„So sollte man mit Menschen sprechen, die sich als Therians identifizieren“

Asunción: Das IPS beschreibt das Phänomen der „Therians“ als eine Subkultur und persönliche Identität, bei der Menschen eine tiefe Verbindung oder eine teilweise Identität mit einem nicht-menschlichen Tier empfinden.

Dr. Mauricio Acosta, Jugendpsychiater des IPS, betont, dass dies nicht bedeutet, dass die Person glaubt, physisch ein Tier zu sein. Vielmehr finde das Erleben auf der Ebene der Identität, der Symbole, des Verhaltens oder der Spiritualität statt. Ein Therian identifiziert sich beispielsweise als Wolf, Hund, Katze, Fuchs oder Vogel.

Häufige Beschreibungen von Therians:

„Ich bin ein Mensch, aber meine innere Identität ist ein Wolf.“

„Ich fühle, dass mein Geist wie der eines Katzenartigen funktioniert.“

„Ich habe Impulse, die mit einem Tier assoziiert sind.“

Verschiedene Arten der Identifikation:

Psychologisch: Instinkte und Reaktionen ähneln denen eines Tieres.

Spirituell: Glaube an eine Tierseele oder ein früheres Leben als Tier.

Neurologisch-sensorisch: Empfindungen von „Phantomschwänzen“ oder „Ohren“ (Phantom Shifts).

Verhalten: Zeitweise das Bedürfnis, sich wie ein Tier zu bewegen oder Tierlaute von sich zu geben. Laut Experten bedeutet dies in den meisten Fällen keinen Realitätsverlust.

Abgrenzung zu anderen Begriffen:

Furry Fandom: Ein künstlerisches Hobby ohne notwendige Identifikation.

Otherkin: Identifikation mit mythischen Wesen wie Drachen.

Role-Play: Bewusstes Schauspiel oder Spiel.

Wann wird es klinisch relevant?

Laut dem Spezialisten des IPS ist ärztliche Hilfe notwendig, wenn:

Ein Realitätsverlust eintritt (der feste Glaube, physisch ein Tier zu sein – Wahnvorstellung).

Es das tägliche Leben massiv stört, zu extremer Isolation oder erheblichem Leiden führt. In der Mehrheit der Fälle sei dies jedoch nicht der Fall.

Tipps für das Gespräch mit Jugendlichen

Dr. Acosta warnt vor häufigen Fehlern von Erwachsenen wie: „Das gibt es nicht“, „Du bist verwirrt“ oder „Ich verbiete dir das“. Dies zerstört das Vertrauen.

Die empfohlene Strategie: Validieren Sie das Erleben, aber nicht die Buchstäblichkeit.

Sagen Sie: „Ich verstehe, dass diese Identität für dich wichtig ist.“

Fragen Sie: „Was repräsentiert dieses Tier für dich?“, „In welchen Momenten tritt dieses Gefühl verstärkt auf?“ Häufig stecken dahinter Bedürfnisse nach Schutz, Freiheit, Zugehörigkeit oder die Verarbeitung von Einsamkeit.

Dos and Don’ts für Eltern:

Das sollten Sie NICHT tun Das sollten Sie tun
Auslachen oder lächerlich machen Ohne Vorurteile zuhören
Brüske Verbote aussprechen Nach der Bedeutung fragen
Öffentlich bloßstellen Emotionale Veränderungen beobachten
Davon ausgehen, dass sie „krank“ sind Den Social-Media-Konsum regulieren
Demütigend konfrontieren Bei starker Isolation Fachleute hinzuziehen

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