Nach Unfall im Rollstuhl alleine gelassen: “Gerechtigkeit nur für die, die Geld haben“

Coronel Oviedo: Ein Vater, der einen Sohn mit einem Herzfehler hat, ist gezwungen, Obst und Gemüse zu verkaufen, nachdem er vor mehr als einem Jahr einen schrecklichen Unfall erlitten hat, der ihn an den Rollstuhl fesselt.

Die Unfallverursacherin konnte bisher nicht für den Schaden verantwortlich gemacht werden. Menschen, die diesem kämpfenden Mann helfen möchten, können die von ihm angebotenen Produkte vor der Kirche San Pedro im Viertel Las Mercedes von Coronel Oviedo kaufen oder ihn unter der Telefonnummer (0994) 631-856 kontaktieren, um ihm Hilfe anzubieten.

Julius Cäsar Alfonso, 42, der Vater eines kleinen Jungen, der an einem angeborenen Herzfehler leidet, erlitt einen schweren Verkehrsunfall, der ihn querschnittsgelähmt machte.

Der Vorfall ereignete sich im September letzten Jahres bei km 131 der Route PY02, im Westen der Stadt Coronel Oviedo. Er war mit einem Motorrad unterwegs und befand sich auf der vorfahrtberechtigten Straße, als ihm laut Polizeibericht und den Videos der Überwachungskameras ein von Liz Mabel Orué Trinidad, 21, gefahrenes Auto in den Weg kam.

Durch den Unfall erlitt das Opfer einen Wirbelsäulenbruch, für den er physiotherapeutische Behandlungen braucht, neben vielen Medikamenten.

Zunächst konnten die Angehörigen von Alfonso die für den Unfall verantwortliche Person kontaktieren und sie versprach zusammen mit ihrer Mutter, sich um die medizinischen Kosten zu kümmern, doch tauchten sie nie mehr auf und überließen das Opfer seinem Schicksal.

Am 27. September dieses Jahres gewährte der Richter Luis Fernando Torres der Unfallverursacherin Orué Hausarrest und entzog ihr lebenslang den Führerschein.

Alfonso drückte damals seine Enttäuschung darüber aus, was das Justizsystem in seinem Fall entschieden hatte.

„Ich weiß nicht, was ich sonst von Paraguay halten soll, es gibt keine Gerechtigkeit für arme Menschen, nur für die, die Geld haben. Die Leute machen, was sie wollen“, klagte der Mann nach der mündlichen und öffentlichen Verhandlung.

Wochenblatt / Prensa 5

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4 Kommentare zu “Nach Unfall im Rollstuhl alleine gelassen: “Gerechtigkeit nur für die, die Geld haben“

  1. Eine sicherlich schrecklich Geschichte, man möchte sie niemals selbst erleben, nur wirklich Hilfe sieht anders aus, als den “ Schuldigen “ dafür haften zu lassen.
    Was ist denn, wenn der Verursacher selbst arm ist, so eine alte Schrottmühle fährt, die noch nie einen “ TÜV “ hatte? Der in dem Fall “ Schuldige “ hat auch kein Geld. Wie denn nun weiter, fragt man sich, klar man kennt aber auch die Antworten, aber keiner hat den Mut das durch zu setzen, warum eigentlich…..
    Es muß eine Pflichtversicherung her, wie sie üblich ist, in Deutschland, um ein Beispiel zu nennen. Dann würde solche schlimmen Folgen abgemildert.
    Denn was nützt es am Ende, wenn das Opfer und er sog. “ Schuldige “ ruiniert sind, also noch mehr Elend.
    Das ist meine Meinung dazu, ich weiß keine andere Lösung…….

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  2. Da verhängt ein Richter nach einem Verkehrsunfall Hausarrest plus lenslanges Fahrverbot. Damit haben Richter und Staatsanwalt wohl gemeinschaftlich verhindert, daß dem Mann von der Unfallverursacherin geholfen wird. Haetten Richter und Staatsanwalt einfach nur den Ausgleich des Schaden bestimmt, haette das Opfer keine finanziellen Probleme.

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  3. Der Paragauy ist eben ein gerechtes Land. Als Unfallverursacher:*In sagst einfach, du hättest keine Plata. Die ollen Europäer würden dir gar den TV wegnehmen. Aber der Paragauy ist eben ein gerechtes Land. So hart darf man mit den Opfern nicht sein und die Täter müssen halt gucken wie sie über die Runden können. Könnens ja zum Spenden aufrufen.
    Die Frage, ob sich der Unfall tatsächlich so abgespielt hat, bleibt natürlich für immer ein Geheimnis. Denke nicht, dass hiesig Vollprofi-Prästeinzeitjustiz und -polizei zwischenzeitlich schon über Kreide, Graphitbleistifte, Bleistiftspitzer, Tesa-Rolle und moderne Nokia 3310 High-res Polizeicams verfügt, um Spuren zu sicher. Naja, bringt ja auch nix, dazu müssten ja auch imstande sein diese auszuwerten.
    Jedenfalls hat sich der Richter nach bestem Gewissen und Können mit viel Fleiß viel Mühe gegeben, um seinen hierzulande üblichen Daumen mal Pi -Richterspruch zu artikulieren.
    Keine Sorge, potenziell kann es eines Tages jeden von uns treffen. Solche sind an der Tagesordnung und selbst nach mit bestem Gewissen und Können mit viel Fleiß und viel Mühe abgegebenem hierzulande üblichen Daumen mal Pi -Richterspruch auch morgen noch Richter:*In.

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  4. Man kann hier keine Empfehlung geben. Ausser, nun zu versuchen, das beste aus der Situation zu machen, hoffen dass die Frau nicht davon läuft, und sich evt. einen Job als Nachtwächter oder Kindergärtner suchen.
    Mit Rache, Enttäuschung und Ärger würde der Mann nur dem Alkohol verfallen.

    Er sollte sich nun einen angefahrenen 3-Beinigen Hund o. Katze von der Strasse suchen, und sich von ihm o. ihr zeigen lassen, wie man mit einem Handicap halbwegs gut weiter leben kann.

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