Wer beschützt uns? Das Polizei-Dilemma durch Suchtfälle

Asunción: Sicherheitskameras erfassten letzte Woche einen uniformierten Beamten, der sich mutmaßlich mitten im Dienst einen Joint dreht und raucht.

Der Fall der Aufnahmen einer Überwachungskamera, die einen Polizeibeamten im Dienst dabei zeigten, wie er sich vermutlich einen „Porrito“ (Joint) drehte und mutmaßlich Marihuana rauchte, hat den Fokus erneut auf die Integritäts- und Gesundheitskrise innerhalb der Ordnungshüter gelenkt. Dieser Vorfall ist kein Einzelfall, sondern deckt eine viel tiefere und alarmierendere Problematik auf: Das Vordringen von Suchterkrankungen in den Reihen der Polizei.

In dem Video ist ein Beamter der Nationalpolizei dabei zu beobachten, wie er in Uniform eine Marihuana-Zigarette zubereitet und konsumiert. Nach der Verbreitung des Materials bestätigten die Behörden, dass der Uniformierte sofort von seinem Posten entbunden wurde und eine administrative Untersuchung eingeleitet wurde, um seine Verantwortung zu klären.

Es handelt sich um den Unteroffiziersanwärter Óscar Daniel Duarte López (21), der sich auf seinem Motorrad an der Kreuzung der Avenidas Pettirossi und General Aquino befand. Nachdem das Video viral gegangen war, teilte die Nationalpolizei in einer Erklärung in den sozialen Netzwerken mit, dass sie die Entscheidung getroffen habe, den Beamten präventiv von seinen Aufgaben zu entbinden, was eine logische Schlussfolgerung sein sollte.

Zudem ordnete die Direktion für interne Angelegenheiten die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens an. Alle Hintergründe des Vorfalls wurden der Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt. „Die polizeiliche Institution bekräftigt ihr festes Engagement für Transparenz, Disziplin, Integrität und die strikte Einhaltung des Gesetzes“, hieß es in dem Schreiben. Ebenso wurde versichert, dass die Polizei „Verhaltensweisen, die von den Grundsätzen des Polizeidienstes abweichen, weder tolerieren noch decken wird“.

Dennoch entblößt dieser Fall erneut einen Mangel in den Reihen der Nationalpolizei: die Zunahme von Fällen von Beamten mit Abhängigkeiten von betäubenden Substanzen.

Ein systemisches Versagen

Die Institution selbst räumt ein, dass der Drogenkonsum eine wachsende Herausforderung darstellt. In diesem Zusammenhang gibt es Bedenken hinsichtlich der Qualität des Auswahlverfahrens angesichts des Ziels, jährlich Tausende von Polizisten einzustellen. Dies könnte dazu führen, dass psychotechnische Kontrollen und toxikologische Voruntersuchungen gelockert werden.

Dies ist besonders kritisch, da diese Vorfälle kein rein privates Gesundheitsproblem mehr sind, sondern zu einem systemischen Versagen der nationalen Sicherheit geworden sind. Die Polizei hat Richtlinien zur Förderung der mentalen und spirituellen Gesundheit eingeführt, um den Einsatzkräften Unterstützung zu bieten, bevor sie in den missbräuchlichen Substanzkonsum abrutschen.

Der Auswahlprozess umfasst eine strenge medizinische Untersuchung, die für die Bewerber des Instituts für polizeiliche Bildung (Isepol) in mehrere Phasen unterteilt ist und Tests zur Erkennung von Drogenkonsum beinhaltet. Der Konsum von Substanzen beeinträchtigt nicht nur das private Umfeld des Uniformierten, sondern stellt eine kritische Lücke in der nationalen Sicherheitskette dar, da er die Sicherheit der Bürger gefährdet.

Ein von den Behörden anerkanntes institutionelles Problem

In Paraguay wächst die Besorgnis über die Aufdeckung von Drogenabhängigkeiten bei jungen Beamten der Nationalpolizei – eine Situation, die Alarmstimmung bezüglich der inneren Sicherheit und der Integrität der Institution auslöst.

Der ehemalige Polizeikommandant Gilberto Fleitas hatte das Problem der Drogensucht unter Polizisten bereits eingeräumt, nachdem er bekannt gegeben hatte, dass 25 Beamte wegen „Fehlverhaltens“ im Zusammenhang mit dem Konsum von Rauschmitteln entlassen wurden und weitere 21 aus demselben Grund außer Dienst gestellt wurden. Dies wurde im Januar 2023 bekannt.

Im Februar dieses Jahres äußerte zudem der Senator Carlos Núñez Agüero (Colorado-Partei), ein Kommissar im Ruhestand, seine Unruhe über eine Anzeige bezüglich der möglichen Existenz von Drogensucht – insbesondere nach Crack – unter jungen Kräften der Nationalpolizei. In diesem Sinne signalisierte der Kongressabgeordnete, dass das Oberhaus einen detaillierten Bericht vom institutionellen Kommando über diese sicherheitsrelevante Situation anfordern werde.

Wochenblatt / Última Hora

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