35-jährige Diktatur Stroessners fand heute vor 23 Jahren ihr Ende

Asunción: Nachdem Alfredo Stroessner sich bis zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte Paraguay hochgearbeitet hatte, unter Teilnahme am Chaco Krieg, entmachtete er am 6. Mai 1954 den damaligen Präsidenten Federico Chavez und setzte vorübergehend Tomás Romero Pereira auf dessen Posten. Am 15. August des gleichen Jahres wurde er als einziger Kandidat vom Kongress zum neuen Staatsoberhaupt eingesetzt.

Der mit eiserner Hand regierende Stroessner sorgte dafür, dass über 400 Menschen während seiner Amtszeit verschwanden, so offizielle Angaben.

Inoffiziell jedoch spricht man von über 3000 Menschen, die dank ihrer oppositionellen Haltung dem Sohn eines bayrischen Bierbrauers im Weg waren. Um einer Verhaftung zu entgehen entschlossen sich bis zu 2 Millionen Menschen ins Exil zu gehen.

Stroessner kooperierte mit anderen Diktaturen in Brasilien, Uruguay, Argentinien und Chile. Unter anderem wurde Josef Mengele, dem Nazi Arzt aus Auschwitz, unter seiner Amtszeit eine Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt.

Dank Stroessner erfuhr Paraguay aber auch einen infrastrukturellen Aufschwung mit dem Wasserkraftwerk Itaipú, was als eine seiner größten Leistungen angesehen werden kann.

Am 3. Februar 1989 wurde Alfredo Stroessner von Schwiegervater seines Sohnes Hugo, General Andrés Rodriguez Pedotti, durch einen Militärputsch entmachtet und die Demokratie setze durch freie Wahlen erstmals ein.

(Wochenblatt / www.meves.org.py)

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5 Kommentare zu “35-jährige Diktatur Stroessners fand heute vor 23 Jahren ihr Ende

  1. ——En homenaje a mis amigos——–
    Die 2 Millionen Paraguayer im Ausland, besonders in Argentinien, waren weitgehend bedingt durch das Fehlen von Arbeit!
    Bedauere sehr sehr die politischen Verfolgten, doch der alte Wenniger aus der Nähe Itacurubi del Rosario sagte mir immer: „Wolfgang, was willst Du? Er hat uns endlich Frieden und Sicherheit nach Jahrzehnten der Unruhe für uns unpolitische Menschen gebracht“.

    Die Musik unten im Link ist als Erinnerung an Herrn Wenniger, Padre Luis, sowie meinen Freunden Ruben, Juan Ott, Luis Vietma, Andre Bogado und Padre Alfredo aus Itapua gewidmet.

    http://www.youtube.com/watch?v=U69BgpERMuc

  2. Die Festansprache heute im Fernsehen war schon ergreifend. „Alles hat sich positiv weiterentwickelt“.
    Wie viele Menschen verschwinden jetzt pro Jahr? Durch Raub, Mord, Selbstmord oder Verkehrsunfälle wegen fehlender Verkehrssicherheit in der Nacht. Am Tag ist die Straße voll von zorros.

  3. Ich persönlich kenne keinen Paraguayer…. kann natürlich nur von meiner Nachbarschaft sprechen…. die nicht gut von der Regierung Strössners reden. Sie alle haben sich immer sicher gefühlt. Bei weitem gab es nicht so viele Probleme wie heute. Mag an dem Lauf der Zeit liegen.
    Die meisten von ihnen würden diese Zeit gerne wieder haben.

    Das sind ausscließlich Aussagen meiner Nachbarn. Wie es damals hier war und andere Menschen sich gefühlt haben kann ich nicht sagen, denn ich war ja noch nicht hier.
    Ich frage mich nur, warum wünschen diese Menschen sich diese Zeit zurück?
    Sie sind jetzt auch nicht unglücklich, aber damals haben sie sich wohl aufgehobener gefühlt.
    Diese Aussage kenne ich auch von Deutschen die schon länger als 35 Jahre hier leben.

  4. Da sind auch die Aussagen die ich von meinen direkten paraguayischen Nachbarn höre. -Zitat- „Unter Stroessner konntest Du Nachts auf der Straße auf deinem Viehwagen schlafen. Da ist nichts passiert. Heute empfinde ich, dass die Sicherheit nicht mehr vorhanden ist.“ -Zitat Ende-
    Und die Gesetzgeber hören solche Aussagen nicht, weil sie sich nur um ihre eigenen Taschen kümmern. Dem kleinen Mann auf dem Land, dem hört man nicht zu.

  5. Peter Ferlesch-BRD

    Reply

    Hallo,Ich hatte 1985 die große Ehre, von Präsident Alfredo Stroessner in Asuncion empfangen zu werden.Ich überbrachte damals ein Schreiben und ein Gastgeschenk der Stadt Hof in Bayern, der Geburtsstadt von Stroessners Vater in der auch ich geboren bin.Und ich muß sagen, das ich mich vom ersten Tag an sowohl in Asuncion als auch im restlichem Teil des Landes immer sehr sicher fühlte.Als ich wieder in Deutschland war,fühlte ich mich einfach nicht mehr wohl.Es zog mich dann auch immer wieder für mehrere Monate nach Paraguay.Nachdem ich dann 1987 meine Frau kennenlernte, wollten wir dann für immer nach Paraguay auswandern.Doch das Schicksal wollte es anders, meine liebe Frau erkrankte damals schwer, so das es mit der Auswanderung nichts wurde.Mittlerweile ist meine Frau ein Pflegefall, und ich pflege Sie seitdem. Heute bin ich 58 Jahre alt und träume immer noch von diesem schönem Land, auch wenn sich meiner Meinung nach seit Stroessners Sturz vieles im Land zum Nachteil verändert hat.Trotzdm denke ich immer noch an meine Freunde von damals.Besonders eine Familie Aggensteiner, die meines Wissens in Limos eine Metzgerei oder ein Hotel betreiben. Auch war ich gerne in Asunsion inder Bar Tirol, dei damals 3 Freunden aus dem Stubaital in Österreich gehörte.Ob es das Lokal wohl noch gibt? .Na ja, vielleicht ist es mir eines Tages noch einmal vergönnt, wieder nach Paraguay zukommen.Allen Freunden und Paraguayern die diese Zeilen lesen wünsche ich ein Herzliches Hasta Luego.

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