“Wer schmiert, kann alle vertreiben“

Itapé: Wie so oft in Paraguay finden Priester manchmal deutlichere Worte als Politiker, wenn Probleme auftauchen. Bei dem Fest Itapé war dies der Fall. „Wer schmiert, kann alle vertreiben“, beklagte ein Geistlicher.

Pater Blas Arévalos zelebrierte am Montag die Heilige Messe von der “Virgen de Paso“, der Schutzpatronin von Itapé im Departement Guairá.

Der Geistliche beklagte die “Verachtung von Seiten der Behörden für die bescheidenen Klassen im Land“. Er bezog sich dabei vor allem auf die Situation indigener Gemeinschaften, die von ihrem Land vertrieben wurden. Ein Fall ereignete sich in der Gemeinde Ybyrarobaná, Departement Canindeyú, als von 18 Familien die Häuser bei einer Grundstücksräumung abbrannten.

Darüber hinaus kritisierte Arévalos die Behörden, die Schmiergelder von brasilianischen Siedlern annehmen würden, umso Grundstücke “frei zu räumen“.

„In Canindeyú wurden Papiere und viel Geld den Behörden übergeben mit denen die Indigenen einfach vertrieben wurden, ohne großes Nachfragen. Wer schmiert, bekommt Recht. Die Indianer haben kein Geld, während die brasilianischen Kolonisten tun können was sie wollen. Ich bemerke die Abwesenheit von Gottes Liebe in diesen Menschen“, sagte der Pater.

Er erinnerte auch an die Landenteignung in der Kolonie Guahory, Departement Caaguazú. „Guahory ist ein Symbol der Verachtung für die Demütigen, die Bauern und die Armen. Deshalb werden die Armen nie besucht. Zu Wahlzeiten sind sie aber die ersten, um die man sich kümmert. Alles nur wegen besonderer Interessen“, sagte Arévalos.

Er forderte die Jugend auf, Missstände zu beseitigen. „Junge Leute, ihr müsst das Schmieren und die Korruption beenden. Es darf den Behörden aber auch nicht gleichgültig sein, wer stiehlt, schmiert und schweigt. Gott ist mit euch aber ihr bewegt euch nicht“, sagte der Priester.

Wochenblatt / Ultima Hora

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