800.000 Guaranies als “Schutzgeld“ für die Polizei

Asunción: Der Besitzer einer Bar in Asunción hat eine Anzeige eingereicht, weil es zu vielen Autoaufbrüchen in seiner Gegend kommt. Anstatt diese zu verhindern, forderte die Polizei, dass 800.000 Guaranies pro Woche bezahlt werden sollen, um zweimal pro Nacht Streife gehen zu können.

Seit einem Jahr hat Santiago Alonso eine Bar, etwa einen halben Block von der Avenida Mariscal López entfernt. Er ist angesichts der Unsicherheit, die seine Kunden abschreckt, verzweifelt.

Dies sind Kriminelle, die am vergangenen Wochenende mehr als drei Fensterscheiben von Autos eingeschlagen hatten. Das Schlimmste ist, dass Alonso Fotos und Videos der Personen hat, die die Autoaufbrüche ausführten und der Polizei übergab. Diese identifizierte zwar die Kriminellen, nahm sie vorläufig fest und ließ sie dann aber wieder laufen.

Alonso weiß nicht mehr, was zu tun ist und beabsichtigt, private Wachleute anzustellen. Ansonsten will er einen Weg finden, Vereinbarungen mit Parkhäusern zu treffen. Er kann sich nicht auf die Polizei verlassen, da sie ihm zwar zweimal pro Nacht eine Patrouille angeboten hat, im Gegenzug für 800.000 G pro Woche, “denn der Kraftstoff reicht nicht“.

Auf der anderen Seite bestritt Kommissar Luis Justiniano, stellvertretender Leiter der 3. Polizeiwache, diese Informationen und behauptete, dass seine Beamten über ausreichend Ressourcen verfügen würden. Er bestätigte aber, dass jedes Wochenende sechs Anzeigen wegen eingeworfener Fensterscheiben bei Kraftfahrzeugen in der besagten Gegend eingereicht werden.

Wochenblatt / Paraguay.com

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4 Kommentare zu “800.000 Guaranies als “Schutzgeld“ für die Polizei

  1. Ja. Das Patrouillieren der Polizei wäre mit viel Arbeit verbunden. Das heißt, man müsste auf 6 Millionen geschätzt mehr Polizisten einstellen, um die viel Arbeit bewältigen zu können, Amigos, Hermanos, Tios, Primos, Padrinos und Cuñados wären zwar vorhanden, doch man ist noch am lernen, was Polizeiarbeit überhaupt für einen Sinn manchen soll. Polizei ist doch so eine Erfindung aus der Zeit der Ömer, sowas braucht man hierzulande nicht, nicht einmal Straßen, die diejenigen aus dieser Zeit standhalten. Wo käme das Land den hin, wenn nicht weiterhin jeder das machen kann, was er will? So gesehen wäre die Einstellung von 6 Millionen neuen Polizisten zwar gerne willkommen bei Amigo, Hermano, Tio, Primo, Padrino und Cuñado um sich ein begehrtes Jöbchen im Staatsbetrieb mit zugesicherter Rentenbezug ab dem 20. geleisteten Bedienstetenjahr, doch ist man so schlau dies im Parlament nicht zu genehmigen, da man das Geld besser zum Fenster raus schmeißt. Oder noch besser in den eigenen Hosensack.

  2. Man könnte sich ja über die hiesigen Zustände aufregen, wenns nicht weltweit genau so laufen würde, nur etwas besser versteckt wird?
    Unsere Welt ist extrem moralisch verfallen, Werte, ausser Geldwerte, gibts keine mehr, Menschlichkeit und Emphatie sind verschwunden.

  3. Viele Leute haben keine Internkenntnisse. Der taegliche Dieselsatz liegt bei 50.000 G pro Wagen. Da dies ja fuer ein Revier durchschnittlicher Groesse nicht zureicht, muessen diese Kleinpolizisten den Sprit aus der eigenen Tasche zuzahlen und sind auf Spenden von Tanken und Geschaeftsleuten angewiesen. Geht eine Karre durch „Verschulden“ zu Bruch, ist auch der Fahrer in der Haftung.

  4. das ist der Zahn der Zeit. Wir geben uns in der wichtigsten Zeit unseres Lebens weg. In die Kindertagesstätte und ins Altenheim. Damit wir uns nicht kümmern müssen und weiter dem wichtigsten im Leben nachgehen können: Einkommen.
    Das wirft die Frage auf, warum Wohlstand erstrebenswert sein soll. Oder um die Worte von Prof. Lesch aufzugreifen: warum tun wir nicht, was wir tun sollten? Warum zerstören wir unseren Lebensraum? warum schaffen wir es nicht die Gesellschaft so zu formen, dass Hasspredigern die Argumente ausgehen?
    Zur völlig verdorbenen, ingnoranten Egokultur in den Ballungszentren von PY muss man nichts mehr sagen.

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