Asunción: Die aktuelle internationale Bühne durchläuft eine Phase geopolitischer Neugestaltung und wachsender Spannungen zwischen den Großmächten. Dies legte der Präsident der Abgeordnetenkammer, Raúl Latorre, während seiner Teilnahme am “Strategischen Forum für hemisphärische Sicherheit und Demokratie“ im Hotel Tryp by Wyndham in der Hauptstadt von Paraguay dar.
In seiner Rede vertrat Latorre die Ansicht, dass sich die Weltordnung auf eine multipolare Logik zubewegt. Traditionelle Allianzen verlieren an Starrheit, während neue Machtgleichgewichte entstehen, die eine Neuausrichtung der internationalen Politik erzwingen.
Drei globale Konfliktherde
Der Abgeordnete identifizierte drei Hauptbrennpunkte des globalen Geschehens:
-Den Krieg zwischen Russland und der Ukraine.
-Die Krise im Nahen Osten.
-Die Spannungen rund um die Straße von Taiwan.
Diese Konflikte führen laut Latorre zu einer massiven Abnutzung der beteiligten Mächte. Insbesondere im Nahen Osten verwies er auf die strategische Komplexität sensibler Punkte wie der Straße von Hormus, wo militärische und energetische Interessen aufeinandertreffen.
Risse im westlichen Bündnis?
Latorre wies zudem auf einen Prozess der Neudefinition zwischen den USA und Europa hin. Differenzen über das Ausmaß von Interventionen führten sogar zu internen Debatten in der US-Politik über den Verbleib in der NATO und die Stationierung von Truppen im Ausland. Während die Ukraine massiv auf die Unterstützung der EU und der USA angewiesen sei, zeige dies die tiefe Interdependenz der heutigen Akteure.
Chinas lautlose Strategie
Besonders warnte er vor der Rolle Chinas. Er beschrieb das Land als einen Akteur, der sich direkten Konflikten weniger aussetzt, aber eine Expansionsstrategie verfolgt, die auf Finanzierungen und Infrastrukturinvestitionen basiert. Dieses Phänomen, das bereits in Afrika zu beobachten ist, könnte sich in Lateinamerika wiederholen und stelle eine Herausforderung für die nationale Souveränität und regionale Entwicklung dar.
Das Forum brachte akademische Experten und Politiker zusammen, um über die Sicherheit auf dem Kontinent in einem Kontext zunehmender globaler Instabilität zu debattieren.
Wochenblatt / adn Praguayo / Beitragsbild Archiv















