Umso mehr man raubt, umso geringer ist die Strafe

Asunción: In der kurzen Amtszeit von Federico Franco wurden einige fragwürdige Entscheidungen getroffen. Eine davon war der Kauf von Privatbesitz um es an Landlose zu verteilen. Das Land taugte zu nichts und war viel zu teuer.

Am 8. April 2014 wurden sieben Personen wegen des Kaufes von von 5.742 ha Land für 11,5 Millionen US-Dollar (60,29 Milliarden Guaranies) angeklagt, wofür am Aschermittwoch 2013 80% des Kaufpreises in bar von der BNF abgehoben und in drei Werttransportern weggefahren wurden. Das Land war, weil es für Landwirtschaft ungeeignet war, nicht mehr als 1,8 Milliarden Guaranies wert. Total überteuert ist tiefgestapelt. Kauf kam es zur Auszahlung denunzierten Colorado-Politiker aus Missgunst den Vorfall.

Angeklagt urden damals der ehemalige Indert Präsident Luis Ortigoza, Arnaldo Martín Jara, der Administrator des Verkäufers, die Notarin Marta Lilian Roa de Vargas, die Mitglieder des Indert-Kontrollausschusses, der damalige Abgeordnete Pedro Milciades Duré (Beitragsbild) und der Ex-Gouverneur von Cordillera, Justo César Gamarra und die Indert Angestellten Víctor Luis Blanco und Mario Echeverría.

Als kurze Zusammenfassung kann man sagen, dass ungefähr 11 der 11,5 Millionen nicht in den Kauf der San Augustin Ländereien geflossen sind, sondern in die Taschen der Beteiligten.

Obwohl fünf Prüfberichte zum selben Ergebnis kommen, nämlich dass die Ländereien nicht für Landwirtschaft taugen, also nicht für Landlose gut genug sind, entschied ein Tribunal aus drei Richtern am heutigen Samstag, dass alle verbleibenden Angeklagten freigesprochen werden.

Die Firma San Augustin, von der das Land gekauft wurde, rechnete man dem damaligen Senator Jorge Oviedo Matto zu.

Wochenblatt / Última Hora

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4 Kommentare zu “Umso mehr man raubt, umso geringer ist die Strafe

    1. Es sollte schon klar sein, dass hier einfach nur betrogen wurde. Wer immer und überall den braven spielt, dem wünsche ich viel glück.
      Es ist aber generell absurd leuten auf steuerzahlerkosten land zu kaufen und man sieht, dass wieder reiche dahinter stehen, die es nur tun um wieder zu verdienen. Genau wie asyl.

  1. Nachdem Expräsident Fernando Lugo gehen musste hatte der Vicepräsident als Präsident auch nur noch zwei Jahre um tüchtig abzugrasen. Andere Präsidenten können sich fünf Jahre Zeit lassen dafür.
    Wer hätte das gedacht, ne, nicht dass alle einen Freispruch erhalten haben, sondern dass sie überhaupt angeklagt wurden. Jedenfalls dürfte es allen Beteiligten nebst “7 bis 11 Uhr hiesig Grundschul vielleicht abgeschlossen” mit einen weiteren Leistungsausweis ein Karrieresprung gelungen sein. In Europa ist die Korruption nicht geringer, die Beträge um Faktor x höher, aber nicht ganz so offensichtlich, bei gleichem Richterspruch. Ich denke nicht, dass jemand Berufung einlegen wird. Somit gilt das Urteil als rechtskräftig.
    Hierzulande sind die Hektaren in den paragauyschen Pampas noch wirklich billig, die Scham zu betrügen gering und das Können, etwas unauffälliger zu Betrügen, auch, dafür die Richtigen der hiesig Korruptionsmafia an den richtigen Stellen der Staatsanwaltschaft besetzt. Frau Generalstaatsanwältin Victoria Acuña hat nun schon im mehr als einem Dutzend Korruptionsverfahren bewiesen, dass Korruption hierzulande nur ein Leistungsausweis ist – Weiterbildung sozusagen, zur Verfügung gestellt durch hiesig Coloradomafia – die nicht gerade billig ist. Deshalb geht es ja auch um solche Beträge – man muss beim “Volk übers Ohr hauen” immer noch an die “zu verteilende Coima an verschiedene Amigos” berücksichtigen. Schlussendlich ist der Schaden fürs Volk groß, alle Beteiligten erhalten je nach Position in der “die ScheiBe fließt abwärts”-Hierarchie auch nur “Kleinbeträge”: da wurden 10 Mio. US-Dollar auf etliche Amigos aufgeteilt. Wobei die meisten mit 20 US-Dollar fürs Wegschauen schon mehr als zufrieden sein dürften.

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