bevölkerungsbewegungen diversifiziert. Es entstehen neue Anziehungspunkte abseits der traditionellen Ziele. Dies geht aus dem Bericht “Interne und internationale Migration“ hervor, der auf Daten der nationalen Volks- und Wohnungszählung 2022 basiert.

Die Studie zeigt, dass Departements wie Misiones, Amambay, Alto Paraná und Cordillera mittlerweile positive Migrationssalden verzeichnen, was eine territoriale Neugestaltung der Mobilität der Bevölkerung widerspiegelt. Aus dem Dokument geht hervor, dass im Jahr 2022 genau 20,2 % der paraguayischen Bevölkerung in einem anderen Departement lebten als dem, in dem sie geboren wurden, während 2,6 % in einem anderen Land geboren wurden.

„Der Rückgang der internationalen Auswanderung geht mit einer Neuzusammensetzung der internen Migrationsströme einher“, heißt es in dem Bericht. Weiter wird dargelegt, dass dieses Phänomen “die Diversifizierung der internen Ziele und das Entstehen regionaler Migrationssysteme zeigt – selbst in Regionen, aus denen historisch gesehen eher Menschen abgewandert sind“.

Frauen im Aufwind

Zudem wurde eine Zunahme der weiblichen Beteiligung an den internen Migrationsprozessen festgestellt. Die Studie identifiziert “eine wachsende Feminisierung der internen Migration, insbesondere bei Bewegungen innerhalb desselben Departements“, was mit einem Rückgang der Auswanderung von Frauen ins Ausland einhergeht.

Was die internationale Einwanderung betrifft, so weist der Bericht darauf hin, dass diese in relativen Zahlen zwar nach wie vor gering ist, jedoch neue Merkmale und Profile aufweist. Die in Argentinien geborene Bevölkerung macht 41,5 % der gesamten in Paraguay lebenden Ausländer aus und weist ein höheres Bildungsniveau auf als in der Vergangenheit.

Bezüglich der brasilianischen Bevölkerung stellt die Studie fest, dass deren Volumen zwar abgenommen hat, es jedoch eine Erneuerung gibt: Diese ist auf die Ankunft von Universitätsstudenten und Fachkrätzen zurückzuführen. Damit entfernt sich das Profil vom traditionellen Bild, das stark mit ländlicher Arbeit und dem Grenzgebiet verbunden war.

Ebenso hebt der Bericht das Aufkommen der venezolanischen Migration als neue Gruppe mit spezifischen Eigenschaften hervor. „Die venezolanische Migration etabliert sich als neues Kollektiv, das sich durch ein hohes Bildungskonstrukt, vollständige Familienstrukturen und eine hohe wirtschaftliche Beteiligung auszeichnet“, so das Dokument.

Bessere Lebensbedingungen

Unter den Ergebnissen ist auch zu beobachten, dass Migranten bessere soziale Indikatoren aufweisen als Menschen, die nicht umziehen. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Haushalte, die von Migranten geführt werden, eine geringere Überbelegung, weniger materiellen Mangel und weniger unbefriedigte Grundbedürfnisse aufweisen.

„Die migrierte Bevölkerung weist bessere Lebensbedingungen und ein höheres Bildungsniveau auf als die nicht-migrierte Bevölkerung“, heißt es im Bericht, obwohl auch auf Schwierigkeiten beim Zugang zu Wohneigentum hingewiesen wird.

Das Dokument betont zudem das wirtschaftliche Gewicht dieser Gruppe innerhalb des Landes: “28,1 % der erwerbstätigen Bevölkerung sind Migranten.“ Die Studie merkt jedoch an, dass die Migration der indigenen Bevölkerung zwar begrenzt ist, aber besondere Herausforderungen mit sich bringt, da hier eine höhere Schulabwesenheit und weniger durchschnittliche Schuljahre zu verzeichnen sind.

Wochenblatt / Ultima Hora / Beitragsbild Archiv

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