Suche nach den sterblichen Überresten von 10 Diktatur-Opfern beginnt

Juan Manuel Frutos: Im März 1980 verschwanden Bauern der Ligas Agrarias aus Caaguazú, die von Polizei und Militär gefangen genommen, gefoltert und getötet wurden. Jetzt, 42 Jahre danach, beginnt die Suche nach ihren sterblichen Überresten.

Nach Angaben der Sozialen Plattform für Menschenrechte, Erinnerung und Demokratie begann am vergangenen Mittwoch eine als historisch bezeichnete Ausgrabung, um nach den Überresten von 10 Bauern zu suchen, die 1980 während der Diktatur von General Alfredo Stroessner verschwunden waren.

Die Gruppe steht unter der Leitung von Dr. Rogelio Goiburú und wird von der Polizei und der Staatsanwaltschaft unterstützt, deren Vertreter sich im Ortsteil San Antonio im Bezirk Juan Manuel Frutos, Departement Caaguazú, aufhalten, um die Aktion durchzuführen.

Es handelt sich um Gumersindo Brítez Coronel, Secundino Segovia, Sergio Ruíz Díaz, Feliciano Berdún, César Brítez Coronel, Trinidad Concepción González, Estanislao José Sotelo, Fulgencio Castillo, Federico und Reinaldo Gutiérrez, Bewohner der Gemeinde Acaraymi, die an einem Protest gegen einen Militärchef teilnehmen wollten, der sie aus dem Gebiet vertreiben wollte.

Die Bauern hatten “die Absicht, nach Asunción zu kommen, um gegen die ständigen Aggressionen zu protestieren, die General Leopoldo Ramos Giménez und seine Frau Olga, bekannt als Ña Muqui, gegen ihre Gemeinschaft begangen haben. Sie versuchten, die von der Gemeinschaft besetzten öffentlichen Ländereien mit der Genehmigung des IBR (Instituto de Bienestar Rural, heute Indert) und der Verpflichtung, sie zu überschreiben, in Besitz zu nehmen”, heißt es in dem Kommuniqué.

Sie wurden in einer übertriebenen gemeinsamen Aktion von Polizei und Armee mit Unterstützung einiger Milizen aus dem Bus geholt, in dem sie unterwegs waren.

“Sie nahmen die Bauern gefangen, belagerten, plünderten und folterten die Gemeinde und vergewaltigten Frauen und Mädchen”, heißt es in dem Bericht.

Den Angaben zufolge brachten sie sie auf eine Ranch in Campo 9 (heute J. Eulogio Estigarribia), wo sie grausam gefoltert und verstümmelt wurden und zwei Tage später, am 10. März, verschwanden. Es gibt jedoch Zeugenaussagen von Angehörigen, die behaupten, dass sie bereits am 8. März desselben Jahres ermordet wurden, am selben Tag, an dem sie gefangen genommen wurden.

Die Leichen wurden in einem Massengrab verscharrt, aber in all den Jahren wurden sie nie gefunden.

Die Plattform bezeichnet den so genannten “Fall Caaguazú” als emblematisch für die Konzentration und den gleichzeitigen Einsatz verschiedener Repressionsmechanismen gegen eine ganze Gemeinschaft, die zur willkürlichen Hinrichtung und zum gewaltsamen Verschwinden von einem Dutzend Menschen führten.

Darin wird erklärt, dass diese Verbrechen “Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen, die vom paraguayischen Staat verfolgt und geahndet werden müssen”.

Wochenblatt / Última Hora

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2 Kommentare zu “Suche nach den sterblichen Überresten von 10 Diktatur-Opfern beginnt

  1. So war das damals zu Strößners Zeiten. Jeder Amigo dieses Diktators konnte sich mit höchster Genehmigung nehmen was er wollte. Recht hatte, wer die “stärkeren Argumente und Freunde” besaß. Strößners Genossen und Parteigänger, wie auch dessen Militärs waren im Grunde alles erlaubt, sofern sie sich nicht dabei ertappen ließen. Bewährte Militärs beschlagnahmten einfach ganze Ländereien mit ausdrücklicher Genehmigung von Strößner. Und da gibt es doch tatächlich heute noch Anhänger dieses Diktators die dessen “Leistungen” glorifizieren und die Demokratie abschaffen wollen. Nicht die Demokratie als solche ist das Übel heute, sondern das, was die Menschen, die Bürger und deren Politiker daraus machen. Eine Regierung kann immer nur das tun, was deren Bürger zulassen, durch Schweigen, Feigheit, Opportunismus, Naivität, Verblendung oder einfach durch ihre Dummheit. Siehe Deutschland heute!

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  2. Der Nachzucht der netten Vasallen des Großen Diktators Alfons Strössnerbubi, denen geht es auch heutzutage noch bestens. Daraus folgt: Deren Brut und Hypothek natürlich auch. Denen kann das relativ egal sein, ob der Staat nach ein paar Knöchelis sucht. Solange deren ihre Plata nicht angetoucht wird.
    Aufgrund der schrecklichen Machenschaften des Großen Diktators Alfons Strössnerbubi und seinen Vasallen sind solche Aktionen der Polizeirepression heutzutage nicht mehr gang und gäbe. Und die Vollprofi-Prästeinzeitpolizei im Dauerlethargiezustand. Die Nebengeschäftchen Geldwäsche, Drogenhandel, Schmuggel der Vasallen (Ober- und Unter-) der heutigen Hauptbehördeten vom Hauptbehördetenhüüüüsli sind noch geblieben.

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