Polizeikommandant: „Wahrnehmung“ der Unsicherheit übersteigt die Statistiken

Asunción: Der Kommandant der Nationalpolizei, Carlos Benítez, erklärte, dass das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung eine „subjektive“ Komponente habe, die auf eigenen Erfahrungen basiere. Er räumte jedoch ein, dass es Straftaten gibt, die nicht angezeigt werden, was zu einer Untererfassung in den offiziellen Statistiken führt. Dennoch bekräftigte er, dass Paraguay eines der sichersten Länder sei und die Kriminalitätszahlen im vergangenen Jahr niedriger ausgefallen seien.

In einem Interview erklärte Kommandant Carlos Benítez zusammen mit Kommissar Luis López, dass die gesellschaftliche Wahrnehmung nicht immer mit den Zahlen übereinstimme. Er stellte jedoch klar, dass dies nicht bedeute, dass die Vorfälle nicht stattfinden würden.

„Wahrnehmung ist subjektiv“, so Benítez zur Debatte darüber, ob es heute mehr oder weniger Unsicherheit gebe. Er gab zu, dass viele alltägliche Delikte nicht formell registriert werden, was verhindere, dass die Zahlen die gesamte Realität widerspiegeln.

„Es gibt Vorfälle, die nicht angezeigt werden“, sagte er und nannte häufige Fälle wie Diebstähle aus Fahrzeugen, Sachbeschädigungen oder kleinere Raubüberfälle, bei denen die Opfer oft darauf verzichten, Anzeige zu erstatten. „Die Leute sagen sich, dass es sich nicht lohnt, weil weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft den Diebstahl meines Autospiegels verfolgen werden – das ist absolut nachvollziehbar. Das existiert, aber wir können es nicht quantifizieren. Wir halten uns exakt an die Anzahl der Anzeigen und Ermittlungen. Wir gehen davon aus, dass es eine Dunkelziffer gibt“, räumte er ein.

Kleinkriminalität und mediale Verbreitung

Benítez erklärte, dass neben der Untererfassung auch die sozialen Netzwerke die Wahrnehmung der Bürger beeinflussen. Als Beispiel nannte er einen tödlichen Überfall in Ciudad del Este, der weite Verbreitung fand.

„Die Taten existieren, sie geschehen. Aber man muss sehen, dass die Vorfälle auf territorialer Ebene minimal sind“, räumte er ein. Er erklärte jedoch, dass die ständige Verbreitung solcher Fälle auf digitalen Plattformen das Gefühl verstärkt, die Unsicherheit sei größer. Er betonte, dass im Jahr 2025 der Gewaltindex und die Mordrate „ziemlich niedrig“ gewesen seien.

Drogenkonsum bei Jugendlichen

Kommissar Luis López aus dem Bereich Organisierte Kriminalität sprach über die sozialen Auswirkungen des Drogenkonsums bei Jugendlichen (insbesondere „Chespi“ / Crack) und betonte, dass dies ein Problem sei, das über die Kompetenzen der Polizei hinausgehe.

„Wir sagen nicht, dass alles gut ist, aber wir arbeiten weiter und tun alles Menschenmögliche“, sagte er. Viele Eltern würden zugeben, dass sie ihre Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren nicht mehr kontrollieren könnten. Die Genesung erfordere eine gemeinsame Anstrengung: „Es ist nicht nur Aufgabe der Nationalpolizei, sondern der gesamten Gesellschaft“, so López unter Verweis auf das Gesundheits- und Bildungsministerium sowie die Familien.

Polizei beharrt: Paraguay ist eines der sichersten Länder

Abschließend verteidigte Benítez die Position Paraguays im regionalen Vergleich. „Paraguay gehört zu den sichersten Ländern“, behauptete er und führte an, dass es „günstige Zahlen“ und internationale Umfragen gebe, die dies stützten. Dennoch räumte er ein, dass die Institution „nicht zufrieden“ sei und weiterarbeiten müsse.

Wochenblatt / Abc Color

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