400 oder 100?

Asunción/Pedro Juan Caballero: Heute Morgen wurden etwas mehr als 100 kg Kokain bei einer Straßenkontrolle in Chirigüelo beschlagnahmt, bei dem ein Bruder eines bekannten Drogenbosses mindestens ein 200 Liter fass voll mit Kokain Päckchen bei sich hatte.

Nach Aussage des Verhafteten, Rodrigo Arévalos Rodríguez, (28) alias Lentuki, betrug die beschlagnahmte Menge weißes Pulver jedoch mehr als 400 kg was dazu führte, dass der Polizeikommandant Paulino Rojas anordnete, dass die elf Polizisten, die bei der Aktion beteiligt waren nach Asunción zu überführen sind.

In der Vergangenheit passierten mehrmals ähnliche Vorfälle wo Polizisten neben den angegebenen Drogen noch etwas abgezweigt hatten.

Die zuständigen Polizeichefs aus Amambay wurden von ihren Pflichten enthoben, da dringender Verdacht besteht, dass mindestens 300 kg Kokain in die Hände der Uniformierten gefallen sein könnten. Der Schwarzmarktwert in Paraguay beträgt 210.000 US-Dollar während im angrenzenden Nachbarland er das Vielfache bedeutet.

Folgende Polizisten wurden nach Asunción gerufen: Luis Arias Navarro, Hugo Díaz, Ramón Torales, Ever Pérez, Sebastián Portillo, Wilfrido Portillo, Ramón Soto, Jorge Salinas, César Martínez, Antonio Alvarenga und Rosalino Cáceres.

Jetzt wird von Gesetzeswegen aus Telefongespräche unterhalb der Uniformierten überprüft, um festzustellen wer wen bei der Verfolgungsjagd gerufen hat. Nicht alle Polizisten waren zum Tatzeitpunkt im Dienst.

Trotz des Polizeiberichtes, der von der Verhaftung um 20.00 Uhr berichtet kann davon ausgegangen werden, dass der Drogendealer schon um 16.00 Uhr dingfest gemacht wurde. Der beschlagnahmte Chevrolet S-10 wurde höchstwahrscheinlich zum Abtransport der Drogenlieferung genutzt.

Nicht autorisierten Quellen zufolge war der Subkommandant der Polizei, Aldo Pastore, und der Direktor der 2. Polizeizone, Rubén Rosas Florentín, sowie weitere Chefs bei der Festnahme zugegen.

Ebenso sagen die unbestätigten Berichte, dass im Tausch gegen 250.000 US-Dollar eine Freilassung verhandelt worden sei.

Keiner der Uniformierten konnte und wollte diese Informationen bestätigen, da diese beim Eintreffen der Presse alle flohen. Auch die Agenten der Senad waren zuständig, dass ein Gewinn für die Polizisten schwieriger wurde, als eventuell geplant. Der Staatsanwalt Justiniano Cardozo, waren bei den Beamten der Anti-Drogentruppe.

Gegenüber der Presse zeigte sich der Verhaftete Arévalos überrascht, dass nur 100 statt 400 kg offiziell angegeben wurden. „Bei dieser Menge spielt es fast keine Rolle mehr, die Zeit hinter Gittern sei die Gleiche“, so der Festgenommene.

(Wochenblatt / Última Hora)

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3 Kommentare zu “400 oder 100?

  1. Nun beim Lesen dieses Artikels wird sicherlich auch dem letzten klar, warum Drogen dringend legalisiert werden müssen. Dieser Sumpf kann nur ausgetrocknet werden, wenn keine Schwarzmarktpreise mehr erzielt werden können. Sogar an sich biedere Polizisten können solchen Gewinnerwartungen nicht wiederstehen und werden so ebenfalls kriminell.

  2. Legalisieren von Drogen oder nicht, diese Frage stelle ich mir auch. Wenn man bedenkt, dass Salz einmal sehr teuer war.
    Würde mich wunder nehmen, wenn man alle Drogen weltweit legalisieren würde, was dann passiert. Eine Konsequenz wäre sicherlich, dass die Mafia-Bruderschaft morgen kein Einkommen mehr hätte. Menschen welche Koksen landen halt da, wo heute jeder Schwerst-Alkoholiker landet. Auf jeden Fall wäre die Legalisierung für den Steuerzahler schlussendlich günstiger, auch wenn es ein paar tragische Fälle mehr gibt. Das liegt in der Eigenverantwortung. Fast alle Staatsausgaben für Bekämpfung, Verfolgung und Abfedern der Konsequenzen aus Drogen würden entfallen. Sehr grosse negative Auswirkung einer weltweiten Legalisierung fällt mir gerade nicht ein. Vielleicht höchstens, dass es den Mächtigen dahinter schlechter gehen würde, was bedeutet, dass es dem Fussvolk auch schlechter ergehen würde.

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