Verdächtiges Schweigen über “verschwundene“ Fonacide Gelder

Paso Yobai: Gelder aus dem Fond Fonacide, die vor allem der Bildung zugutekommen sollten, scheinen “verschwunden“ zu sein. Es geht um fast eine halbe Milliarde Guaranies.

In der Grundschule Nr. 6.224, sie liegt in der Ortschaft Isla Hú, Bezirk Paso Yobai, Departement Guairá, wurde der Bau von zwei Klassenräumen und einem Auditorium eingestellt. Die Arbeit wird mit Mitteln des Nationalen Fonds für öffentliche Investitionen (Fonacide) finanziert.

Der Bau wurde der Firma Itasã SA anvertraut, deren Geschäfstführer ist Aniano Ramón Orué Gusmao und zugleich Architekt.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 420.227.313 Guaranies, jedoch wurden bisher nur die Grundmauern des Gebäudes angelegt. Die Arbeiten sind seit Wochen eingestellt und niemand sagt warum.

Der Direktor der Bildungseinrichtung, Tomás Rodas Meza, äußerte seine Besorgnis über die Arbeitsniederlegung. „Vor zehn Wochen sind die Arbeiter nicht auf die Baustelle gekommen. Alle Ziegel und weitere Baumaterialien sind zwar vorhanden, aber es geht nichts weiter“, erklärte er.

Der Dorfvorsteher, Daniel Martínez, sagte, dass “jedes Mal, wenn wir uns mit den Verantwortlichen, die dort waren, über die Gründe, warum die Arbeiten nicht weiter gehen, unterhielten, kam nur die Antwort, dass es an weiteren Haushaltsmitteln aus dem Fond Fonacide fehlen würde“.

Journalisten versuchten mit dem Bürgermeister Ronald Vázquez (ANR) zu sprechen, aber er war nicht erreichbar. Darüber hinaus wollte man die Version des Bauleiters von dem Projekt, Ing. Pablo González, erfragen, aber er hat es abgelehnt, irgendwelche Informationen preiszugeben.

Die Bildungseinrichtung besteht aus einer Vorschule bis zur neunten Klasse. Insgesamt 63 Schülern werden in der Morgen- und Nachmittagsschicht durch 20 Lehrer unterrichtet. Die Institution befindet sich etwa 40 Kilometer vom Stadtgebiet Paso Yobai entfernt und ist die einzige in der Ortschaft Isla Hú.

Wochenblatt / ABC Color

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4 Kommentare zu “Verdächtiges Schweigen über “verschwundene“ Fonacide Gelder

  1. Peter Silie

    Ohne witzig oder geistreich sein zu wollen, das überlasse ich bekanntlich gerne andern dies zu sein, aber als Lehrer, der mit diesem mickrigen Lohn (im Verhältnis zum Können) ganze sagenhafte 3,15 Schüler zu unterrichten hat, und das sogar während es nicht dreimonatige Ferien- und dreimonatige Regenzeit (Schulfrei) ist, da würde ich auch ein paar Kugelschreiber mitgehen lassen.
    PS. Habe extra Kugelschreiber geschrieben, könnt ja sein, dass der Dorfpolizist Ingels kann und mitliest. Wennt verstehst was i mein, sonst darf man gerne einen witzig-geistreichen Einzeiler anhängen, den ich bestimmt lesen werde.

  2. Christian2005

    Genau so läuft das in Paraguay, man denke sich eine Bauliche Massnahme aus, beantrage Gelder darür und kaufe sich dafür jedoch was immer man möchte.
    Hernach kräht eh kein Hahn mehr danach…machen hier alle so? Was für eine Drecksmentatiltät…

    1. Sie sagen es. Und das hat überhaupt nichts damit zu tun, daß wir in einem Dritte Welt-Land leben. Auf den Charakter kommt es an! Entweder hat man einen anständigen Charakter oder man hat ihn eben nicht. Man kann arm sein und relativ wenig gebildet und dennoch einen ordentlichen Charakter haben und wissen was Recht und Unrecht ist!

      1. Lieber Manni, da verlangst Du aber definitiv zuviel…
        Somos orgullosos de ser Paraguayos!