Vielleicht ist es ja mit einem Anruf getan

New York: Wieder einmal erlebte der wegen Verschwörung zu 9 Jahren Haft verurteilte Juan Angel Napout eine Schlappe vor Gericht. Er wollte aus der Haft entlassen werden, weil es positive Covid-19 Fälle in dem Gefängnis gibt, wo er einsitzt.

Nachdem Napout, Ex-Fifa-Vizepräsident und Präsident des Südamerikanischen Fußballverbandes, im Mai 2015 in der Schweiz verhaftet wurde, stimmte er einer Auslieferung in die USA zu, wo er zu 9 Jahren Haft wegen Verschwörung verurteilt wurde. Er wurde verdächtigt, Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen zu haben. In Paraguay hat er jedoch noch viele Unterstützer, darunter Ex-Präsident Cartes, dessen Medien mitteilten, dass Napouts einzige Alternative eine Begnadigung durch den US-Präsidenten wäre. Wieso Präsident Trump gerade ihn begnadigen sollte, erklärte man nicht. Vielleicht ist es ja mit einem Anruf aus Asunción getan.

Die Richterin des Gerichts in Brooklyn, New York, Pamela Chen, versagte ihm schon zum dritten Mal binnen weniger Monate eine Entlassung. Im Gegensatz zu den anderen Malen ordnete sie jetzt einen Covid-19 Test an. Seine 9 Jahre einfach abzusitzen stand anscheinend nie zur Debatte. Eine Strafe von 4,3 Millionen US-Dollar musste Napout schon zahlen. Ähnlich wie Nicolas Leoz, der vor seiner Auslieferung in die USA in Paraguay verstarb, gab auch er seine seine korrupte Lebensweise zu. Leoz jedoch erklärte Schulen von dem eingeheimsten Geld errichtet zu haben, was jedoch nicht nachvollzogen werden konnte. Noch heute trägt das Stadion des Klubs Libertad, Eigentum von Horacio Cartes, den Namen Nicolas Leoz. In Paraguay werden Korrupte angehimmelt und vergöttert. Schämen tut sich sich keiner dafür.

Wochenblatt

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2 Kommentare zu “Vielleicht ist es ja mit einem Anruf getan

  1. Dieser Napout versteh die Welt wohl nicht mehr. Als hoher Fußballfunktionär ist er den Politikern in Paraguay quasi gleichgestellt und es ist selbstverständlich sich aus Korruption und/oder Steuergeldern zu bereichern. Das ist in Paraguay normal, aber nicht in der ersten Welt – und daher kommt der nicht klar, dass ER nun bestraft wurde.
    Hoffentlich sehen wir noch mehr paraguayische Politiker wie diese Tarrago noch im Netz der US-Justiz. Leider ist den Politikern das auch bewusst, dass sie in die Falle tappen können und meiden sicher vermehrt die USA als Shoppingland.