Capiatá: Reinaldo Suárez und weitere Verwandte von Tobías begaben sich in das Gebiet von Kokuere (nahe dem Viertel San Blas in Capiatá), wo die Wassermassen des San-Lorenzo-Bachs zusammenlaufen.
„Sie haben uns um 23:00 Uhr nachts am Straßenrand beim Aratirí einfach stehen gelassen mit der Zusage, dass die Taucher um 04:00 Uhr morgens mit der Suche beginnen würden. Ich war die ganze Nacht vor Ort, bin nur kurz heim, um mich zu waschen und umzuziehen – aber sie sind nie aufgetaucht“, klagte der Vater gegenüber Telefuturo.
Gegen 07:30 Uhr morgens suchten die Angehörigen weiterhin allein nach dem Jungen. Der Vater bezeichnete das Verhalten der Behörden als „Schande“ und „beschämend“. Er fühle sich „zerstört und im Stich gelassen“, als gehöre er nicht zu diesem Land. Ohne Werkzeuge, nur mit Stöcken in der Hand, kämen sie im Gelände voran. Weder der Notruf 911 noch zugesagte Verstärkungen von Feuerwehr und Rettungskräften seien vor Ort erschienen.
Konflikt mit der Kinderschutzbehörde (Codeni)
Nachdem in sozialen Netzwerken bekannt wurde, dass der 12-jährige Tobías zum Zeitpunkt seines Verschwindens Empanadas in den Straßen von San Lorenzo verkaufte, kam Kritik auf. Die Kinderschutzbehörde Codeni deutete an, dass es bereits früher Interventionen gegeben habe, da Kinderarbeit in diesem Alter untersagt ist.
Der Vater reagierte empört auf diese Aussagen:
Mangelnde Unterstützung: Er bezeichnete die Erklärungen der Codeni als „widerwärtig“ und „verantwortungslos“. Statt die Suche zu unterstützen, würde die Behörde die Familie einschüchtern.
Existenznot: „Wenn wir keine Unterstützung von der Regierung haben, müssen wir unsere Kinder mit rausnehmen“, erklärte er. Er betonte, dass seine Kinder gut ernährt seien und er nur deshalb arbeite, um ihnen den Hunger zu ersparen. Er arbeite jeden Tag hart für den Lebensunterhalt des Haushalts.
Auf die Frage, ob Tobías zum Zeitpunkt des Unglücks tatsächlich beim Verkaufen war, antwortete der Vater ausweichend, verwies aber auf vorhandene Überwachungskameras. Er kündigte an, rechtlich gegen die Vertreterin der Codeni und gegen den Staatsanwalt vorzugehen, sollte dieser ihn wegen „Verletzung der Fürsorgepflicht“ (abandono) anklagen.
Dies ist ein besonders tragischer Fall, der die Problematik der gefährlichen Sturzfluten (Raudales) in Paraguay und die soziale Notlage vieler Familien verdeutlicht.
Wochenblatt / Última Hora















