50% vom Gehalt für den Wahlkampf

Eine vermeintliche Kommunikation zwischen der Personalchefin der Stadtverwaltung von Asunción und einer Bewerberin um einen Posten in der Institution machte dieser Tage die Runde in sozialen Netzwerken. Gemäß dem Dialog sollte die Stellenaspirantin die Hälfte ihres Gehaltes für die Wahlkampagne des aktuellen Bürgermeisters abgegeben.

Die unbekannte Bewerberin fragte, gemäß der Darstellung, nach einem Termin mit der Personalbeauftragten der Gemeinde, Lourdes Cassanello, um den Stand ihres Bewerbungsverfahrens zu kennen, sie berief sich ein Versprechen, das ihr gegeben wurde, falls „Arnaldo“ gewinne.

Die Mitarbeiterin der Stadt wollte das Treffen auf keinen Fall in den Räumlichkeiten ihrer Institution abhalten. „Ich will nicht, dass die Leute dich mit mir in Verbindung setzten“, schrieb sie. „Besser keiner fragt dich etwas. Hier gibt es viel Schlechtigkeit“, heißt es später in dem Dialog.

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Der Posten sei sicher und man werde versuchen, dass es eine hohe Einstufung gebe, mit einer Entlohnung mindestens um die 5 bis 6 Millionen Guaranies, die Hälfte davon sollte an die Bewerberin gehen, allerdings sei die genaue Quote noch nicht klar, hier hätte Cassanello noch keine klaren Instruktionen.

Die anonyme Nachwuchskraft fragt dann, wie sie bei dem hohen Abschlag das Geld wiederbekommen soll, welches sie für die Kampagne gegeben habe. „Darüber reden wir später“, lautet die Antwort, ergänzt um die Aussicht möglicherweise auch die Schwester der Bittstellerin mit einem Posten zu versorgen, und einer Beförderung nach sechs Monaten.

Gemäß dem Stadtrat Elvio Segovia kann aufgrund der Veröffentlichung keine Anzeige erfolgen, da die Identität der zweiten Person nicht bekannt ist. Möglicherweise könne die Staatsanwaltschaft Auskünfte bei dem Telefonanbieter einholen.

Cassanello weist die Vorwürfe entschieden zurück und kündigt ihrerseits eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft an, um die Verantwortlichen auszumachen und zu bestrafen. Im Hinblick auf die Konversation sei sie sich nicht sicher, ob diese im politischen oder im privaten Rahmen geführt wurde.

Es sei das erste Mal in ihrer administrativen Karriere, dass ihr etwas Unrechtes vorgeworfen wurde. Sie sei bereit ihr Telefon für eine gutachterliche Untersuchung zur Verfügung zu stellen, damit das Thema aufgeklärt werden, gab Cassanello zu verstehen.

Die Stadt Asunción weigert sich mit einer Verfassungsklage Auskünfte über ihre Personaldecke zu machen, zu denen sie durch das Transparenzgesetz, wie alle öffentlichen Einrichtungen, verpflichtet ist. Über die genaue Zahl der Mitarbeiter gibt es nur Spekulationen, eine davon ist, dass es in jedem Wahlkampf deutlich mehr werden.

Quelle: Última Hora

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