Wälder sind kein Geschäft

Asunción: Im Sheraton Hotel findet zurzeit ein Kongress statt, der sich das “grüne Geschäftsforum“ nennt. Auf den Vorträgen kam man zu der Einsicht, dass Waldflächen in Paraguay als Geschäftszweig unrentabel seien.

Vor allem solche Wälder, die über die gesetzlichen Anforderungen mit einem Anteil von 25% hinausgehen bieten kein rentables Geschäft für die Eigentümer. Das behaupten zumindest mehrere Vertreter aus der Privatwirtschaft.

Der ehemalige Umweltminister, Ingenieur Alfredo Molinas, sagte, dass das Gesetz über Umweltdienstleistungen nicht angewendet werden könne, weil eine angemessene Regulierung unter Beteiligung des Finanzministeriums, das Steuervorteile beinhaltet, erforderlich sei.

Dr. Rafael Carlstein seinerseits sagte, dass das Gesetz über Umweltdienstleistungen eine “schöne juristische Poesie“ sei, aber es begünstige kein Unternehmen, das sich zugunsten der Natur einsetze.

Anahí Brítez vom produktiven Sektor wies darauf hin, dass die Erhaltung von Wäldern für Umweltzwecke Unsicherheit erzeuge und illegalen Holzeinschlag fördern würde.

Wochenblatt / ABC Color

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10 Kommentare zu “Wälder sind kein Geschäft

  1. Auf dem Foto sieht man eine Monokultur. Wer genau sieht hier einen Wald? Schade, dass Tiere nicht sprechen können, die würden hier aufklären. Rein logisch weiss aber ohnehin jeder.
    Wenn nur ein Guarani investiert wird, wenn 2 zurückkommen, hat das ganze keinen Sinn.

  2. Das Problem für die Hiesigen ist:
    Bäume wachsen viel zu langsam.
    Der Paraguayer möchte JETZT Geld sehen und nicht erst in 20 oder gar 30 Jahren.
    Deshalb werden vorhandene Bäume abgeholzt. Da gibt es sofort Bargeld.
    Der Gedanke, für die kommende(n) Generation(en) zu pflanzen, ist dem Einheimischen fremd.
    Wozu für Andere und die Zukunft vorsorgen?
    Das erlebt er ja womöglich gar nicht.

  3. Und nun meine „ketzerische“ Frage: Wurde hier nicht vor einigen Wochen darüber berichtet, daß es Kooperativen gibt, die stolz darauf sind, das Geld ihrer Kunden auch in Aufforstungen zu investieren, obwohl das aus meinem Verständnis heraus mit Bankgeschäften eigentlich nicht zu tun hat und als Risikoanlage zu betrachten ist? Ich hatte dies damals als nicht mit den Sicherheitsprinzipien einer Bank vereinbar kritisiert. Dafür wurde ich, wie gerne hier und immer von den Gleichen, gescholten und beleidigt. Aber es ist tatsächlich so, viele meiner Landsleute haben neben ihrem Anstand auch ihren Verstand bei der Ankunft in Paraguay zurück gelassen. Und denen ist leider nicht zu helfen.

    1. Dass sich Forstwirtschaft als Geldanlage in Paraguay mit geringem Risiko rentieren soll, wird unter anderem hier beworben:
      http://www.felber-forestal.com/
      https://www.miller-investment.de/sicherheiten/rendite/

      1. Für felber funktioniert das schon lange, weil es ein Deutscher vom alten Schlage ist.

        Für Forstinvest.de wird es auch bald funktionieren, weil die genauso denken.

        Aber bis das in Paraguay „anybody“ versteht, werden wohl noch ein paar Generationen den Parana runterfließen müssen.

  4. Natürlich lohnt es sich finanziell nicht – besonders in einem Land wo es noch sehr viel Bäume gibt – diese durch Eigentum zu fällen, wo man sich doch grati an der Natur bedienen kann, noch etwas hier und da schmieren, dafür sicheren Geleitschutz erhalten, um die Baumstämme aus dem Niemandsland abzutransportieren und sofort an die Carpinterias zu verhökern, wo sie schon morgen zu Brettern für die Albañiles verarbeitet bereit stehen.

  5. Johan Moritz van Nassau-Siegen

    Etwas zu Simplicus…
    Nun versuch mal in der EU ohne Subventionen aus Bruessel die Forstwirtschaft rentabel zu gestalten.
    In etwa so nehm ich an sieht es hier aus. Man kann hier eben nicht vom Staat saugen um mit Oeko zu protzen!
    Aber ich bin kein Finanzexperte in Forstwirtschaft.

    Reiche Bonzen, die mit den Kooperativsabgaben mir nichts dir nichts kontrollos um sich schmeissen koennen, moegen wohl irgendwo mit dem den Socios abgezwacktem Abgabengeld was anpflanzen.
    Z.B. mit der Fundacion Desdel Chaco war das in etwa so eine Sache. Solange man Oeko Gelder von der EU und anderen auslaendischen „Gutmenschen“ abzwacken konnte, liess man sehr schoene Bilder malen fuer die europaeischen Augen (was denen dann als bare Muenze, sprich „Chaco Wildnis Realitaet“ untergejubelt wurde). Manchmal waren die Bilderchen, „ach! zu schoen“ und man dachte man waere in sowas wie den „Jehowas Zeugen Himmel“ geraten hier im Chaco.
    Als die gutglaeubigen Europaeer entlich hinter den Humbug kamen und die Geldquelle versiegte, wurde Desdel Chaco so mehr oder weniger dicht gemacht. Ich glaub die lungern noch wo rum wo es tendenziell was abzusahnen giebt (aber ich bin mir auch nicht sicher ob die noch existieren). Die Manager von Desdel Chaco haben sich mittlerweile in verschiedene Komitees der Kooperative Chortitzer geparkt.

    Wenn also eine Bank (wie z.B. BANCOP) wuerde in Forstwirtschaft investieren, dann nur wenn es von den Steuern abzuziehen geht (Buecher werden frisiert) um absichtlich Geld zu verbraten – um die Bilanzen zu manipulieren. Wenn also eine Bank in Forstwirtschaft investiert dann nur um Inversionen zu simulieren um die Bilanzen zu frisieren (Belege werden fuer „Leerverkaeufe“ ausgestellt, usw).
    Aber ich bin nicht ein Finanzexperte.

    Fuer den Mennoniten gilt immer dieses als Faustregel: „was die anderen [Mehrheit] tun das ist das Richtige“ [Auch wenns die Drogen sind – solange es Geld einfaehrt]. Demnach muesste die Bank fast nur in Viehzucht investieren.

  6. Ihre Beiträge sind meist „atemberaubend“, um es einmal zurückhaltend zu kommentieren. Den meisten von uns fehlt leider das Hintergrundwissen über die inneren Strukturen der Mennoniten um beurteilen zu können, ob das was Sie schreiben der Wahrheit entspricht. Manches was Sie da berichten regt zum Nachdenken an. Manches aber auch läßt Zweifel über Ihre Glaubwürdigkeit aufkommen, weil Ihre Kommentare i.d.R. meist reichlich geschmückt sind mit bösen Vorwürfen, Unterstellungen bis hin zu Beleidigungen der Mennoniten. So hat das irgendwie den Anschein einer persönlichen Abrechnung mit den Mennoniten. Ich jedenfalls hatte bisher einen völlig anderen Eindruck über die Mennoniten – und ich kenne sehr viele. Das will freilich nichts heißen. Es wäre gut, wenn sich doch mal auch andere Mennoniten hier meldeten, um entweder eine Bestätigung Ihrer massiven Vorwürfe oder eine Gegendarstellung zu veröffentlichen.

  7. Komisch, Costa Ricca hat auf dem Erhalt seiner Wälder ein ganzes Wirtschaftssystem aufgebaut, sanfter Tourismus und Erhalt der Wälder durch die Besitzer mittels staatlichem Ausgleich, sind diese Leute denn soviel klüger als die Bewohner dieses Landes?

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