“90% der Brände sind gewinnorientiert“

Asunción: Kapitän Christian Vázquez, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des paraguayischen Freiwilligen Feuerwehrkorps (CBVP), berichtet, dass 90% der Brände, die auf Weiden registriert werden, gewinnorientiert seien.

In den letzten Tagen hat eine Welle von Waldbränden das Land schwer getroffen. In dieser Hinsicht erklärte Kapitän Christian Vázquez, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der paraguayischen Freiwilligen Feuerwehr (CBVP), dass sie absichtlich gelegt und zum Profit gedacht seien.

„Ich bin sicher, dass die Brände zu 90% absichtlich gelegt werden. Wir sprechen über Personen, die Gewinn machen wollen und Feuer benutzen“, sagte der Vázquez in einem Interview mit dem La Lupa-Programm von Telefuturo.

In diesem Sinne hat der Minister des Nationalen Notfallsekretariats (SEN), Joaquín Roa, vor Tagen auch darauf hingewiesen, dass es Anzeichen dafür gebe, dass die Brände durch menschliches Handeln verursacht werden.

Aus diesem Grund hat die Anklagebehörde auch ein Team von mehreren Staatsanwälten gebildet, um die Ausbreitung der im ganzen Land verursachten Brandquellen zu untersuchen und festzustellen, ob sie versehentlich oder absichtlich auftreten.

Angesichts des aktuellen Kontextes und der großen Anzahl von Waldbränden initiieren die Feuerwehrleute eine Solidaritätssammlung, um die Kosten der verschiedenen Einsätze zu decken.

„Die Sammlung ist sehr wichtig für uns, weil wir damit überleben können“, sagte Vázquez.

Der Kapitän erklärte, dass jede Feuerwache im Land mit seinen Kräften auf die Straße gehen werde, um eine Zusammenarbeit der Bürger anzufordern und die Ressourcen zu bündeln, damit sie genug Geld einsammeln können.

„Der Betrieb einer Feuerwache, um von der Ersten Kompanie zu sprechen, beträgt 500 Millionen Guaranies pro Jahr, aber wenn wir einen guten Service bieten wollen, brauchen wir 20 Milliarden Gs. Alle Handys, die wir haben, sind Spenden. Bei diesen Dienstleistungen, die wir aufgrund der Brände erbracht haben, ist eine wöchentliche Wartung der Fahrzeuge und der Ausrüstung erforderlich“, sagte er.

Andererseits appellierte Vázquez ebenfalls an die Solidarität der Bürger, da 80% der Feuerwehrleute bei den letzten im ganzen Land durchgeführten Einsätze ihre Stiefel und Handschuhe verloren hätten.

Die Spendenaktion Bombetón 2020 begann am letzten Sonntag, dem 4. Oktober und läuft bis zum 11. Oktober.

Wochenblatt / Ultima Hora

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5 Kommentare zu ““90% der Brände sind gewinnorientiert“

  1. Jeremia Ritter von Ochs vor dem Berg

    Nur 90% der Braende sind menschlichen absichtlichen Ursprungs? Das ist sogar niedrig angesetzt. Ich wuerde sagen dass 99% aller Braende in Waeldern absichtlich gelegt wurden um Brandrodungen oder Brandstrauchbekaempfung zu betreiben. Na gut eine 10%ige Fehlerquote kann man in dichtbesiedelten Gegenden zugestehen also 90% sind dann absichtlich gelegt und passierten nicht durch Ungluecke.
    Das kann man sehr schoen beweisen da es im Zentralen Chaco bei den Mennoniten praktisch niemals brennt – weil eben keiner Brandrodungen betreibt. Anders sieht es allerdings mittlerweile bei abgelegenen Liegenschaften der Mennoniten aus wo diese anscheinend auch mit dem Uebel der Brandrodung beginnen (siehe Fall Kroeker Duerksen und Sudermann Zacharias, etc).
    Die Leute glauben wohl dass man Rodungsplaene nur fuer Planierraupen braucht aber Brandrodungen ohne Papierwisch erledigen darf. Zudem sind die Rodungsplaene ja sowieso nur eine art von Zahlungsbeleg dass man die Forstingenieure bezahlt hat. Diese nicken das nur ab. Ja geradezu dazu scheint es wurde mal die Forstingenieurlaufbanhn bei der Uni gegruendet und zwar genau zu der Zeit als es mit dem Landausverkauf des Chacobodens so richtig los ging. Vorher gabs diese Berufsrichtung naemlich garnicht. Es war aber die perfekte Gelegenheit auch mitzuverdienen indem die Forstinschenieure so lange an den eingereichten Plaenen rumnoergeln bis die Summe dann stimmt und man den „visto bueno“ Stempel raufdruecken kann.
    Leider sind die Waechter der Natur, welches ja die Forstingenieure sein sollten, nur buerokratische Mitverdiener an der Verscherbelung von Landstuecken im Chaco. Denn diese woller irgendwann roden um ihre Inversion zurueckzuholen. Und so wurde der Foerster zum Holzfaeller.
    Diese sogenannten Ingenieros Forestales (Forstingenieure) sind das Aequivalent zum europaeischen klassischen Foerster. Nur das diese nur den Papierwisch absegnende Holzfaeller in Bueroraeumen sind – Papiertiger und Schreibtischtaeter.
    Wenn dann der letzte Wald abgeholzt wurde und der Beruf des Foersters auf dem Spiel steht, dann schreien sie wohl lauthals nach Aufforstung und werkeln emsig mit den Papieren in die Richtung daher.

  2. Was für eine Erkenntnis! Feuer entstehen außerdem NIEMALS von allein. Immer ist der Mensch Verursacher, aus Unachtsamkeit, Leichtsinn oder aus Vorsatz. Hier in PY meist aus Vorsatz oder/und Dummheit. Selten hat man davon gehört, daß die Brandleger ermittelt oder gar verurteilt wurden, galt doch bisher Brandrodung stets als „kulturelles Erbe“ und somit als normal. Das Interesse an einer Verfolgung solcher krimineller Akte war auch bisher nicht sonderlich groß, zumal die betroffenen Grundstücksbesitzer der Feuerquellen „angesehene Bürger“, machtvolle Großgrundbesitzer mit Verbindungen in die Politik und den verfluchten Parteienfilz hatten. Alle leiden darunter, doch die wenigen, rücksichtslosen Verbrecher an Umwelt und Gesundheit der Bevölkerung kommen ungestraft davon. Auch das hängt mit dem nicht vorhandenen Rechts- und Unrechtsbewußtsein zusammen, das überall anzutreffen ist.

  3. Das die persönliche Schutzausrüstung zerstört wurde ist nachvollziehbar bei der Vielzahl der Brände . Das die Zerstörung der Sachen hier dank Übersetzungsprogramm als verlorene Schutzausrüstung bezeichnet wird dürfte eine Schwäche des Übersetzungsprogramms sein. Hier zu helfen kann somit nicht schaden.

  4. 90 % prozent hätte ich nicht gedacht, da bin ich sogar optimistischer. Man sieht aber wieder, dass eine gesellschaft nicht funktonieren kann, wenn es nur um gewinn geht. Wie ich schon geschrieben habe, arbeiten viele noch freiwillig für die verursacher und profitierer. Genau so funktionieren ngos. Es ist also sinnlos.

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