New York: Das US-Medium New York Times hat einen ausführlichen Artikel über den starken Druck veröffentlicht, den China auf Paraguay ausübt, angesichts der langjährigen diplomatischen Allianz, die das Land mit Taiwan unterhält.
Der von Laurence Blair unterzeichnete Bericht erwähnt, dass die paraguayische Regierung unter Präsident Santiago Peña betont hat, dass sich sein Land – klein und umgeben von Giganten wie Brasilien und Argentinien – mit Taiwans Kampf um die Unabhängigkeit gegenüber China identifiziert.
Er hebt jedoch hervor, dass sich der Einfluss Pekings in den letzten Monaten intensiviert habe. Dabei wird China beschuldigt, durch Cyberangriffe, Bestechungsgelder und das Anlocken von Abgeordneten mit Luxusreisen nach China zu versuchen, Paraguays diplomatische Haltung zu brechen.
Der Zeitungsbericht unterstreicht eine wachsende interne Spaltung: Während Agrarproduzenten auf den Zugang zum massiven chinesischen Markt drängen, bleibt die derzeitige Regierung ein strategischer Verbündeter der Vereinigten Staaten.
Blair vertritt die Ansicht, dass China eine vielschichtige Strategie aus wirtschaftlichem, politischem und technologischem Druck anwendet, um Paraguay dazu zu bewegen, seine langjährigen Beziehungen zu Taiwan abzubrechen und stattdessen Peking anzuerkennen.
Szenario
Der Bericht legt besonderes Augenmerk auf das internationale Szenario, das die paraguayische Entscheidung beeinflusst. Er stellt fest, dass die Vereinigten Staaten ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht haben und Paraguay als strategischen Verbündeten in der Region betrachten – zu einem Zeitpunkt, an dem Washington versucht, dem wirtschaftlichen Einfluss Chinas in Lateinamerika entgegenzuwirken.
Allerdings gibt es in Paraguay auch kritische Stimmen, die die Abhängigkeit von Taiwan hinterfragen und vor dem möglichen Verlust von Handelsmöglichkeiten mit China warnen, das einen größeren und lukrativeren Markt darstellt.
„Taiwan, mit einer Bevölkerung von 23 Millionen Einwohnern, hat seine Beziehung zu Paraguay, einem Land mit 6,1 Millionen Menschen, im Wesentlichen auf der Basis von Gefälligkeiten aufrechterhalten: ein Präsidentenflugzeug, gebrauchte Hubschrauber, Elektrobusse und touristische Reisen für paraguayische Politiker nach Taipeh, der Hauptstadt. Es hat auch taiwanische Telenovelas ins Spanische synchronisiert und den Bau des paraguayischen Kongressgebäudes finanziert. Doch China erhöht den Druck auf Paraguay, die Beziehungen zu Taiwan abzubrechen“, heißt es in dem Artikel.
China nutzt laut dem Bericht seine Position als globaler Massenmarkt aus, um jene Länder zu benachteiligen, die diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhalten.
„Die heikle Lage, in der sich Paraguay zwischen China und Taiwan befindet, fällt in eine Zeit, in der Trump die Reduzierung des wirtschaftlichen Einflusses Chinas in Lateinamerika zu einem Eckpfeiler seiner Regionalpolitik gemacht hat. In den letzten Jahrzehnten hat China hunderte Milliarden Dollar in Form von Hilfe, Krediten und Projekten wie Häfen und Straßen in Lateinamerika investiert“, so ein weiterer Teil der Reportage, die von Fotografien jener Orte begleitet wird, an denen taiwanische Investitionen im Land sichtbar sind, wie etwa ein Industriepark in Minga Guazú.
Der Artikel weist jedoch darauf hin, dass die interne Debatte zunimmt, da einige paraguayische Politiker und Wirtschaftsführer argumentieren, das Land verkaufe sich „unter Wert“, indem es an der Allianz festhalte und gleichzeitig chinesische Investitionen und Handel einbüße. „Paraguay befindet sich an einem Scheideweg und bekräftigt sein Engagement für Taiwan in einem komplexen globalen Umfeld“, so das Fazit.
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