Es haben sich auch schon andere geirrt

Asunción: Das Ergebnis der internen Wahlen ist einerseits hinzunehmen aber andererseits auch fragwürdig, in Bezug, was die Faszination um den Ex-Präsident befeuert. Schon vor der Wahl war klar, dass es eine bestimmte Gruppe Menschen gibt, die ihn anstandslos unterstützen wird.

Aus Sicht von Arbeitnehmern, die eben erst einen Arbeitsplatz in einem seiner zahlreichen neuen Ketten und Geschäfte gefunden haben, besteht kein Zweifel an dem Grund an der Wahl. Bei vielen anderen Wählern bemerkt man jedoch eine Begeisterung, eine Faszination, die vergleichbar ist, als wenn man das erste Mal einen Mafia-Film oder die Netflix Serie Narcos sieht. Hierbei geht es gar nicht darum zu wissen, was der Geschäftsmann eventuell gemacht hat und was nicht, sondern vielmehr um die Faszination seines Rufes. Während der Ex-Präsident im Ausland nur eher beschränkt beliebt ist, scheinen hier die Wähler den USA zeigen zu wollen, dass sie hier im Land nichts zu sagen haben oder anders interpretiert: „Was für euch illegal und korrupt ist, ist es für uns noch lange nicht“. Ebenso traten viele auf die Gender-Bananenschale, was genau genommen ein schlauer Schachzug nur Wochen vor der Wahl war. Aus einem Gemisch dieser Gefühle ist es durchaus nachvollziehbar, dass man für ihn stimmte – in der Hoffnung eines Tages auch wie er zu sein, etwas vom Kuchen abzubekommen, einfach ein besseres Leben zu leben. Es gibt jedoch auch viele, die, auch ohne finanzielle Gegenleistung, nur fanatische Fans sind, ohne dies richtig begründen können.

Angenommen sein Schützling wird Präsident, was nicht unwahrscheinlich ist, wer auf internationaler Ebene wird dann mit seinem Sprecher Geschäfte machen wollen? Ok, wer Nicolas Maduros Charakterzüge mag, kann sich vorstellen, wohin das führt, aber ein gemeinsames Miteinander, wie bisher, ist eher schwer vorstellbar. Aber da der Paraguayer eh der Meinung ist, das hier der Nabel der Welt zu finden ist, scheint es ihnen, oder zumindest Wählern völlig egal zu sein. Und jetzt die Keule rauszuholen, dass die USA das korrupteste Land ist, klingt zwar eindrucksvoll, bringt den Diskurs jedoch vom eigentlichen Weg ab.

Sollte sein Schützling im April 2023 gewinnen, wird höchstwahrscheinlich ab August 2023 die Tabaksteuer wieder gesenkt, man tritt aus internationalen Tabakabkommen aus und verringert die Kontrollaufträge der Grenzpatrouillen, damit Zigaretten ungehindert weiter nach Brasilien kommen. Falls wirklich jemand noch glauben sollte, dass man mit der Produktion von Zigaretten Geld verdient und anderen den Schmuggel überlasst, anstatt Strohmänner einzusetzen, dann versteht diese Person wenig von einer Wertsteigerungskette, die bei den Zigaretten und dem Weg zum Endkunde auf jeden Fall gegeben ist. Am wenigsten wird jedoch nun in die Bildung investiert, denn keiner der Politiker schickt seien Kinder auf staatliche Schulen und viel schlimmer, eine Investition in diesen Sektor sieht man erst nach rund 20 Jahren. Auf was man sich bei günstiger Besetzung des Kongresses jedoch gefasst machen kann, ist eine Verfassungsänderung, bei der sicherlich ein Wiederwahlmandant mit enthalten sein wird.

Wochenblatt / Kommentar

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2 Kommentare zu “Es haben sich auch schon andere geirrt

  1. Schaffer, Willy

    Ja, Schmuggel, Geldwäsche, Drogen- und Waffenhandel ist halt schon so eine Krankheit in zivilisierten Ländern. Ich denke, hierzulande nicht einmal ein Kavaliersdelikt, sondern eher als karrierefördernden Leistungsausweis anzusehen. Immerhin leben wir hier ja auch nicht mehr Ende des Steinzeitalters, in welchem viele noch versuchen den Rest ihres Lebensunterhals mit Müllabfackelfeuerchen zu beseitigen. Schmuggel, Geldwäsche, Drogen- und Waffenhandel, daran kann man schon recht gut erkennen, dass einige sich schon um Einiges weiterentwickelt haben.

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  2. Deutsch-Paraguayo

    „… verringert die Kontrollaufträge der Grenzpatrouillen, damit Zigaretten ungehindert weiter nach Brasilien kommen“ – was soll dieser Unsinn? Der Käufer der Zigaretten ist mit einer ordnungsgemäßen Rechnung ausgestattet. Selbst wenn Paraguay die Ausfuhr kontrollieren würde, dann gibt es an diesem Vorgang nichts auszusetzen. Wenn in Argentinien, Bolivien und Brasilien die Einfuhr nicht kontrolliert und demzufolge der Zoll nicht entrichtet wird, dann sind dafür nicht die paraguayischen Grenzpatrouillen verantwortlich. Ich frage mich, weshalb das Wochenblatt dem Ex-Präsidenten etwas anhängen möchte? Ständig werden unbewiesene Beschuldigungen wiederholt, und seien sie noch so an den Haaren herbeigezogen. Warum interessieren Sie sich nicht für die Konten Maritos in Panama und Florida?

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