5 Jahre Haft weil er helfen wollte

Asunción: Ob Unrechtsbewusstsein oder nicht, Édgar Martínez Sacomann wollte kranken Menschen helfen und produzierte zu Zeiten, wo es noch kein Cannabis Öl auf dem Markt erhältlich war, das Medikament ohne Erlaubnis. Ein Berufungsbericht bestrafte ihn hart.

Der erste Prozess gegen den Mann, bei dem 100g Marihuana gefunden wurde, welches zur Herstellung von medizinischem Cannabis Öl benutzt werden sollte, hatte eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren zur Folge, die wegen dem Hausarrest quasi abgegolten war. Martínez Sacomann wollte jedoch einen Freispruch und ging in Berufung. Gestern wurde er von einem Berufungsgericht zu 5 Jahren Haft verurteilt, was nach der Urteilsbestätigung tatsächliche Haft für ihn bedeutet.

In diesem Kontext sagte der Minister des Anti-Drogensekretariats, Arnaldo Guizzio, “dass die Richter das taten was sie tun mussten. Das ist unsere Legislative-Die Richter wären prozessiert worden, wenn sie nicht nach dem Gesetz entscheiden hätten. Generell gilt, dass das Gesetz N° 1.340 sehr hart ist. Ich gehe bis dahin mit, dass heute die Sichtweise eine andere ist, weswegen wir das Gesetz zur Anpflanzung von medizinischem Cannabis unterstützen. Dies geht aber erst wenn das Gesetz in Kraft ist. Unabhängig davon ob eine Person das Öl herstellen kann, ist es gefährlich für die Familie, da es nicht kontrolliert wird.“

Édgar Martínez Sacomann, jetzt verurteilt, kann den Äußerungen von Guizzio nichts Positives abgewinnen. “Ein Minister nennt sich Minister, weil er sagt, dass Cannabis gefährlich ist. Warum fragt er nicht die Mütter von Mamá Cultiva, ob ihren Kindern bei den gesundheitlichen Problemen geholfen worden ist? Der Staat gab das Cannabis Öl weder kostenlos aus noch erlaubt er die Produktion“, sagte er.

Der Verurteilte will sich nun an internationale Instanzen wenden, damit sein Fall mehr Aufmerksamkeit erhält.

Wochenblatt / Abc Color

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6 Kommentare zu “5 Jahre Haft weil er helfen wollte

  1. Der Staatsanwalt, dem er das zu verdanken hat, Edgar Martinez, hat sich wohl in einem anderen Fall dafür eingesetzt dass ein Stadtrat, der 136 kg Marihuana bei sich hatte, ungeschoren davon kommt.
    Was sagt denn da Herr Giuzzo?

    Herr Sacomann, tun Sie sich ein Gefallen und bitten um Asyl in Uruguay oder Finnland, in so einem Land wie Paraguay, wo „Gut sein“ bestraft wird, hält es doch kein Mensch aus.

  2. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    Hundezoepfchen?
    Nun, Pablo Escobar produzierte ja auch Kokain und die Dealer wollen alle nur helfen – helfen tuts besonders dem eigenen Portemonnaie und das Fallen in Suechte anderer – dem wird nachgeholfen.
    An Hilfe fehlt es allemal nicht, nur ist die Hilfe normalerweise nicht gemeinnuetzig.
    Wie waers mit ner „gemeinnuetzigen“ Marihuanakooperative „sin fines de lucro“ – das waere der Lacher des Tages.

  3. Genau nach dieeser Logik arbeiten auch die Flüchtlingsbringer. Sie wollen nur helfen, sie tun gutes. Deshab wäre es wichtig gewesen hier sofort durchzugreifen. Es ist eben eines wie das andere. Es gibt immer mehr als einen Grund für solche Aktionen aber nicht alle sind gut. Damit ist alles gesagt.

  4. Völlig unverhältnismäßig.
    Das Berufungsgericht sollte dafür da sein die vorige Instanz in ihrem Urteil zu bestätigen oder dieses gar aufzuheben.
    Typisch Paraguay. Man hat die hohen Herrschaften belästigt und das kommt dabei heraus! Pure Willkür.
    Armes Paraguay.

  5. @Hexenjagd: Das kann Dir in D. auch bluehen. Das Schoeffengericht verurteilt Dich zu einer Bewaehrungsstrafe mit Geldauflage und bei der Berufungsverhandlung beim Landgericht gibt es noch einen Zuschlag und einen RA braucht man da auch noch, der Geld kostet. Bei Strafbefehlen genauso! Vorher kalkulieren.

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