Asunción: Ein bolivianisches Mennoniten-Pärchen heiratete und zog nach Paraguay, um sich den Traum vom gemeinsamen Leben zu erfüllen, der so in Bolivien nicht möglich war. Die Familie der Ehefrau war und ist jedoch dagegen. Der Ehemann im Departamento Judical Haft.
Die 20-jährige Sara Loewen versicherte, dass sie David Wiebe Martens (20) geheiratet habe, der derzeit in der Kolonie Río Verde in Santa Rosa del Aguaray (Département San Pedro) arbeitet. Sie betonte, dass ihre Eltern die Beziehung – mutmaßlich aus religiösen Gründen – nicht akzeptieren und versuchen würden, sie durch eine Anzeige wegen Menschenhandels von ihrem Ehemann zu trennen.
Mit ihren Erklärungen gab Sara Loewen dem Fall des in der vergangenen Woche festgenommenen jungen Mennoniten eine unerwartete Wende. Die bolivianische Justiz ersuchte die paraguayische Regierung um die Auslieferung des Festgenommenen.
Sara Loewen, ebenfalls Mennonitin und stammend aus der Kolonie Neuland in Bolivien, brach ihr Schweigen und erklärte, dass sie freiwillig zusammen mit David nach Paraguay gereist sei. Sie versicherte, dass beide volljährig seien und beschlossen hätten, ihre Gemeinschaft zu verlassen, um zu heiraten, eine Familie zu gründen und sich auf paraguayischem Gebiet niederzulassen.
Nach Angaben der Frau widersetzten sich ihre Eltern der Beziehung von Anfang an und akzeptierten den jungen Mann mutmaßlich aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen nicht. Sie behauptete sogar, dass man ihr ihre Ausweisdokumente abgenommen habe, um zu verhindern, dass sie Bolivien zusammen mit ihrem damaligen Freund verlassen könne.
Trotz des Widerstands der Familie gelang es dem Paar, nach Paraguay zu reisen. Sie ließen sich in Río Verde nieder, wo sie einige Verwandte haben. Später, im April dieses Jahres, schlossen beide die Ehe und begannen ein neues Leben in der Gemeinschaft.

Sara Loewen stellte klar, dass sie aus eigener Entscheidung nach Paraguay kam und nicht von ihrem Partner gezwungen wurde. F
Sie wollten sie zurückholen
Die junge Frau erzählte, dass ihre Eltern aus Bolivien anreisten mit der Absicht, sie wieder mitzunehmen, sie sich jedoch zu jedem Zeitpunkt weigerte zurückzukehren. Ihren Aussagen zufolge versuchen ihre Angehörigen, sie von ihrem Ehemann zu trennen und wollen sie nach Bolivien zurückbringen, obwohl sie ihren Willen, in Paraguay zu bleiben, bereits deutlich geäußert hat.
Nachdem es ihnen nicht gelang, sie zu überzeugen, kehrten die Eltern in ihr Land zurück und erstatteten Anzeige gegen David Wiebe wegen mutmaßlichen Menschenhandels. Die Beschuldigung führte zu einem internationalen Haftbefehl, woraufhin der junge Mann vergangene Woche in Río Verde festgenommen wurde.
Derzeit befindet er sich in den Räumlichkeiten der Gerichtsabteilung der Nationalpolizei in Asunción, während das Auslieferungsgesuch geprüft wird.
Die Ehefrau besuchte den Inhaftierten und stritt in einem exklusiven Interview mit unserem Medium kategorisch ab, getäuscht, gezwungen oder gegen ihren Willen verschleppt worden zu sein.
„Ich bin aus eigenem Antrieb gekommen. Ich möchte mit meinem Mann leben, meine Familie gründen und ich möchte nicht nach Bolivien zurückkehren“, betonte die junge Frau, die auch versicherte, dass sie derzeit in Río Verde arbeite und es ihr gut gehe.
Die Frau sagte vor der Staatsanwaltschaft von Santa Rosa del Aguaray aus, wo sie bekräftigte, dass sie sich frei entschieden habe zu reisen, dass sie David Wiebe bereits geheiratet habe und nicht nach Bolivien zurückkehren wolle – insbesondere dann nicht, wenn ihre Eltern sie dazu zwingen wollen.
Zudem bat sie um die Freilassung ihres Ehemanns und bezeichnete die gegen ihn erhobene Anschuldigung als falsch. Sie versicherte, dass David sie nie gezwungen habe, Bolivien zu verlassen, und dass die Entscheidung, nach Paraguay zu kommen, von beiden gemeinsam getroffen wurde, um angesichts der Ablehnung ihrer Familie zusammenleben zu können.
Aussagen wie die der jungen Frau könnten für das Verfahren entscheidend sein. Dennoch obliegt es den paraguayischen und bolivianischen Behörden, die Umstände des Falls zu prüfen und über das Auslieferungsersuchen zu entscheiden, das gegen den jungen Mennoniten vorliegt.
Wochenblatt / Última Hora















