Wer wird Präsident der ANR?

In einer Woche, am 26.07., wird ein Nachfolger von Lilian Samaniego für den Vorsitz der Colorado-Partei (ANR) gewählt. Das Rennen wird aller Voraussicht nach zwischen Pedro Lorenzo Alliana Rodríguez und Mario Abdo Benítez (Marito) entschieden. Wer sind die beiden?

Im Februar berichtete bereits „Der Bayer“, regelmäßiger Kommentator des Wochenblatts und ehemaliger Lokalpolitiker aus Pilar, dem Herkunftsort von Pedro Alliana, in einem Gastartikel über den gesetzten Favoriten aus Sicht der innerparteilichen Bewegung „Honor Colorado“, die von Horacio Cartes angeführt wird. Dieser Artikel stellt beide Kontrahenten vor, also auch Benítez von der Bewegung „Colorado Añetete“.

Die Parteivorsitzenden der Colorados waren bisher immer politische Schwergewichte mit großer Erfahrung beim Ziehen der parteiinternen Fäden, meistens in den späten Fünfzigern oder frühen Sechzigern. Diesmal treten zwei Nachwuchspolitiker gegeneinander an, Alliana ist 41 Jahre alt, und Marito lediglich zwei Jahre älter. Beide Bewerber hängen von stärkeren Figuren im Hintergrund ab, die „Vaterfiguren“ sind Horacio Cartes und Juan Carlos Galaverna.

Pedro Alliana wurde vom verstorbenen Colorado-Abgeordneten Benjamín Maciel aufgebaut, der ihn 2006 erstmals ins Rennen um den Bürgermeisterposten von Pilar schickte, damals verlor er die Wahl, später hat er es aber zum Gouverneur von Ñeembucú gebracht. Seine Eltern waren beide Landräte in Ñeembucú für die Partei Partido Encuentro Nacional (PEN).

Allianas Bruder Rodolfo wurde 2003 entführt und später ermordet. Als er 2013 zum Abgeordneten des nationalen Parlaments gewählt wurde, nachdem er als Gouverneur zurücktrat, klagte ihn sein lokaler Widersacher Víctor Ríos, Rektor der Nationalen Universität von Pilar, an, da er mehrere Unterstützer mit Schein-Jobs aus Staatskosten versorgt habe. Wegen fehlender Beweise kam es aber zu keinem Prozess.

Alliana ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Vor seiner Zuwendung zur Politik war er ein bekannter Kaufmann in Pilar. Ihm wird ein ruhiger Charakter nachgesagt, ein Mann, der kaum Feinde hat, politisch aber völlig von Horacio Cartes abhängig.

Mario Abdo Benítez ist Sohn des früheren Privatsekretärs des Diktators von Paraguay bis 1989, Alfredo Stroessner. Sein Vater gehörte neben J. Eugenio Jacquet, Sabino Augusto Montanaro und Adán Godoy Giménez zum Viergestirn, welches einen großen Einfluss auf die Entscheidungen des Diktators ausübte.

Nach eigener Aussage studierte Marito zur Zeit des Staatsstreichs, am 2. und 3. Februar 1989, in den Vereinigten Staaten und kehrte erst 10 Monate später nach Paraguay zurück. Sein Vater wurde wegen ungerechtfertigter Bereicherung verurteilt und verbrachte drei Jahre im Gefängnis.

Erste politische Aktivität zeigte Benítez 2005 in der Bewegung „Reconstrucción Nacional Republicana“, unter Juan Alberto Ramírez Díaz de Espada und Alfredo Stroessner Domínguez, dem Enkel von Alfredo Stroessner. Es sind keine Überlieferungen bekannt, bei denen Marito  das Stroessner-Regime gelobt hätte, eben so wenig hat er es jemals kritisiert.

In der Bewegung „Paz y Progreso“ gelangte er an der Seite von Goli Stroessner zu einem gewissen Bekanntheitsgrad, danach schloss er sich der Gruppierung „Vanguardia Colorada“ an und war während der Oppositionszeit von 2008 bis 2013 stellvertretender Parteivorsitzender.

Er war ein Zögling von Cartes und als Senator in der Finanzkommission ein großer Unterstützer für die Politik des Präsidenten, doch als der sich entschied, auf Alliana als Spitzenkandidaten für die Parteiführung zu setzen, wurde Marito über Nacht zur Aushängefigur der Widersacher von Cartes innerhalb der ANR.

Der erfolgreiche Unternehmer ist mit Silvana López Moreira verheiratet, beide haben zwei Kinder im schulpflichtigen Alter.

Quelle: Última Hora

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